Volleyball, 2. Bundesliga: TSV Mimmenhausen – TV Bliesen (Sonntag, 16 Uhr, Bildungszentrum Salem). – Dass der sportliche Abstand zwischen 3. Liga und der 2. Bundesliga sehr groß ist, das erfährt der TV Bliesen mit dem ehemaligen Zuspieler des USC Konstanz, dem Bliesener Kapitän Philipp Sigmund, schmerzhaft. Zum ersten Mal seit 20 Jahren nimmt wieder eine saarländische Mannschaft (Bliesen ist ein Ortsteil von St. Wendel) am Spielbetrieb des deutschen Volleyball-Unterhauses teil – und produziert seitdem eher beklagenswerte Resultate.

Magere neun Sätze in neun Spielen

Trainer Burkhard Diesch und die zuletzt von Verletzungen geplagte Mannschaft (mit Profis aus den USA, Australien, Island, Luxemburg und Deutschland) haben in neun Spielen, teilweise umkämpften Duellen, magere neun Sätze und drei Punkte erschmettert.

Akribische Vorbereitung auf Bliesen

Der souverän vorzeitig Drittligameister gewordene Aufsteiger sorgt also bisher weder für Angst noch Schrecken, schon gar nicht beim Tabellenzweiten. Trotzdem ruft Christian Pampel ein Vorbereitungsprogramm ab, als ginge es in diesem Duell um die Tabellenspitze. Akribisch und umfassend. Trotz der eindeutigen Tabellensituation. Aus gutem Grund.

Relativ wild und athletisch hart

„Jeder Spieler“, sagt der Mimmenhauser Trainer, „erhält taktische Anweisungen, wie er sich auf den Gegner einzustellen hat.“ Und den hat Pampel als eine Mannschaft ausgemacht, die „relativ wild, teilweise athletisch hart spielt und technisch in einigen Belangen anfällig ist“. Das klingt ein wenig nach dem TSV Mühldorf? Pampel sieht Parallelen zum Kontrahenten des vergangenen Wochenendes. In Bayern war Mimmenhausen alles andere als wie ein Spitzenteam aufgetreten. Darauf „sollten wir es gegen Bliesen erst gar nicht ankommen lassen“, schlussfolgert der TSV-Coach.

Pampel und Cipollone spielen nicht

Obwohl die „Erste Sechs“ nicht auflaufen wird. Er selbst ist verletzt. Federico Cipollone (Knieprobleme und gerade eine Erkältung überstanden) spielt auch nicht. Aber die Männer von der Auswechselbank haben sich in dieser Saison ja schon bewährt. Mit Zuspieler Michael Diwersy wurde Hammelburg besiegt, Heiko Schlag sorgte während der Mühldorfer Turbulenzen für Stabilität und Benedikt Waldinger zeigte dort als Pampel-Ersatz eine lobenswerte Leistung.

Wenn alles nach Plan läuft

Der Gast am Sonntag hat zwar große Mittelblocker (Dave Hancock aus den USA, schon viermal Silber als MVP) und mit Aaron Neumann einen talentierten 18-jährigen Außenangreifer vom Frankfurter Volleyballinternat in seinen Reihen. Aber das Team von Burkhard Diesch, er ist übrigens auch Nationaltrainer von Island, wird dennoch nur zum Stolperstein, sollte der TSV noch einmal solch einen schlechten Tag wie in Mühldorf erwischen. Entsprechend vorbereitet will Mimmenhausen morgen Nachmittag dem Aufsteiger auf dem Spielfeld zeigen, dass der Abstand zwischen beiden Teams nicht nur auf dem Papier sehr groß ist. „Wenn alles nach Plan läuft“, wie Pampel hofft.