Handball, 2. Bundesliga: HSG Konstanz – TuS N-Lübbecke (Freitag, 20 Uhr, Schänzle-Sporthalle). – Am Freitag, 20 Uhr, kommt es zu einer Premiere in der Schänzlehalle. Erstmals in der Geschichte der HSG Konstanz ist der Club zu einem Geisterspiel verdonnert und muss auf die Unterstützung seiner Fans verzichten.

Nach dem Chaos vor dem Bietigheim-Spiel, das aufgrund eines fehlerhaften Ergebnisses verlegt werden musste, herrschte bei der HSG Konstanz vor allem ein Gefühl vor: Erleichterung. „Wir freuen uns, dass alle wohlauf sind und wir Handball spielen können und dürfen. Die Jungs haben fleißig trainiert“, sagte Trainer Daniel Eblen.

Das könnte Sie auch interessieren

Dass die Partie gegen den langjährigen Erstligisten und dreimaligen Europapokalsieger TuS N-Lübbecke ohne Zuschauer ausgetragen werden muss, trübt die Freude allerdings etwas: „Gerade die Unterstützung in schweren Phasen wird fehlen. Das wird kein normales Spiel. Das, was vom Publikum kam, muss nun von der Bank und aus jedem selbst kommen“, meint der 46-Jährige. Zumal seine junge Mannschaft eine ist, die besonders viel mit den eigenen Anhängern interagiert und viel Kraft aus der Atmosphäre schöpft. Als besonders laut und besonders frenetisch sind die HSG-Fans schließlich bekannt.

Das könnte Sie auch interessieren

„Die Heimmannschaften werden das – noch mehr als die Auswärtsteams – zu spüren bekommen“, glaubt auch Gästetrainer Emir Kurtagic. Und das erste von drei Geisterspielen im November in der Schänzlehalle gegen Kurtagics Team hat es gleich in sich für die Konstanzer Handballer. Zwar hatte der Traditionsverein mit elf Neuzugängen und acht Abgängen einen großen personellen Umbruch zu bewerkstelligen. Doch der frische Wind tut der Mannschaft offensichtlich gut. Um die aktuellen tschechischen Nationalspieler Roman Becvar und Leos Petrovsky sowie den litauischen Internationalen Benas Petreikis steckt viel Qualität im Aufgebot. Weitere Nationalspieler im Kader: der nachverpflichtete Rumäne Bogdan Criciotoiu und die ehemaligen Auswahlspieler Aljosa Rezar (Slowenien) und Marko Bagaric (Kroatien). Eblen: „Eine Topmannschaft.“ Das Ziel ist die 1. Bundesliga.

Das könnte Sie auch interessieren

Auf Seiten der HSG hofft man nach monatelanger Verletzungspause auf ein Comeback von Kapitän Tim Jud und damit die Rückkehr von etwas Erfahrung. Der Gegner bringt davon jede Menge mit, auch aus der 1. Bundesliga. Insofern falle damit ein Umbruch leichter als im sehr jungen Kader der HSG Konstanz, meint Trainer Daniel Eblen. „Wir haben nach jedem Umbruch immer einen größeren Anlauf gebraucht“, sagt er. „Das hat damit zu tun, dass wir uns nicht nur mit fertigen Spielern auf das Taktische konzentrieren können, sondern junge Talente gerade im individuellen Bereich viel entwickeln wollen und müssen und gleichzeitig als Gesamtgebilde wettbewerbsfähig sein müssen.“

„Der Sport spielt auch jetzt eine gesellschaftlich große Rolle. Wenn der Alltag schon schwer ist, so freuen wir uns alle auf das Wochenende und die positiven Emotionen.“
Daniel Eblen, Trainer der HSG Konstanz
Daniel Eblen.
Daniel Eblen. | Bild: Peter Pisa

Auch ohne Zuschauer möchte seine ehrgeizige Mannschaft diesen erfolgreichen Prozess nun wieder demonstrieren und ihren Fans vor den Bildschirmen beim Livestream in dieser schweren Zeit etwas Freude bereiten. Denn „der Sport spielt auch jetzt eine gesellschaftlich große Rolle. Wenn der Alltag schon schwer ist, so freuen wir uns alle auf das Wochenende und die positiven Emotionen“, sagt Eblen.