Handball, Aufstiegsfinale zur 2. Bundesliga: HSG Konstanz – Wilhelmshavener HV (Samstag, 20 Uhr, Schänzlehalle). – Die letzten 60 Minuten in dieser Saison, das Finale daheim: Am Samstag, 28. Mai, 20 Uhr, könnte die HSG Konstanz gegen den Wilhelmshavener HV im alles entscheidenden Duell den insgesamt vierten Aufstieg in die zweite Bundesliga klarmachen.

Die Stimmung nach dem 32:27-Erfolg im Hinspiel vor einer Woche in Wilhelmshaven ist erwartungsgemäß gut und dennoch zugleich total fokussiert. „Es liegt viel in der Luft“, erzählt der Konstanzer Chef-Coach Jörg Lützelberger. Ein Mix aus jeder Menge Emotion. Ganz viel Vorfreude und Euphorie, weil das große Ziel, auf das die Mannschaft seit Juli vergangenen Jahres hinarbeitet, nun in greifbare Nähe rückt.

Lützelberger lacht, denn schon nach dem Sieg gegen Pfullingen hatte er in der Kabine gesagt: „Wer nicht an den Aufstieg glaubt, kann den Raum verlassen.“ Nun liegen nur noch 60 Minuten vor ihm und seinem Team, um das große Ziel zu erreichen. Eine „geile Situation“, findet der 36-Jährige, denn: „Da wollten wir vor der Saison sein. Das war unser aller größter Wunsch.“

HSG Konstanz verabschiedet langjährige Stützen

In diese Vorfreude mischt sich jedoch etwas Wehmut. Nach dem Spiel werden mit Tim Bornhauser, Maximilian Wolf, Joschua Braun, Matthias Hild, Jannes Timm, Carlos Marquis sowie Co-Trainer Fabian Schlaich und Torwart-Trainer Sven Gemeinhardt verdiente Persönlichkeiten die Mannschaft verlassen.

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Die Reise der aktuellen Gemeinschaft, wie Lützelberger das Team beschreibt, geht damit zu Ende. „Ein ganz tolles Team mit einer ganz tollen Arbeitsweise“, sagt er. „Ich habe noch nie so viel gelernt wie in dieser Handball-Saison, bin unglaublich dankbar für alles und werde immer gerne auf diese Zeit zurückblicken.“

Vorsicht vor dem Gegner

Auf der anderen Seite gilt bei allen großen Gefühlen noch einmal allerhöchste Vorsicht und Konzentration vor einem sich angriffslustig zeigenden Gegner aufzubauen. Schließlich hatte der WHV im zweiten Durchgang eine furiose und außergewöhnliche 8:0-Serie hingelegt und damit die Vorentscheidung verhindert. Diese Phase zeigte einmal mehr auf, wie schnell fünf Tore im Handball aufgeholt sind.

So können die Gelb-Blauen zwar mit jeder Menge Selbstvertrauen und einem Fünf-Tore-Polster in das Finale daheim gehen, doch sind sie zugleich vor der Klasse des Gegners gewarnt. Denn genauso außergewöhnlich wie der Lauf des WHV war, so besonders war die erste Hälfte, die Konstanz einen 21:9-Vorsprung eingebracht hatte.

13 Heimsiege in 13 Heimspielen

Nun jedoch hat die HSG die Schänzlehalle im Rücken. In dieser Saison eine absolute Festung, in der in 13 Heimspielen 13 Heimsiege gelangen. „Diese Kulisse wird es möglich machen, dass wir alle noch einmal ans Limit gehen“, freut sich der HSG-Coach, verbunden mit einer eindringlichen Warnung: „Wir erwarten einen unglaublich guten Gegner, der eine extrem hohe Variabilität im Angriff, eine hohe individuelle Qualität mitbringt. Wir bereiten uns auf ein hochgradig intensives Handballspiel und einen Gegner, der alles versuchen wird, vor.“