Seit Sonntag läuft die Ruder-Weltmeisterschaft im tschechischen Racice, bei der die deutschen Ruderasse die Scharte der Europameisterschaft in München vor wenigen Wochen auswetzen wollten. Dies galt auch für das Paradeboot, den Achter, in dem der Konstanzer Jasper Angl an Bord ist, der in München nur als Vierter ins Ziel kam und damit ohne Medaille blieb.

„Der Druck ist groß vor der WM, aber vor allem weil unsere Erwartungen an uns selbst sehr hoch sind. Ich spüre von außerhalb nicht unbedingt mehr Druck, aber da wir mit unserem Rennen in München an sich nicht zufrieden waren, wollen wir hier zeigen, dass wir mehr drauf haben“, sagte der Konstanzer Angl, der wie auch viele andere DRV-Athleten zuversichtlich nach Racice gefahren war.

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Doch dort gab es einen verpatzten WM-Start statt der erhofften Trendwende und es scheint eher so, als habe der Deutschland-Achter den Kontakt zur Weltspitze vorerst verloren. Das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) musste im Vorlauf der Titelkämpfe in Tschechien eine unerwartet deutliche Niederlage hinnehmen und verpasste als Vierter den direkten Finaleinzug.

Fünf Wochen nach dem enttäuschenden vierten Rang bei der Heim-EM in München scheint der Abstand zu den Topteams sogar noch angewachsen zu sein. Trainer Uwe Bender machte aus seinem Frust keinen Hehl: „Das hatte nichts mit dem zu tun, was die Jungs im Training zeigen. Kaum kommt der Wettkampf, ist plötzlich alles weg.“

Letzte Finalchance am Freitag

Jasper Angl hatte sich nach den letzten Trainingseindrücken vor der Weltmeisterschaft durchaus optimistisch gezeigt: „Wir haben keine kreativen Neuerungen gemacht, aber sind einfach durch vieles und hartes gemeinsames Training mehr zusammengeschweißt als zuvor.“ Auch mit seiner eigenen Form schien der Konstanzer zuletzt durchaus zufrieden gewesen.

Doch der große Rückstand im WM-Vorlauf am Dienstag auf Sieger Kanada von fast 13 Sekunden macht wenig Mut für den Hoffnungslauf, der am Freitag um 12.45 Uhr startet. Weil auch die weiteren Konkurrenten aus den Niederlanden und aus Australien um Bootslängen vor dem DRV-Team ins Ziel kamen, droht in Racice am Sonntag ein WM-Endlauf ohne den einstigen Medaillengaranten Deutschland-Achter.

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Nur bis zur 1000-Meter-Marke hielt der Olympia-Zweite von Tokio im Vorlauf mit, baute aber auf der zweiten Streckenhälfte kontinuierlich ab. „Als sie gemerkt haben, dass es gleich drei Gegner gab, kam kaum noch Gegenwehr“, klagte Bender, der seine Schützlinge nach zuletzt guten Trainingsleistungen eigentlich im Aufwind wähnte.

Die Erwartungen an den deutschen Achter als einstiger Medaillengarant sind zwar Jahr für Jahr hoch, allerdings geht aktuell die Zielsetzung über die WM hinaus. „Es ist auf jeden Fall ein langfristiges Projekt und wir sind noch am Anfang unseres Aufbaus Richtung Paris. Dennoch ist unser Ziel hier um die Medaillen zu fahren und ich denke, das können wir auch schaffen“, blickt Angl schon in Richtung der nächsten olympischen Spiele im Jahr 2024.