Handball, 3. Liga: HSG Konstanz – HBW Balingen-Weilstetten II (Freitag, 20 Uhr, Schänzlehalle). – Erster gegen Vierter, Derby, das nächste Spitzenspiel: Im Duell gegen HBW Balingen-Weilstetten II am Freitag, 20 Uhr, in der Schänzlehalle steckt jede Menge drin. Viele Verbindungen zwischen beiden Teams sorgen für zusätzliches Feuer.

Der tägliche Heimweg nach dem Training führt Jörg Lützelberger stets mit der Fähre über den Bodensee. Ein herrlicher Ausblick, für viele Touristen ein beliebtes Fotomotiv. Der Trainer der HSG Konstanz hat dafür jedoch keinen Blick. Ohne einen freundlichen Hinweis des Personals hätte er fast die Ausfahrt auf der anderen Seeseite verpasst. „So sehr war ich in das Videostudium von Balingen vertieft“, lacht der 36-Jährige. Gründliche Vorbereitung auf den nächsten schweren Brocken.

Duell mit Wiedersehen

Denn: Mit dem Tabellenvierten stellt sich das nächste Topteam am Schänzle vor, das zudem in Konstanz immer besonders motiviert ist. Derbyrivalität, viele Spieler, die die Seiten gewechselt haben wie Aron Czako und Fynn Beckmann zur HSG oder aber Patrick Volz zum HBW, führen zu heißen Duellen. Lediglich Fürstenfeldbruck und Pfullingen (30:31) musste sich die junge Mannschaft von BW-Coach Micha Thiemann beugen. Der sagt: „Wir freuen uns auf die volle Halle mit einer tollen Atmosphäre, für viele meiner Jungs ist das etwas ganz Besonderes.“

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Im letzten Spiel der Hinrunde ist es nach dem starken 38:32-Auswärtssieg in Fürstenfeldbruck das große Ziel der Konstanzer, auch den letzten Gegner der Staffel zu bezwingen und den elften Erfolg im elften Spiel zu feiern. Dafür wird allerdings erneut eine Topleistung nötig sein. Die HSG bekommt es, so Thiemann, mit einer „guten Mischung aus Balinger Eigengewächsen und Toptalenten aus der Region, punktuell ergänzt um Talente aus dem Ausland wie beispielsweise Filip Baranasic und Odirin Jerry“ zu tun. Dessen Team, das seit Jahren an der Spitze der 3. Liga mitmischt, ist zwar jung, verfügt aber zugleich über Bundesliga-Erfahrung.

Massenhaft Erfahrung beim Gegner

Einige Akteure kommen parallel in der ersten und zweiten Mannschaft zum Einsatz. Torwart Baranasic hat bei Bayer Dormagen in der 2. Bundesliga gespielt, Anführer und Kreisläufer Christoph Foth bringt mit 30 Jahren und 152 Spielen in der 1. sowie 42 Spielen in der 2. Bundesliga eine enorme Erfahrung auf höchstem Niveau mit. Elias Huber kann sechs Erstliga-Einsätze vorweisen, Kreisläufer Tobias Heinzelmann gehört regelmäßig zum Stammpersonal in der ersten Liga und schließlich kommt auch noch der gebürtige Konstanzer Patrick Volz zurück, der inzwischen siebenmal in der 1. Bundesliga eingesetzt wurde.

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Optimistisch stimmt Lützelberger, dass es mit Anpassungen in der zweiten Halbzeit zuletzt in Fürstenfeldbrück erneut gelungen war, ein Spiel zu drehen und zu dominieren. „Die Frage war, ob es schon in unserer DNA ist, die Lücken zu schließen und Ausfälle wegzustecken“, sagt der HSG-Coach. „Beides wurde mit Ja beantwortet.“ Gerade David Knezevic spielte sich mit sechs Treffern, einem Ballgewinn und tollen Pässen heiß. Im Kollektiv waren die Konstanzer stärker als die Südbayern.

Ähnlich stark schätzt Lützelberger die Erstliga-Reserve aus Balingen ein. Viel Ehrgeiz, jugendlichen Elan und hohes Tempo spricht er ihr zu. „Ich erwarte ein sehr attraktives Spiel für die Zuschauer“, erklärt er mit Blick auf das eigene hohe Tempo, „dazu kommt der Derbyaspekt. Das sind gute Voraussetzungen für ein rassiges Handballspiel.“ Dafür spricht, dass der Balinger Rückraum „die Hand am Drücker“ habe, wie er verrät und oft den Abschluss sucht. Das letzte Heimspiel der Hinrunde markiert für den ehemaligen Bundesligaprofi eine wichtige Etappe. „Wir wollen diese selbstbewusst und erfolgreich abschließen, wissen aber, dass davor noch ein echter Gradmesser steht.“