Hallo Herr Baur, das Wichtigste zuerst: Wie geht‘s?

Danke gut. Wir sind alle gesund, das ist die Hauptsache in dieser Zeit. Und ich genieße das Familienleben, da wir zurzeit alle zusammen sind, was selten der Fall ist. Auch meine Tochter Chiara, die in Schwäbisch Gmünd studiert, sowie mein Sohn Mika, der sonst beim SC Freiburg im Internat ist und U-17-Bundesliga spielt, wohnen jetzt wieder bei uns in Mimmenhausen. Das ist toll.

Trainiert er fleißig für die Zeit nach Corona?

Die machen das super beim SC Freiburg. Mika hat einen detaillierten Trainingsplan mit Technikübungen, Tempo- und Intervallläufen. Dazu kommen aber auch Aufgaben außerhalb des Sports – mal eine Koch-Challenge, dann was mit Musik. Da ist viel Abwechslung dabei.

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Machen Sie beim Sportprogramm Ihres Sohnes mit?

Oh nein, lauftechnisch ist er inzwischen in einer ganz anderen Liga als ich... Manchmal bin ich dabei, wenn er läuft – aber auf dem Fahrrad, sonst kann ich nicht mithalten. (lacht)

Markus Baur (oben links) freut sich über einen Punkt, den er im Show-Doppel bei den Überlingen Open 2019 mit Mark Keller (rechts) gemacht hat.
Markus Baur (oben links) freut sich über einen Punkt, den er im Show-Doppel bei den Überlingen Open 2019 mit Mark Keller (rechts) gemacht hat. | Bild: Jäckle, Reiner

Ihre Tochter Chiara hat beim SV Allensbach gespielt und spielt jetzt in Nellingen für die Schwaben Hornets. Für sie ist die Saison nach dem aktuellen Beschluss des Deutschen Handball-Bundes beendet. Eine sinnvolle Entscheidung?

Es gab keine Alternative. Die Gesundheit geht vor, das ist das eine. Zudem sind im Handball die Vereine viel stärker auf Zuschauereinnahmen angewiesen. Die Saison mit Geisterspielen fortzusetzen, wäre keine Option gewesen. Chiara hat aber das Glück, weiter in der 3. Liga spielen zu können, obwohl die Hornets zuletzt auf einem Abstiegsplatz standen. Dass es keine Absteiger gibt, freut mich auch für die HSG Konstanz, die in der 2. Bundesliga bleiben darf.

Sophie Chiara Baur SVA beim Spiel in der dritten Bundesliga zwischen dem SV Allensbach und dem TSV Haunstetten im Sportzentrum Allensbach in Kaltbrunn
Sophie Chiara Baur SVA beim Spiel in der dritten Bundesliga zwischen dem SV Allensbach und dem TSV Haunstetten im Sportzentrum Allensbach in Kaltbrunn | Bild: FotoDesignTS, Thomas Scherer

Was machen Sie derzeit beruflich?

Ich bin im Bereich Sport und Gesundheit aktiv und erstelle unter anderem Trainingskonzepte für psychisch Erkrankte in einer Klinik in Köln. Eine spannende Aufgabe, die sehr viel Spaß macht.

In der Corona-Zeit lebt der stillgelegte Sport von der Vergangenheit. Schauen Sie sich manchmal noch heimlich Videos von Ihrem WM-Sieg 2007 an?

Ich gehe jetzt nicht in den Keller und grabe alte Aufnahmen aus. Aber zurzeit bekomme ich schon viele WhatsApp-Nachrichten und E-Mails mit Videos von damals. Da schaut man schon mal wieder rein und freut sich. Das war eine tolle Zeit.

Haben Sie noch Kontakt zu den WM-Helden von damals?

Klar. Wir treffen uns – in normalen Zeiten – fünf- bis sechsmal im Jahr bei Charity-Spielen. Da sind fast alle dabei, Henning Fritz, Florian Kehrmann, Pascal Hens und wie sie alle heißen. Und den Trainer macht natürlich der Heiner Brand. Das ist eine tolle Sache für den guten Zweck. Und wir sind gar nicht mal so schlecht. Eigentlich gewinnen wir fast immer, auch wenn wir gegen jüngere Aktiv-Mannschaften spielen. Wir müssen halt altersbedingt viele sein, um oft wechseln zu können... Aber man sieht, dass da alle was vom Handball verstehen.

Markus Baur im Nationaltrikot beim Vorrundenspiel Deutschland gegen Polen bei der Handball-WM 2007 in Halle. Mit der DHB-Auswahl wurde Baur später Weltmeister.
Markus Baur im Nationaltrikot beim Vorrundenspiel Deutschland gegen Polen bei der Handball-WM 2007 in Halle. Mit der DHB-Auswahl wurde Baur später Weltmeister. | Bild: A2824 Franz-Peter Tschauner

Auch der „Schorsch“, wie Sie genannt werden. Wie kommt ein Markus zu so einem Spitznamen?

Den habe ich von Martin Schwalb verpasst bekommen. Martin hat irgendwann mal erfahren, dass ich wie er selbst auch mal Kurt Reusch als Trainer hatte, den alle „Schorsch“ nannten. Von da an war ich halt auch der „Schorsch“. Am Anfang habe ich mich noch gewehrt, doch damit habe ich nur erreicht, dass der Spitzname haften blieb.

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