2. Bundesliga: HSG Konstanz – DJK Rimpar (Samstag, 18 Uhr, Schänzlehalle). – Es „kribbelt“ bei der HSG Konstanz, verrät Trainer Daniel Eblen. Bei ihm, den Spielern, den Verantwortlichen – und den Fans. Es steht das Endspiel um alles oder nichts bevor. Mit freudiger Spannung blickt man im Lager der Konstanzer auf die letzte Partie einer äußerst schwierigen und turbulenten Saison.

Unerwartet muss der TV Emsdetten bei der schweren Aufgabe beim heimstarken VfL Lübeck-Schwartau wieder um den Klassenverbleib bangen – für die Gelb-Blauen tut sich hingegen die unverhoffte Chance auf, mit Unterstützung der HSG-Fans ein emotionales Happy End zu feiern.

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In den letzten Tagen war schon ein wenig „Rostock-Gefühl“ zu verspüren. Vor zwei Jahren musste die HSG zunächst zwei bittere Niederlagen nach der souveränen Süddeutschen Meisterschaft in der Relegation gegen Eisenach hinnehmen, dann kämpfte sie sich an der Ostsee nach einem Sechs-Tore-Rückstand zu einem Unentschieden und krönte eine tolle Saison eine Woche später vor ausverkauftem Haus mit einem deutlichen Heimsieg.

Die Ausgangssituation ist nun recht ähnlich – mit einem Unterschied. Die HSG Konstanz hat es nicht mehr selbst in der Hand. Ein Punkt ist Pflicht, dieser würde aber nur reichen, wenn Emsdetten verliert. Ansonsten benötigt es einen Sieg und man muss darauf hoffen, dass die Münsterländer nicht gewinnen. So wird ein Auge der Fans sicher auf dem Parallelspiel und dem VfL Lübeck-Schwartau liegen.

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Nicht so bei den Aktiven. „Wir haben genug mit unserem Spiel zu tun. Wir kümmern uns voll um uns“, stellt Eblen klar. Denn der Gegner befindet sich nach dem Trainerwechsel zu Rolf Brack und einigen Veränderungen in der Ausrichtung in einem absoluten Hoch.

Zunächst wurde der Wilhelmshavener HV mit 43:25 abgekanzelt, am letzten Spieltag vertagte Rimpar mit einem starken 29:23-Sieg gegen den TuS N-Lübbecke den Aufstieg des ehemaligen Europapokalsiegers in die 1. Bundesliga und hat sich somit auch schon fix für den DHB-Pokal qualifiziert.

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Für den HSG-Coach stellt dabei vor allem die starke Abwehr im Verbund mit Marino Mallwitz – mit 296 Paraden und fast 33 Prozent Abwehrquote fünftbester Keeper der 2. Bundesliga – eine hohe Hürde dar. „Wie man Rolf kennt“, so der 46-Jährige, „gehen sie nun voll auf Tempohandball und zügig nach vorne. Das ist schon eine mächtige Waffe.“

Bei seiner Mannschaft hingegen besteht nach wie vor großes Verletzungspech und viele Akteure sind schwer angeschlagen. „Es wird aber jeder versuchen zu spielen, bei dem irgendetwas geht“, hofft er noch auf Wunder durch die medizinische Abteilung. „Der Hormonhaushalt wird an der Grenze sein. Mit Adrenalin werden wir sehen, wie weit das geht. Wir werden alles reinwerfen und haben gezeigt, dass es wert ist, in jedem Spiel bis zum Schluss dranzubleiben.“

Verabschiedung von Spielern

Bei der finalen Entscheidung kann sich die HSG lautstarker Unterstützung von den Rängen sicher sein. Eblen: „Das wird ein Faktor. Darauf freuen wir uns. Jeder wird auch seine Familie mit auf der Tribüne dabeihaben. Das gibt Ruhe und Zuversicht.“ Mit den treuen Fans und den Liebsten wird es nach dem Spiel hochemotional werden. Entweder durch grenzenlose Freude über kaum mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt – oder aber bittere Tränen über den Gang in die 3. Liga.

Danach wird es unabhängig vom sportlichen Ausgang mindestens ebenso ergreifend werden. Mit Fabian Schlaich (wird Co-Trainer), Tom Wolf, Felix Krüger, Fabian Maier-Hasselmann, Patrick Volz, Michael Haßferter, Markus Dangers, Felix Jaeger und Athletiktrainerin Jessica Bregazzi sowie André Melchert, der künftig statt als Co-Trainer als Geschäftsführer der HSG Konstanz GmbH wirken wird, steht der Abschied verdienter Spieler und Trainer bevor.