Handball, 2. Bundesliga: Wilhelmshavener HV – HSG Konstanz (Samstag, 19.30 Uhr). Es braut sich etwas zusammen im hohen Norden. Dunkle Wolken, Schneestürme und eisige Temperaturen sind an der Nordseeküste für die nächsten Tage vorausgesagt, wenn die HSG Konstanz am Samstagabend beim Wilhelmshavener HV antreten muss.

Es könnte also ungemütlich werden im Umfeld der Nordfrost-Arena. Genauso wie darin, wenn zwei direkte Tabellennachbarn im Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga aufeinanderprallen. Mit zehn Punkten liegt der Ex-Erstligist einen Zähler vor der HSG, hat aber schon ein Spiel mehr ausgetragen. Wenn man berücksichtigt, dass der Wilhelmshavener HV aufgrund der Insolvenz seiner Spielbetriebs-GmbH Ende vergangenen Jahres am Saisonende vier Punkte abgezogen bekommt, zeigt sich ein anderes Bild. Mit somit drei Zählern Rückstand auf Konstanz und einer Partie Vorsprung steht für die Gastgeber viel auf dem Spiel. Die HSG könnte mit einem Erfolg in Wilhelmshaven einen bedeutenden Schritt Richtung Saisonziel machen.

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Doch Konstanz muss sich auf Gegenwehr einstellen. Die Mannschaft aus dem hohen Norden ist intakt und verfügt über viel Kampfgeist. Das Team um Trainer Christan Köhrmann stellt sich entschlossen einigen Hürden entgegen: monatelange Zukunftsängste, großes Chaos und viele Nachrichten von millionenschwerem Anlagebetrug des ehemaligen und inzwischen inhaftierten Geschäftsführers und Hauptsponsors, dazu die Insolvenz des wirtschaftlichen Trägers. Erstaunlicherweise konnte mit Tobias Schwolow ein aus finanziellen Gründen abgegebener Leistungsträger nach kurzer Zeit wieder aus Hagen zurückgeholt werden. Mit David Jurisic wurde zudem erst neulich ein großer Linkshänder nachverpflichtet. „Sie sind in vielen Spielen voll auf Augenhöhe und spielen einen guten Handball“, weiß HSG-Trainer Daniel Eblen.

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Neben Schwolow stehen mit René Drechsler ein ehemaliger MVP der 2. Bundesliga, in Kuno Schauer ein bei den Füchsen Berlin ausgebildetes Talent, Duncan Postel als niederländischer Nationalspieler und Bartosz Konitz, der für Polen und die Niederlande das Nationalmannschaftstrikot überstreifte, im Kader. Größter Name ist jedoch Torhüter Jens Vormann, der elf Mal für das deutsche A-Nationalteam auflief und bis letzten Saison in der 1. Bundesliga in Leipzig als einer der besten seines Faches gezählt wurde.

Bereits am Freitagvormittag machte sich der HSG-Tross auf den rund 850 Kilometer langen Weg. „Jedes Spiel ist wichtig“, sagt Eblen vor dem Duell beim WHV und fordert ein, „dass uns nicht wieder Ausschläge wie in Bietigheim unterlaufen dürfen. Wir haben wichtige Ziele, 29 oder 30 Gegentore gehören sicher nicht dazu. Die Abwehr muss unser Grundbaustein sein.“ Als der Gegner am Dienstag zu schwierigen Würfen gezwungen wurde, kam das schnelle Umschaltspiel der HSG zum Tragen – inklusive furioser Aufholjagd. Eblen: „Das liegt uns. Diese Situationen brauchen wir.“