„Es war ein bisschen lauter als in den Testspielen“, grinste Jörg Lützelberger nach der Partie. Einen besseren Start hätte sich der neue Cheftrainer der HSG Konstanz mit seinem um acht Neuzugänge verstärkten, neuformierten Team nicht wünschen können. „Wir sind super zufrieden und froh, dass wir mit einem deutlichen Auswärtssieg in die Saison starten konnten. Das war unser Ziel.“

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Viel von dem, was er sich mit seiner jungen Mannschaft vorgenommen hatte, wurde dabei umgesetzt. Vor allem die bewegliche, schnelle 3:2:1-Abwehr mit frühem Stören bereitete der per Losentscheid in die 3. Liga aufgerückten TSG Söflingen erhebliche Probleme – wie auch Keeper Maximilian Wolf, der einige starke Paraden zeigte. Nach ein paar Minuten des Abtastens ging es so richtig los bei der HSG. Mit Kontern, Durchbrüchen aus dem Rückraum oder über die Außen setzte sie sich schon nach 15 Minuten auf 9:3 ab. In der Anfangsphase überzeugte vor allem Linksaußen Aron Czako an alter Wirkungsstätte mit einer guten Wurfauswahl und sechs Treffern.

Klare Führung schmilzt wieder

Zur Pause stand es bereits 20:11 für Konstanz. „Wir haben gerade in der ersten Hälfte sehr zielstrebig agiert“, sagte Lützelberger. „Das hat unglaublich Spaß gemacht.“ Jannes Timm gab nach einer Verletzungspause mit zwei schönen Toren ein gelungenes Comeback, David Knezevic traf viermal und auch Jo Knipp packte in der Abwehr gut zu. Allerdings kamen die Gastgeber nach 40 Minuten wieder auf 17:21 heran. Jörg Lützelberger bat direkt zur Auszeit. Danach spielten die Gelb-Blauen vom Bodensee das erste Saisonspiel souverän herunter und trafen kurz vor Schluss durch Michel Stotz zum 39:28. Söflingen setzte mit der Sirene den Schlusspunkt unter ein temporeiches Spiel.

Große Sause mit 50 Fans

Es konnte die große Sause mit den 50 mitgereisten Fans steigen, auf die man so lange gewartet hatte. „Es war einfach schön und ich habe es genossen“, erklärte HSG-Trainer Lützelberger. „Es war laut und richtig cool. So macht Handball Spaß.“

Während für viele Fans und Beobachter sich schon direkt nach dem Spiel der Fokus auf den Kracher am Samstag, 20 Uhr, in eigener Halle gegen Fast-Zweitliga-Aufsteiger Oppenweiler/Backnang richtete, bremste der 36-Jährige. Erst einmal solle das erste Spiel genossen und nachbereitet werden.

„Es ist wichtig, all die Arbeit in den letzten Tagen Revue passieren zu lassen und nicht direkt zum nächsten Gegner zu eilen. Wir wollen Siege feiern und nicht für selbstverständlich nehmen. Ein Sieg ist etwas Besonderes“, betonte Jörg Lützelberger. „Die Jungs sind ordentlich gerannt, defensiv wie offensiv in Eins-gegen-Eins-Situationen gegangen, haben sich geholfen, gekämpft. Ab Montag bereiten wir uns auf das Heimspiel vor – darauf freuen sich auch schon alle.“

HSG Konstanz: Wolf, Grabenstein (Tor); Stotz (3), Czako (6), Hild (2), Mauch (3), Knipp, Beckmann, Braun (4), Bornhauser (3), Timm (2), Wendel (4), Schramm (1), Ingenpaß (3), Köder (4/2), Knezevic (4). – Z: 350.