Handball, Oberliga: HSG Konstanz II – TSV Heiningen 29:25 (11:11). – Kein Schönheitspreis. Nichts für Ästheten. Aber zwei ganz wichtige Punkte für die HSG Konstanz II: In einem zähen Oberliga-Spiel mit vielen Fehlern auf beiden Seiten behielten die Gastgeber dank großen Kampfgeistes mit 29:25 (11:11) die Oberhand gegen den vormaligen Tabellenvierten TSV Heiningen und schoben sich vorbei an den Württembergern auf Rang vier.

„Kein gutes Oberliga-Handballspiel“, fasste HSG-Trainer Benjamin Schweda treffend zusammen. Vor allem auf Konstanzer Seite häuften sich von Beginn an viele leichte technische Fehler, die zu einem sehr zerfahrenen Spiel führten. Sinnbildlich dafür stand die Phase nach dem 4:3 durch Felix Fehrenbach zwischen Minute neun und 14, als es fünf Minuten vogelwild hin- und herging mit Fehlern hüben wie drüben. Fünf Minuten kein Treffer – äußerst selten im Handball. Auffangen konnte Konstanz die großen Defizite im Aufbau- und Angriffsspiel allerdings mit einer guten Deckungsarbeit.

Die Teams lieferten sich einen intensiven Schlagabtausch, der sich für die Zuschauer jedoch wie ein alter Kaugummi zog. Höhepunkte waren selten. Zu Beginn der zweiten Hälfte sah es schlecht aus für die Gastgeber. Heiningen setzte sich mit zwei Toren ab und nach 36 Minuten musste Leistungsträger Lars Michelberger mit Rot vom Feld. Die Reaktion der Konstanzer: Es wurde noch härter in der Abwehr um jeden Ball gekämpft. Als dann auch noch Youngster Konstantin Paul zwischen die Pfosten kam und sich mit wichtigen Paraden toll einfügte, begann das Pendel zu kippen. Aus einem 20:20 wurde ein 25:20 (50.). Heiningen verkürzte auf 24:26 – doch die HSG zeigte sich nervenstark und ließ sich den wichtigen 29:25-Erfolg nicht mehr nehmen.

„Letztendlich war es trotz der vielen Fehler ein verdienter Sieg“, so Schweda. „In der ersten Halbzeit waren wir mit dem Kopf noch nicht richtig da.“ Auf eine gute Aktion folgten oft zwei schlechte. Schweda: „Wir haben uns da irgendwie rausgekämpft und konnten in der letzten Viertelstunde zum Glück eine bessere Leistung zeigen. Ein extrem wichtiger Sieg.“ (joa)

HSG II: Herrmann, Gemeinhardt, Pauli (Tor); Mittendorf, Michelberger (2), Böhlefeld (1), Mack (1), Stotten (5), Koch (2), Fehrenbach (2), Herbel (8/4), Merz (7), Knipp, Osann, Hadlich (1).

Steißlingen im Pech

SG H2Ku Herrenberg – TuS Steißlingen 29:28 (13:13). – Am Ende stand den Spielern des TuS Steißlingen der Schock ins Gesicht geschrieben: Während Herrenberg sich über zwei Punkte freuen durfte, mussten die Hegauer mit leeren Händen die Heimreise antreten. Dabei war die Vorbereitung auf das Spiel alles andere als optimal, so waren Florian und Manuel Wangler die ganze Woche über krank, und nur Manuel konnte spielen. Zudem fielen Marvin Storz und Dominik Walter aus, Daniel Hipp ging angeschlagen in die Begegnung. Folglich hatte der TuS nur vier etatmäßige Rückraumspieler zur Verfügung, welche aber von Beginn an ein starkes Spiel machten. Gerade die 6:0-Abwehr agierte stark, und Torhüter Erik Seeger zeichnete sich gleich mit Paraden aus. So gingen die Gäste mit 4:2 (9.) in Führung. Danach verwandelte Herrenberg innerhalb von zehn Minuten den Rückstand in eine 9:7-Führung. Beim Stand von 13:13 ging es in die Pause.

Nach der Pause folgte dann die stärkste Phase der Steißlinger. Innerhalb von zehn Minuten setzten sich die Hegauer auf 21:16 ab. Bis zehn Minuten vor Ende führte Steißlingen mit 20:24, ehe das Unglück seinen Lauf nahm. Herrenberg agierte in einer offeneren Deckung und verkürzte schnell auf 24:25 (53.). Steißlingen schien die richtige Antwort parat zu haben und ging wieder mit 24:27 (55.) in Führung. Jedoch schienen die Gäste Angst vor dem Gewinnen zu haben, so leisteten sie sich in den letzten fünf Minuten einen technischen Fehler nach dem anderen und luden Herrenberg zum Kontern ein. In 90 Sekunden erzielte die SG drei Tore und glich zum 27:27 (57.) aus. Kurz danach ging die SG mit 28:27 in Führung, wobei Matthias Biedermann nochmals zum 28:28 ausgleichen konnte. Doch Herrenberg erhöhte eineinhalb Minuten vor Schluss auf 29:28 und die Blau-Weißen konnten den letzten Angriff nicht mehr im Tor unterbringen. (mw)

TuS Steißlingen: Heinz, Seeger (1) (Tor); Biedermann (3), M. Wangler (8/4), Hipp (1), Gaus, F. Maier (4), Faeser (4), Klotz (6), Glock, Hohlwegler, Müller (1).