Noch hat das Corona-Virus den Amateurfußball fest im Griff. Wann der reguläre Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, ob die Saison noch fortgesetzt wird oder abgebrochen werden muss, ist noch unklar. Die Lockerungen im Freizeitsport haben aber auch den Kickern vom Bodensee, Hochrhein und Schwarzwald zumindest die Möglichkeit beschert, unter Auflagen wieder ins Training einzusteigen.

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„Eine Riesensache. Da haben wir sehnsüchtig darauf gewartet“, sagt Steffen Kautzmann, Trainer des Verbandsligisten FC 03 Radolfzell, der sofort nach Bekanntwerden der Lockerungsbestimmungen Anfragen von neugierigen Spielern bekommen hat.

„Mein Telefon hat geglüht“, erzählt Kautzmann, der sich schnell daran gesetzt hat, mit seinem Team ein für Corona-Zeiten geeignetes Trainingskonzept zu erstellen.

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„Das wird kein Training wie in normalen Zeiten werden, das ist klar. Wir werden uns bei allem natürlich an die Vorgaben der Behörden und auch der Stadt wegen der Sportstätten-Nutzung halten.

Die Auflagen

Aber man hat vielleicht auch die Chance, Dinge zu machen, die sonst zu kurz kommen“, glaubt der Student der Wirtschaftspädagogik, der die DFB-Elite-Jugendlizenz vorweisen kann und im nächsten Jahr die A-Lizenz machen wird. Und so könnte nach Kautzmanns Vorstellungen ein Corona-Fußballtraining beim FC 03 Radolfzell, aber auch bei anderen Clubs aussehen:

  • Kleine Einheiten: „Wir denken an eine Gruppengröße von fünf bis maximal sieben Spielern pro Trainer. Das soll zum einen das Risiko einer Ansteckung minimieren, zum anderen ist jetzt Individualtraining das Gebot der Stunde. In kleinen Gruppen hat der Trainer alles im Blick und kann auf den einzelnen Spieler eingehen.“
  • Zuhause duschen: „Wir denken zudem daran, die drei bis vier Einheiten pro Woche jeweils in zwei Schichten aufzuteilen. Die erste Gruppe könnte dann zum Beispiel um 17.30 Uhr bereits umgezogen für eine Stunde zum Training kommen und dann zuhause duschen. Die zweite Gruppe kann dann eine halbe Stunde später einsteigen.“
  • Diese Übungen sind gefahrlos möglich: „Wir wollen das zukünftige Training in drei Schwerpunkte einteilen. Ganz wichtig ist dabei, dass immer der Ball miteinbezogen wird. Die Jungs haben so lange auf ihn verzichten müssen, da hat es keinen Sinn, jetzt nur Athletik zu trainieren. Punkt eins ist kognitives und koordinationsförderndes Training.“

    „Man kann die Spieler mit einer Augenklappe Übungen machen lassen, was das räumliche Sehen einschränkt und das Gehirn stärker fordert. Oder sie jonglieren mit den Füßen mit dem Ball und müssen gleichzeitig was mit den Händen machen. Weiter planen wir technische und taktische Elemente ein. Zum Beispiel Passtechniken beim Innenverteidiger und Abschlusstechnik beim Stürmer. Man kann auch Spielzüge mit Dummys und abschließendem Torschuss durchspielen. Der dritte Baustein dient der Kondition. Die meisten Spieler haben sich beim Joggen fit gehalten. Der Fußball bringt aber andere Erfordernisse wie schnellen Antritt und Richtungswechsel mit sich. Dies kann man in einem Parcours trainieren mit Sprints, Sprüngen und Torschüssen.“
  • Diese Trainingsformen sollte man vermeiden: „Sämtliche frei laufende Spielformen sind aufgrund der Abstandsregelungen nicht umsetzbar. Wenn die Jungs mal im Spielfluss sind, bekommt man das nicht gebremst, dann kommt es früher oder später zum Körperkontakt.“

 

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