Der SC Pfullendorf war in der vergangenen Spielzeit aus sportlicher Sicht ein ganz besonders Leidtragender der Corona-Pandemie. Die Linzgauer stellten eines der stärksten Teams, sie gehörten zu den heißesten Aufstiegsanwärtern in die Oberliga. Der Saisonabbruch spielte ihnen einen Streich. Nur allzu gerne würde der Sportclub einen zweiten Anlauf zum Sprung ins baden-württembergische Oberhaus nehmen.

Gewinnt doch der SC Pfullendorf im administrativen Bereich mit seinem neu gewählten Vorstandsteam unter Leitung von Karl Fritz wieder an mehr Standfestigkeit, erweist sich als wirtschaftlich stabil und ist aktuell schuldenfrei. Gleichwohl steht der Verein mehr im Umbruch, als ihm lieb sein dürfte. So brodelt es hartnäckig in der Gerüchteküche, dass Hauptsponsor Admiral sein finanzielles Engagement auf Sicht wohl reduzieren wird.

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Trainer Adnan Sijaric, der weiter die Kommandos von der Seitenlinie geben wird, ist zwar weiterhin ambitioniert, tabellarisch vorne mitmischen zu können. Doch der Offenburger FV, Kehl, Lahr, Bühlertal, Teningen und der sich gut verstärkende Nachbar FC Radolfzell dürften seiner Einschätzung gemäß im Favoritenkreis wohl die höheren Ansprüche stellen.

Zudem haben einige Qualitätsgaranten den SCP verlassen wie Spielmacher Alessandro Sautter und der als Abwehrfels in der Brandung stehende und torgefährliche Süleyman Karacan. Ob diese Verluste kompensiert werden können, ist die Frage. Der eine oder andere Neuzugang scheint vielversprechend zu sein.

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Der 19-jährige, aus Kroatien gekommene Luka Simunovic könnte in die zentrale Spielmacherrolle schlüpfen. Eine tragende Säule im Mittelfeld dürfte der 31-jährige bosnische Ex-Profi Senad Husic bilden, der früher für Zeljenicar Sarajevo und Celik Zenica kickte. Er zählt als Routinier mit Sebastian Willibald im Tor, Bartosz Broniszewski (Mittelfeld) und Silvio Battaglia (Sturm) zur Achse der Stabilität.

Entwicklungsfähig zeigt sich neben weiteren Perspektivspielern auch der defensivstarke Jan Konrad, der von der eigenen U21 kommt. Die Kaderplanung ist nicht abgeschlossen. Gesucht wird noch ein Mann fürs Abwehrgefüge.

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Adnan Sijaric spricht von einem „guten Gerüst“, das aber noch etwas Zeit bräuchte. Physisch sei seine Elf schon „gut in Schuss“. Doch mit der Charakterfestigkeit einiger Akteure scheint es zu hapern. Selbstgefällige Auftritte beim Regiocup während der Vorbereitung sowie das im höchsten Maße blamable Pokal-Aus beim Bezirksligisten FC Pfaffenweiler (0:3) sind eindeutige Belege dafür.

Es müssten wohl einige Köpfe gewaschen werden, damit der SCP zum Saisonauftakt beim SV Endingen am Samstag, 15.30 Uhr, „perfekt starten“ und „voll auf Sieg spielen“ kann, wie von Sijaric gefordert.