Fußball-Oberliga: 1. FC Rielasingen-Arlen – Freiburger FC (heute, 18 Uhr, Kunstrasenplatz Talwiese). – Nein, ein klassisches Südbaden-Derby ist das nun wirklich nicht, da trennen die beiden Clubs in ihrer Vereinsgeschichte Welten. Hier der Verein aus dem Hegau, 1999 aus einer Fusion hervorgegangen. Dort der Traditionsclub aus der Breisgau-Metropole, 1897 gegründet, 1907 Deutscher Meister, bis in die 80er-Jahre Zweitligist, der lange daran zu knabbern hatte, danach im Schatten des SC Freiburg zu stehen und an den ungeliebten Ortsrivalen sogar die Heimstätte, das Möslestadion (heute ist dort die Freiburger Fußballschule untergebracht), verkaufen zu müssen.

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Und dennoch: In den vergangenen Jahren entwickelte sich zwischen den beiden Mannschaften eine enge Rivalität. Etwa, als es im Jahr 2019 um den Titel und den Aufstieg in die Oberliga ging. Der FFC wollte unbedingt nicht schon wieder „Vize“ werden, nachdem er in den beiden Jahren zuvor als Vizemeister jeweils in der Aufstiegsrunde gescheitert war. Doch am Ende der Saison hatten die Hegauer die Nase vorn. Aber beim dritten Aufstiegsversuch zogen die Freiburger über die Aufstiegsrunde nach, sodass beide Mannschaften damals doch gemeinsam in die Oberliga aufgestiegen sind.

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Ein gutes Omen für die Elf von Trainer Michael Schilling: In der vergangenen Runde gab es zwei Siege gegen den Mitaufsteiger. Ein 4:2 in Freiburg und einen knappen 2:1-Erfolg im Pokal-Viertelfinale. Doch der Blick zurück hilft nicht viel weiter. Das zeigt schon der Vergleich des Personals. Waren die Begegnungen der beiden Teams in den vergangenen Jahren auch die Duelle der Torjäger-Tandems, Nedzad Plavci und Silvio Battaglia auf der einen, Marco Senftleber und Mike Enderle auf der anderen Seite, so wird heute auf der Talwiese keiner der vier mehr dabei sein. Alle vier stürmen für andere Clubs. Vor allem beim FFC fand eine starke Verjüngung des Kaders statt.

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Die Freude über die aktuelle Oberliga-Bilanz hält sich bei den Gästen daher auch in Grenzen: zwei Spiele, ein Tor erzielt und einen Punkt verbucht. Allerdings lässt der 3:0-Pokalerfolg der jungen Freiburger Mannschaft über Regionalligist Bahlinger SC aufhorchen, sodass FCR-Coach Schilling prognostiziert: „Ich erwarte den FFC im spielerischen und kämpferischen Bereich als sehr stark. Da müssen wir versuchen dagegen zu halten, und das wird eine große Herausforderung für uns.“

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Nachdem die Hegauer im Pokal und beim Saisonauftakt gegen Lörrach eine Reihe von Zu-Null-Siegen feiern durften, gab es zuletzt beim Titelanwärter Stuttgarter Kickers ein 0:4 zu verdauen. Schilling möchte dieses Resultat aber nicht als Rückschritt werten: „Ich sehe das nicht als Dämpfer, gegen eine solch starke Mannschaft wie die der Kickers kann man verlieren.“ Gleichwohl betont er aber, dass die starken Stuttgarter seiner Elf das eine oder andere Defizit aufgezeigt haben: „Trotz allem versuchen wir, aus den Fehlern zu lernen, um uns stetig weiterentwickeln zu können.“

Mit dem Freiburger FC dürfte nun aber wieder ein Gegner auf Augenhöhe auf dem Programm stehen, sodass dem 1. FC Rielasingen-Arlen durchaus zuzutrauen ist, seine makellose Pflichtspiel-Heimbilanz im Jahr 2020 weiter ausbauen zu können. Verzichten muss Trainer Schilling dabei aber weiterhin auf die angeschlagenen Christoph Matt und Spielführer Tobias Bertsch.

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