Fußball, Oberliga: „Ich bin absolut zufrieden!“, fasst Emanuele Ingrao, der neue Mann auf der Trainerbank des Fußball-Oberligisten 1.FC Rielasingen-Arlen, seine erste Trainingswoche auf der Talwiese zusammen. „Das ist spielerisch und charakterlich eine sehr gute Mannschaft, eine gute Mischung mit erfahrenen Führungsspielern und jungen Talenten!“, geht er in die Details. Alle Akteure sind fit und am Montag steigen noch zwei Spieler, die bisher im Urlaub waren, mit ein, sodass der ganze Kader zur Verfügung steht.

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Obwohl drei Spieler den Verein von der Talwiese verlassen haben, sind große personelle Veränderungen nicht geplant, doch bis zum Ende der Transferzeit Ende Januar will man zumindest die Augen offenhalten.

Klare Zielsetzung

Die Zielsetzung ist klar: Die Hegauer konnten mit zwei Siegen unmittelbar vor der Winterpause die Lage zwar ein wenig verbessern, doch die Distanz zur Abstiegszone ist alles andere als komfortabel. „Wir müssen auf uns schauen. Und wenn wir unsere Hausaufgaben machen, dann werden wir keine Probleme bekommen!“, gibt sich Ingrao zuversichtlich.

Sein erstes Pflichtspiel mit dem Rielasinger Team wird am 25. Februar allerdings gleich ein eminent wichtiges sein: das Pokalviertelfinale gegen den Verbandsligisten SF Elzach Yach. Zwar ist der Oberligist, zumal mit Heimvorteil, hier Favorit. Aber könnten die prestigeträchtigen Pokalspiele mit dem Reiz der Qualifikation für den DFB-Pokal nicht auch den Fokus von der Hauptaufgabe, dem Klassenerhalt in der Oberliga, abziehen? „Nein, ich glaube ich nicht, dass das ablenkt – eher im Gegenteil, denn ein Sieg im Pokal könnte uns Schwung für die weiteren Spiele geben“, so Ingrao. Zumal der südbadische Pokal in diesem Jahr eine interessante Konstellation bietet. Mit dem FC Öhningen-Gaienhofen und dem Türkischen SV Singen sind noch weitere Teams der Region im Wettbewerb, sodass in der nächsten Runde interessante Derbys locken. Und beim Aufeinandertreffen des Regionalligisten Bahlinger SC mit Rekordpokalsieger FC 08 Villingen wird einer der beiden Topfavoriten sicher ausscheiden.

Zu viele Gegentore

Doch bis zum ersten Pflichtspiel hat das Rielasinger Trainerteam mit Emanuele Ingrao und Claudio Lettieri einiges zu tun. 42 Gegentore in den bisherigen 20 Spielen sind zu viel. „Wir brauchen klare Strukturen und mehr Stabilität!“, fordert Ingrao, der bis vor wenigen Monaten als Analyst für den Ligarivalen FC 08 Villingen aufmerksamer Beobachter der Oberliga-Teams war. Sein Fazit: „Wir haben zu viele Tore kassiert. Und wir haben starke Offensivspieler, die wir noch besser in Szene setzen müssen!“, so der 36-jährige Fußballtrainer zu den taktischen Zielen. Bedenkt man jedoch, dass vor der Saison 22/23 fast der gesamte Defensivblock neu besetzt werden musste, dann ist das sicherlich auch eine Erklärung für die Gegentore.