Die besten Tischtennisspieler der Region spielen für den TTC Singen. Oder für den TTC Mühlhausen. Seit Jahren dominieren die beiden Hegau-Clubs im Bezirk das Geschehen. Zuletzt waren die Singener das Aushängeschild in der Regionalliga. Nach dem verpassten Klassenerhalt haben allerdings gleich vier Spieler den Club verlassen, weshalb der Verein auf das Startrecht in der Oberliga verzichtete und stattdessen in der Badenliga einen Neuanfang wagt. In jener Spielklasse, in der auch der TTC Mühlhausen agiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Derbys stehen also an, das erste bereits an diesem Wochenende. Doch während beim letzten Aufeinandertreffen vor sechs Jahren jeweils 400 Zuschauer die Partien verfolgten, wird die Kulisse in der Eugen-Schädler-Halle am Sonntag, 14 Uhr, wohl wesentlich kleiner ausfallen. „Wir haben ein Hygiene-Konzept erarbeitet und hoffen schon auf viele Zuschauer“, freut sich Georg Winkler auf den Saisonauftakt seines TTC Mühlhausen, der von vielen Experten als Topfavorit auf den Titelgewinn gesehen wird.

Routinier Georg Winkler vom TTC Mühlhausen hofft, dass seine Mitspieler möglichst ohne Verletzungen durch die Saison kommen. Als größten Gegner im Titelkampf sieht er die Spvgg Ottenau, sofern die ihre Spiele in Bestbesetzung wird bestreiten können.
Routinier Georg Winkler vom TTC Mühlhausen hofft, dass seine Mitspieler möglichst ohne Verletzungen durch die Saison kommen. Als größten Gegner im Titelkampf sieht er die Spvgg Ottenau, sofern die ihre Spiele in Bestbesetzung wird bestreiten können. | Bild: Daniel Koch

Mit Damian Zech vom TTC Kist konnte ein Neuzugang gewonnen werden, der bei jedem anderen Verein wahrscheinlich an Position eins oder zwei spielen würde. Nicht aber in Mühlhausen, das ausgerechnet den Spitzenspieler des TTC Singen für sich gewinnen konnte. Adam Robertson dürfte in der Badenliga von kaum einem Gegner zu bezwingen sein. „Wir freuen uns auf das Duell und das Wiedersehen“, sagt Stefan Goldberg vom TTC Singen und erklärt, dass Robertson nicht im Groll ging.

Das könnte Sie auch interessieren

„Es gab keine Probleme. Nach dem Abstieg haben wir uns strategisch neu aufgestellt. Adam hat sich dann dem TTC Mühlhausen angeschlossen, ist aber immer noch Jugendtrainer bei uns“, so Goldberg. Da auch Roman Rosenberg, Jan-Philip Dannegger und Rolf-Dieter Loss den Club verließen, bildeten nun Kai Moosmann, Niko Vasdaris, Stefan Goldberg, Philip Dannegger, Christoph Wiemer und Stefan Klemens die Singener Mannschaft. Da Letzterer aber aktuell im Ausland weilt, rotieren sich abwechselnd Frank Schädler, Martin Mehne oder Nico Rivizzigno aus der Singener Verbandsligareserve in das Team, welches am Wochenende bereits sein erstes Spiel absolvierte und dabei eine unglückliche 7:9-Niederlage gegen den TTC Mutschelbach einstecken musste.

Stefan Goldberg hat mit dem TTC Singen den Klassenerhalt im Blick. Zwei Teams steigen in dieser Saison ab, kommende Spielzeit werden die Klassen nach der Fusion der Verbände Südbaden und Württemberg neu zusammengestellt. Aus der Badenliga wird dann die Verbandsoberliga Süd und Nord.
Stefan Goldberg hat mit dem TTC Singen den Klassenerhalt im Blick. Zwei Teams steigen in dieser Saison ab, kommende Spielzeit werden die Klassen nach der Fusion der Verbände Südbaden und Württemberg neu zusammengestellt. Aus der Badenliga wird dann die Verbandsoberliga Süd und Nord. | Bild: Peter Pisa

Die Anzahl der Niederlagen, die dem TTC Mühlhausen drohen, dürfte dagegen überschaubar sein. Immerhin rutschte Georg Winkler, gefühlt seit Jahrzehnten Spitzenspieler in Mühlhausen, auf Position vier. „Das Alter“, erklärt der 54-Jährige auf Nachfrage und muss selber lachen. „Nein, ernsthaft, das ist schon in Ordnung so, ich habe damit kein Problem.“ Robertson, Milan Papcun und Zech bilden das Spitzentrio, die beiden hinteren Positionen werden von den jungen Len Raake und Sebastian Welz besetzt. Die Titelambitionen streitet Winkler nicht ab, ganz Sportsmann gibt er sich aber zurückhaltend. „Es kann immer viel passieren, alle müssen gesund bleiben, wir schauen erst mal von Spiel zu Spiel.“

Das könnte Sie auch interessieren

Pessimistischer sieht Goldberg die Ausgangslage – nicht nur unter sportlichen Gesichtspunkten. „Ich glaube nicht, dass diese Saison regulär zu Ende gespielt werden kann.“ Er befürchtet, dass Corona für einen Abbruch sorgen wird. „Es gibt einfach zu viele Risiken“, so Goldberg. „Spieler mit Erkältungssymptomen dürfen die Halle nicht betreten, das allein dürfte schon für Diskussionen sorgen.“ Sollten Spiele wegen Quarantänefällen verlegt werden müssen, gebe es bei vielen Clubs kaum Ausweichtermine. Und sobald ein Club von seiner Gemeinde die Auflage bekommen sollte, auf die Austragung von Doppelspielen zu verzichten, muss die gesamte Liga nachziehen. Zwar sieht Winkler die Ausgangslage etwas optimistischer, entscheidend sei aber, dass sich alle an die Vorgaben halten. „Getrennte Eingänge, Nase-Mund-Schutz bis zum Platz, anderthalb Meter Abstand auf der Tribüne, Desinfizieren von Spielgeräten und vieles mehr – da ist einiges zu beachten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Es wird also ein etwas anderes Derby werden. Und ob das Rückspiel stattfinden wird, ist auch ungewiss. Um so mehr wolle man von Spiel zu Spiel sehen. Und jede einzelne Partie genießen.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €