Handball, 2. Bundesliga: SG BBM Bietigheim – HSG Konstanz (Dienstag, 19.30 Uhr, Viadukthalle). – Bereits zweimal hätte das Duell zwischen den beiden einzigen Teams aus Baden-Württemberg in der 2. Handball-Bundesliga ausgetragen werden sollen. Beim ersten Mal machte die Quarantäne der Bietigheimer Mannschaft dem einen Strich durch die Rechnung, beim zweiten Versuch hatte es auf Konstanzer Seite ein falsches Testergebnis gegeben. Bis der letztlich zweite negative Corona-Test vorlag, war es zu spät.

Erstes Pflichtspiel im neuen Jahr

Während die Württemberger mit einem 33:30-Erfolg in Fürstenfeldbruck schon wieder seit letzter Woche im Spielbetrieb stehen, wird es für die Gäste aus Konstanz zur ersten Nagelprobe im Kampf um den Klassenerhalt im neuen Jahr kommen. Die Eindrücke aus der Vorbereitung und den beiden guten Testspielen in Göppingen (26:27) und gegen den TVB Stuttgart (32:36) gegen Erstligisten können Mut machen für die anstehenden Aufgaben. Fünf Spiele warten in den nächsten drei Wochen auf die HSG, der Auftakt in ein extrem dicht getaktetes Programm bis Ende Juni mit noch 24 auszutragenden Spielen und damit zwei Dritteln des Saisonprogramms. „Es ist, wie es ist“, sagt Daniel Eblen. „Sicher nicht optimal, aber eben der Pandemie geschuldet. Wir müssen das hinbekommen und unsere Punkte machen.“ Dabei hofft der HSG-Coach auf weniger Verletzungspech als im alten Jahr, um die Belastung verteilen zu können. Für die individuelle Weiterentwicklung junger Talente bleibe so wenig Zeit. „Die Vor- und Nachbereitung des Wettbewerbs, die Regeneration und die Punkte stehen im Vordergrund“, sagt er.

„Die Testspiele waren okay. Es ist wichtig, dass wir das jetzt mit in die Punktspiele nehmen.“
Daniel Eblen, Trainer der HSG Konstanz
Bild: Peter Pisa

Aktuell kann er sich über die Rückkehr der wichtigen Eckpfeiler Peter Schramm und Joschua Braun freuen und darüber, dass „die Jungs im athletischen Bereich gut gearbeitet haben. So konnten wir uns in der Halle um Handball kümmern.“ So habe man die Zeit gut genutzt. Die Testspiele „waren okay. Es ist wichtig, dass wir das jetzt mit in die Punktspiele nehmen.“ Denn der Gegner hat sich aus dem Tabellenkeller immerhin schon auf Rang zehn hochgekämpft – trotz enormer Beeinträchtigungen durch zahlreiche Covid-19-Fälle, Quarantäne und Verletzungen. So kam der große Aufstiegsfavorit, dem in der letzten Spielzeit lediglich zwei Zähler zur anvisierten Rückkehr in die Beletage gefehlt hatten, nie richtig in Schwung. Dennoch schlummert riesiges Potenzial im mit vielen erstligaerfahrenen Akteuren bestückten Kader, der nun noch einmal die vorderen Ränge ins Visier nehmen soll. „Das ist eine Topmannschaft“, stellt Eblen klar. „Sie haben eine Abwehr, die sehr variabel ausgerichtet werden kann, dazu starke Einzelspieler wie Christian Schäfer, Tim Dahlhaus, Jonas Link, Patrick Rentschler und Aron Rafn Edvardsson.“

Das könnte Sie auch interessieren

Allerdings sieht der 46-Jährige die 2. Bundesliga nicht nur tabellarisch sehr eng beieinander, – zwischen der HSG auf Platz 17 und Rang elf liegen lediglich zwei Punkte, zu Platz sieben sind es nur sechs Zähler Abstand – auch das Leistungsniveau der Mannschaften befindet sich auf einem sehr ähnlichen Level. Aktuell stehen für die HSG noch drei Nachholspiele bevor, das erste davon in Bietigheim.

Mentale Stärke ganz wichtig

Eblen: „Wer die Erfahrung, die Überzeugung und das Selbstvertrauen hat, wird dies in Punkte ummünzen. Daran arbeiten wir und wollen uns steigern. Das, was im Kopf stattfindet, ist dabei ganz wichtig.“ Der mentalen Stärke wird somit nicht nur in engen Begegnungen entscheidende Bedeutung zukommen, auch im Bewältigen des großen Pensums bis Ende Juni.