Seit Jahresbeginn 2020 hat der FC 03 Radolfzell bis heute, innerhalb von 20 Monaten, gerade einmal elf Verbandsligaspiele absolviert, das letzte am 24. Oktober 2020. Wie kann man ein Team in dieser Phase, ohne konkretes Ziel und ohne Pflichtspiele, bei Laune halten? Wie gestaltet man eine Vorbereitung, ohne zu wissen, wann es wieder losgeht?

Der Trainer des FC 03 Radolfzell, Steffen Kautzmann, war gezwungen, hier Neuland zu betreten. Doch das erste Pflichtspiel nach langer Pause, die Pokalpartie gegen den Oberligisten 1. FC Rielasingen-Arlen, gab Anlass für Zuversicht. Die Verbandsligaelf von der Mettnau schien die lange Pause gut überstanden zu haben und schlug den Favoriten mit 3:2.

Das könnte Sie auch interessieren

„Ich denke, dass das Pokalspiel für uns eine erste Standortbestimmung war. Die positiven Eindrücke aus der Vorbereitung haben sich bestätigt“, zeigte sich Steffen Kautzmann kurz vor dem Saisonauftakt mit dem Heimspiel gegen den SC Durbachtal (Samstag, 14 Uhr, Mettnaustadion) optimistisch.

Als die Saison 2020/21 abgebrochen wurde, stand Radolfzell auf Rang acht. Gut für eine Mannschaft, die vorwiegend auf den Nachwuchs setzt. Doch ein genauerer Blick zeigt ein Problem, an dem wohl in der langen Pause gearbeitet wurde.

Das könnte Sie auch interessieren

Mit zwölf Gegentoren in zehn Spielen kann sich die Defensivleistung durchaus sehen lassen. Dass aber lediglich neun Tore erzielt wurden, war eindeutig zu wenig. Nur das Schlusslicht FC 08 Villingen II war in der Offensive harmloser.

Im Pokalspiel gegen Rielasingen zeigte sich die Defensive wieder einmal auf der Höhe, aber auch im gegnerischen Strafraum agierten die Radolfzeller zielstrebiger. Dies scheint Kautzmanns Einschätzung zu bestätigen: „Der Kader hat sich definitiv verbessert. Wir konnten uns mit fünf Neuzugängen verstärken, die sowohl aus erfahrenen als auch aus jungen und entwicklungsfähigen Spielern bestehen. Da uns im Gegenzug lediglich ein Spieler verlassen hat, der wenig Spielzeit hatte, sind wir auch in der Breite deutlich stärker aufgestellt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Eine echte Standortbestimmung fällt nach der langen Pause dennoch schwer, doch der FCR-Coach hofft: „Wir wollen einen Platz im vorderen Tabellendrittel erreichen.“ Ganz vorne erwartet er den Offenburger FV, den SC Lahr und den SC Pfullendorf, bei dem man bereits am zweiten Spieltag (Freitag, 13. August, 19.30 Uhr) zum Bezirksderby antritt.

Doch wird diese Runde ein normales Ende finden? Kautzmann pendelt zwischen Optimismus und Skepsis: „Ich habe die Hoffnung, dass wir die Saison in einem einigermaßen vernünftigen Rahmen abschließen können. Die Folgen für den Amateursport wären bei einem erneuten Abbruch verheerend. Allerdings hat uns die Pandemie mehrfach überrascht, sodass man mit allem rechnen muss.“