Handball, 2. Bundesliga: HSG Konstanz – TuS Ferndorf (Sonntag, 17 Uhr, Schänzle-Sporthalle). – War die Form der HSG vor der dreieinhalbwöchigen Zwangspause noch sehr gut, so hängen die Konstanzer dieser nun deutlich hinterher. Es scheint, als sei die Pause Gift gewesen, in der man sich auf Spiele, die kurzfristig nicht stattfanden, vorbereiten musste, anstatt gezielt an den Defiziten und der individuellen Entwicklung arbeiten zu können.

Das könnte Sie auch interessieren

Ein leuchtendes Beispiel, wie man mit fehlendem Rhythmus und gar fast komplett eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten umgehen kann, ist Ferndorf. Zweimal wurde die gesamte Mannschaft vom örtlichen Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt, obwohl nur ein Spieler positiv getestet worden war.

„Es wird eine schwierige, komische, keine normale Saison“, sagte Trainer Robert Andersson. „Wir verstehen alle die Situation der Pandemie und die Gesundheit geht vor. Dennoch wurden wir benachteiligt und leiden unter dieser Wettbewerbsverzerrung der langen, doppelten Quarantäne für den kompletten Kader. Das tut uns sehr weh.“

Das könnte Sie auch interessieren

Seine Mannschaft zeigte sich trotz aller Widrigkeiten bereits nach wenigen Tagen der Rückkehr in den normalen Trainingsalltag bemerkenswert stark und bezwang den Titelkandidaten Hamm souverän mit 27:21. Für HSG-Coach Daniel Eblen ist Ferndorf eine „richtig gute Mannschaft mit sehr gefährlichen Halbspielern.“ Insbesondere Jonas Faulenbach, der erstligaerfahrene Patrick Weber und Andreas Bornemann sorgen für viel Wurfkraft aus der Distanz. Ein interessanter Mann ist zudem Neuzugang Torben Matzken, der auf Mitte die Fäden zieht und mit 20 Jahren zwar jüngster, mit 19 Treffern aber zugleich bester Torschütze im Kader ist. Die Karriere des Neuzugangs von den Füchsen Berlin ist bereits weiter geplant: In der nächsten Saison geht es weiter zum Schweizer Serienmeister Kadetten Schaffhausen. Für Linksaußen kam mit Lucas Pechny der Toptorschütze der ersten slowakischen Liga und vom kroatischen Abonnementmeister und Champions-League-Starter Zagreb Rechtsaußen Josip Eres zu den Siegerländern.

Das könnte Sie auch interessieren

„30 technische Fehler in den beiden letzten Spielen zusammen sind zu viel. Damit gewinnt man kein Spiel“, betont Daniel Eblen und erhofft sich mehr Zug zum Tor und Überzeugung in den Aktionen. Zuschauer sind weiter nicht zugelassen, das macht dem Verein nicht nur finanziell, sondern der sehr jungen Mannschaft auch emotional schwer zu schaffen. „Damit müssen wir umgehen. Das hat weniger konkret mit Handball zu tun“, spielt Eblen auf die derzeit schwierigen Umstände an. „Es ist nichts mehr planbar.“

Zumindest eins steht fest: Am 27. November wird kein drittes Geisterspiel in Folge in der Schänzle-Sporthalle gegen Aue stattfinden. Grund ist die weiter andauernde Quarantäne des EHV Aue. Die Partie gegen Ferndorf wird ab 16.40 Uhr im kostenlosen Livestream auf www.hsgkonstanz.de/livestream mit zwei Kameraperspektiven, zwei Kommentatoren sowie Vor- und Nachberichterstattung übertragen.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €