SBFV-Pokalfinale 2019/20: 1. FC Rielasingen-Arlen – SV Oberachern (Samstag, 14.45 Uhr, Schwarzwald-Stadion Freiburg). – Als Ende Mai 2019 der FC 08 Villingen in der Pfullendorfer Geberit-Arena das südbadische Finale gegen den 1. FC Rielasingen-Arlen mit 3:1 gewann, bejubelten in den Reihen der Schwarzwälder auch Daniel Wehrle und Gianluca Serpa den Pokalsieg.

Wenig später war in der Saison 2019/20 mit einem 0:4 beim SC Lahr im Achtelfinale der Traum der Titelverteidigung für den Rekord-Pokalgewinner aus Villingen beendet – zunächst auch für Serpa und Wehrle.

Volkan Bak vom FC 08 Villingen (links) und Pascal Rasmus (1. FC Rielasingen-Arlen) nach dem SBFV-Pokalfinale 2019.
Volkan Bak vom FC 08 Villingen (links) und Pascal Rasmus (1. FC Rielasingen-Arlen) nach dem SBFV-Pokalfinale 2019. | Bild: Fischer, Eugen

Zur Saison 2020/21 wechselten die beiden zum Ligarivalen 1. FC Rielasingen-Arlen. Und da sie nun für den Oberligisten aus dem Hegau spielberechtigt sind, haben Wehrle und Serpa eine zweite Chance, den Pokal erneut hochheben zu dürfen, dessen Sieger wegen Corona erst jetzt ermittelt wird.

Bei Wehrle wäre dies nach 2016 und 2019 sogar der dritte südbadische Pokalsieg seiner Karriere. Lediglich im Jahr 2018 musste er mit dem FC 08 Villingen eine 1:2-Finalniederlage gegen den SV Linx hinnehmen.

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Es mag eine kleine Genugtuung sein für den 26-Jährigen, dass sich diese Chance bietet, denn nach acht Jahren und 133 Oberligaspielen für die Nullachter war der Vertrag des defensiven Mittelfeldspielers nicht verlängert worden, sodass es zum Wechsel nach Rielasingen kam.

Gemeinsam mit dem weiteren Ex-Villinger Innenverteidiger Daniel Niedermann, der schon in der Winterpause gekommen war, und dem immer stärker werdenden Ivo Colic gibt Wehrle der Elf von Trainer Michael Schilling, das zeigten die ersten Einsätze, deutlich mehr Stabilität in der Defensive.

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Dies wird nicht nur im Pokalfinale, sondern auch in der anstehenden Runde wichtig sein. Da wichtige Offensivkräfte wie Nedzad Plavci, Silvio Battaglia und Christian Mauersberger verabschiedet wurden, sollte hinten öfter die „Null stehen“, um punkten zu können. Immerhin: Beim Finale im Freiburger Schwarzwald-Stadion ist Mauersberger noch einmal mit von der Partie.

„Gianluca und ich haben im Vorjahr gegen Rielasingen gewonnen, jetzt wollen wir mit Rielasingen gewinnen“, setzt Wehrle auf einen Sieg am Samstag und freut sich schon auf eine Rückkehr ins Freiburger Bundesliga-Stadion: „Ich habe schon einmal im Schwarzwald-Stadion spielen dürfen – 2016 im DFB-Pokal gegen Schalke 04. Das ist für alle ein Erlebnis, dort zu spielen.“

Gianluca Serpa (links, hier noch im Dress des FC 08 Villingen) 2016 im DFB-Pokal gegen den FC Schalke 04 (Mitte Abdul Rahman Baba).
Gianluca Serpa (links, hier noch im Dress des FC 08 Villingen) 2016 im DFB-Pokal gegen den FC Schalke 04 (Mitte Abdul Rahman Baba). | Bild: Hahne, Joachim

Auch beim 1. FC Rielasingen-Arlen erinnert man sich gerne an das Stadion im Breisgau. Vor etwa 20 000 Zuschauern gab es 2017 zwar in der ersten DFB-Pokalrunde eine 1:4-Niederlage, aber das Pflichtspiel gegen Borussia Dortmund war für Rielasinger Spieler und Fans ein Fußballfeiertag.

Nun werden die Ränge nahezu leer bleiben. Für Wehrle kein Problem: „Man muss das einfach so annehmen und froh sein, dass der Ball überhaupt rollt!“

Der 1. FC Rielasingen-Arlen (links Moritz Strauß, rechts Benjamin Winterhalder) 2017 im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund (Pierre-Emerick Aubameyang).
Der 1. FC Rielasingen-Arlen (links Moritz Strauß, rechts Benjamin Winterhalder) 2017 im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund (Pierre-Emerick Aubameyang). | Bild: Peter Pisa

Das vierte Pokalfinale für Wehrle ist immerhin das dritte für den 1. FC Rielasingen-Arlen. Torhüter Dennis Klose, Christoph Matt und Pascal Rasmus waren bereits 2017 mit von der Partie. Der SV Oberachern steht nach 2016 zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte im Endspiel und verlor damals mit 3:5 gegen Wehrle & Co., obwohl man Mitte der zweiten Hälfte noch mit 3:2 geführt hatte.

Ein Hoffnungsschimmer für SVO-Trainer Mark Lerandy, der einst in der Regionalliga für den SC Pfullendorf spielte: 2016 sorgte Nedzad Plavci, damals für Villingen stürmend, mit drei Treffern für die Wende. Der Stürmer jedoch hat sich vor Kurzem in Rielasingen verabschiedet.

Beim Finale live dabei

Zwar dürfen wegen der Corona-Auflagen lediglich etwa 450 Fans ins 24 000 Zuschauer fassende Schwarzwald-Stadion, doch in Ausschnitten wird das südbadische Finale in der ARD-Live-Konferenz übertragen.

Wer sich ganz auf das südbadische Endspiel konzentrieren möchte, der kann dies auf dem Youtube-Kanal des SBFV tun.

„Die Mannschaft ist extrem fokussiert“

Michael Schilling, Trainer des 1. FC Rielasingen-Arlen, spricht über das anstehende SBFV-Pokalfinale gegen den SV Oberachern

Merkt man im Trainingsalltag schon eine besondere Anspannung?

Eine besondere Anspannung merke ich nicht. Es wird bei uns wie vor jedem Spiel konzentriert und hart gearbeitet.

Wie ist die personelle Lage im Kader, gibt es Verletzte?

Aktuell fällt nur der am Fußgelenk operierte Tobias Bertsch aus. Alle anderen sind fit und freuen sich auf das Finale.

Was für eine Ausrichtung erwarten Sie vom Gegner, welche Stärken und Schwächen hat er?

Wir wissen, dass der SV Oberachern eine starke Mannschaft hat, jedoch sind wir gut vorbereitet und fahren, nach zuletzt überzeugenden Leistungen, mit viel Selbstvertrauen nach Freiburg.

Das Endspiel wird ein Saisonhöhepunkt in einem fast leeren Stadion...

Wir freuen uns, dass wir es ins Finale geschafft haben, und diesmal wollen wir es gewinnen. In der letzten Saison gegen Villingen hat es nicht gereicht, aber diesmal wollen wir den Pokalsieg unbedingt. Die Mannschaft ist extrem fokussiert.

Nach der Finalniederlage im Vorjahr holt der 1. FC Rielasingen-Arlen den südbadischen Pokal, weil...

...wir es mehr wollen!

Fragen: Jürgen Rössler