Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga: SV Allensbach – TV Aldekerk 27:27 (17:12). – Immer wieder schauten die Spielerinnen des SV Allensbach während des Aufwärmens rauf zu der großen Leinwand in der Riesenberghalle. Eine knappe Stunde vor dem Anpfiff der Partie gegen den TV Aldekerk wollten sie wissen, was die Konkurrenz so treibt.

Am Ende schlug der ESV Regensburg den MTV Heide mit 32:25, was bedeutete, dass diese beiden Kontrahenten mit 4:2 Punkten an der Tabellenspitze standen. Die Handballerinnen vom Bodensee durften nach der Niederlage in Heide zwei Wochen zuvor also nicht nochmals verlieren, wollten sie nicht schon früh unter Druck stehen.

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Die Gastgeberinnen waren sich der Bedeutung der Partie bewusst und starteten dementsprechend motiviert. In der aggressiven Abwehr wurde jede Aktion der starken Torhüterin Leonie Kuntz (8 Paraden vor der Pause), jeder Ballgewinn und jeder Block bejubelt wie ein wichtiger Sieg.

Und in der Offensive machte der SV Allensbach zunächst kaum Fehler, sodass es bei der frühen ersten Auszeit der Gäste (15.) bereits 9:7 stand.

Immer wieder trifft Nadja Greinert

Vor allem die rechte Allensbacher Angriffsseite bekam der West-Drittligameister der Saison 2019/20 nie in den Griff. Dort erzielten Kapitänin Nadja Greinert (8) und Julia von Kampen (4) zusammen zwölf der 17 SVA-Treffer im ersten Abschnitt.

„Im ersten Spiel hat man den Mädels die lange Wettkampfpause und die damit verbundene Nervosität angemerkt“, hatte der Allensbacher Vorstand Andreas Spiegel nach dem 25:30 in Heide noch gesagt.

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Gegen den TV Aldekerk, der seine Auftaktpartie gegen Regensburg mit 24:23 gewonnen hatte, präsentierte sich seine Mannschaft nun ganz anders. Das erste Heimspiel des SV Allensbach nach 202 Tagen Pause war ein ganz starkes – zumindest in den ersten 30 Minuten.

Die zweite Hälfte begann ähnlich wie die erste. Mit einem Tor von Greinert und einer Parade von Kuntz – die frühe Auszeit nahm nun allerdings SVA-Teamchef Oliver Lebherz. Er merkte schon jetzt, dass seine Mannschaft drohte, das Spiel aus den Händen zu geben. Plötzlich stand es nur noch 19:16.

Viele leichte Fehler im Angriff

Die Sorgenfalten auf der Allensbacher Bank waren zunächst wieder geglättet, als Greinert und die 18-jährige Marit Walz erst den alten Abstand wiederherstellten und ihn auf 22:16 (39.) ausbauten.

Je länger das Spiel aber dauerte, desto hektischer wurde es. Die leichten Fehler häuften sich bei den Allensbacherinnen. Die Führung schmolz auf zwei Tore, auf einen Treffer– und beim 23:23-Ausgleich zwölf Minuten vor Schluss hatte der SVA ein lange dominiertes Spiel in eine echte Zitterpartie verwandelt.

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Eines musste man den Gastgeberinnen lassen: Sie kämpften in der spannenden Schlussphase weiter, während nun auch die Gäste das Nervenflattern bekamen. Eine Minute vor Schluss war Allensbach beim Stand von 27:26 selbst in Ballbesitz und leistete sich bezeichnenderweise einen Fehlpass, der zum 27:27-Endstand führte.

Am Ende stand ein Punktverlust des Teams vom Bodensee, das die Begegnungen über weite Strecken beherrschte und trotz 15 Treffern von Nadja Greinert nicht gewinnen konnte. Nun wird es für den SV Allensbach richtig schwer im Aufstiegsrennen.

SV Allensbach: Arno, Kuntz, Leenen (Tor); Heieck, Mitreiter, Greinert (15/5), Walz (2), Bok (3), Gisa, Höppe, von Kampen (4), Epple (1), Rinkeviciute, Müller, Goudarzi, Ilciukaite (2). – Bes. Vork.: Rot (53.) für Gisa (SVA, drei Zeitstrafen).