2. Handball-Bundesliga: HSG Konstanz – TV Großwallstadt (Mittwoch, 20 Uhr, Schänzlehalle). – Nach der frustrierenden 25:26-Niederlage in Fürstenfeldbruck wird bei der HSG Konstanz einiges verändert. So soll am Mittwoch gegen den Traditionsverein TV Großwallstadt, am Samstag in Hamm und am kommenden Mittwoch gegen Emsdetten trotz ausgedünnter Personaldecke die dringend nötige Leistungssteigerung über die volle Spielzeit gelingen.

Vom Traum zum Albtraum: Unter normalen Umständen hätte sich die HSG Konstanz gegen den mit sieben deutschen Meisterschaften, vier DHB-Pokalsiegen sowie fünf internationalen Titeln zu den erfolgreichsten Handballvereinen in Deutschland zählenden TV Großwallstadt auf ein Handball-Fest in ausverkaufter Halle gefreut.

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Nun ist die Stimmungslage aus vielerlei Gründen eine ganz andere. Schon atmosphärisch wird sich einiges verschlechtern, denn anders als an allen anderen Bundesligastandorten lässt die Stadt keine der ehrenamtlichen Auf- und Abbauhelfer während des Spiels in der Halle zu, die mit ein paar Trommeln versucht hatten, einen Rest von Stimmung zu erzeugen.

Für die HSG trotz des Nachteils verständlich. „Wir können nur unserer Linie treu bleiben und in dieser schwierigen Situation zusammenstehen“, sagt Präsident Otto Eblen philosophisch: „Die Weihnachtsbotschaft hat in diesem Jahr eine ganz andere Bedeutung. Ein friedliches Weihnachtsfest können wir nur feiern, wenn wir gesund bleiben. Dafür haben wir bei dieser Pandemie jeder für sich die Verantwortung. Wir werden kein Risiko für unsere Mitarbeiter und Zuschauer eingehen.“

Neue Reize setzen für den Erfolg

Ebenfalls nicht zur Stimmung beigetragen hat die vor allem in den ersten 20 Minuten schwache Vorstellung in Fürstenfeldbruck. „Das Positive ist, dass die Spiele zeigen, dass wir es auch anders können“, sagt Trainer Daniel Eblen.

Auf der anderen Seite bleiben die sich wiederholenden Probleme in der Anfangsphase und viel zu große Leistungsschwankungen mit Defiziten in der Chancenverwertung. „Wir müssen alles versuchen“, ist die klare Ansage, der „neue Reize“ folgen sollen. Dafür wird einiges verändert.

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Beim Aufwärmen, in der Videovorbereitung und auch im Kader, in dem Kai Mittendorf aus der zweiten Mannschaft in den nächsten Begegnungen aushelfen wird. Jeder müsse nun zeigen, dass es nicht an der Qualität liegt, erklärt Trainer Eblen. Mehr Fokus, mehr Entschlossenheit werden erwartet.

Denn: „Wir können zeigen, dass wir 35 Minuten sechs Tore besser sind. Aber wir schaffen es, in 20 Minuten sieben schlechter zu sein.“ Diese Ausschläge gilt es abzustellen, um gegen Großwallstadt ein weiteres wichtiges Duell für sich zu entscheiden.

Transfercoup des Traditionsteams

Der ruhmreiche TVG stellt sich dabei zum ersten Mal in einem Pflichtspiel in Konstanz vor. 8:4 Punkte konnte sich das mit Talenten und internationaler Erfahrung ausgestattete Team bereits in fremden Hallen sichern. „Wir spielen aber alle in der 2. Liga und müssen uns nicht verstecken. Wir freuen uns darauf, gegen Großwallstadt spielen zu dürfen und sind in dieser Liga, um solche Teams zu schlagen“, sagt Eblen.

Großwallstadt konnte vor einigen Wochen noch einen echten Transfercoup landen und sich mit Savvas Savvas einen zwei Jahre für Erstligist GWD Minden tätigen Shooter sichern, der zuvor mit 289 Treffern Torschützenkönig im Bundesliga-Unterhaus geworden war.

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Auf die Wurfgewalt aus dem Rückraum, gepaart mit guten Kreisläufern muss die HSG besonders achten – und genau diese im eigenen Aufgebot vorhandenen Qualitäten einbringen.

Damit es nach einem Training am 24. Dezember mit besserer Stimmung in den Heiligabend gehen kann, ehe am ersten Weihnachtsfeiertag die Reise nach Hamm bevorsteht. „Es ist gerade in der jetzigen Zeit alles möglich“, stellt der Konstanzer Übungsleiter klar. „Auch eine positive Überraschung. Dafür müssen wir alles tun.“

Die Partie wird ab 19.40 Uhr im Livestream auf www.hsgkonstanz.de/livestream kostenlos übertragen