Volleyball, 2. Bundesliga: Blue Volleys Gotha – TSV Mimmenhausen (Samstag, 19 Uhr, Ernestinersporthalle). – Fünf Jahre ist Christian Pampel nun schon Trainer des Zweitligisten. Ausreichend Zeit also, sollte man meinen, für den ehemaligen Weltklasse-Diagonalangreifer, so ziemlich alle Erfahrungen als Trainer gemacht zu haben. Eine neue Mannschaft erst einmal kennen zu lernen, völlig normal, Alltag eines jeden Trainers. Aber über eine alteingesessene nicht wirklich Bescheid zu wissen, eher nicht.

„Gotha ist für mich eine neue Mannschaft“, verdeutlicht der Spielertrainer das Problem in der Vorbereitung auf die drittletzte Partie 2022. Die Blue Volleys spielen doch schon eine gefühlte Ewigkeit in der zweiten Liga, eine bekannte Größe also. Da dürfte es doch eine der leichtesten Übungen sein, sich gründlich auf das Match vorzubereiten? Erkenntnisse aus der Vorsaison, zum Beispiel, sind da von nicht geringem Nutzen. Auf der anderen Seite: Ist eine bis ins Detail gehenden Vorbereitung überhaupt notwendig?

Gotha hinterlässt bisher dem Tabellenplatz nach einen eher nicht ernst zu nehmenden Eindruck. Zehnter, stark abstiegsgefährdet ist der Sechste der vergangenen Saison. So gesehen also keine hohe Hürde für den Vizemeister. Wäre da nicht dieser nachdenklich machende Fakt: Die Blue Volleys haben, abgesehen von den Duellen mit den Topteams Karlsruhe und Freiburg, bisher in jedem Spiel gepunktet! Also auf was bereiten sich Kapitän Federico Cipollone und seine Spieler konkret vor, „wenn wir den Gegner nicht kennen“?

Intensiveres Videostudium als sonst ist angesagt. „Da werde ich mir mehr als nur ein Video anschauen“, sagt Pampel. Aber welche? Gotha scheint noch nicht zur Konstanz gefunden zu haben, obwohl die Saison ja schon ein paar Wochen läuft. Mit ein Grund ist: Die Thüringer haben einen ansehnlichen Umbruch zu bewältigen. Die sieben Abgänge werden von fünf neuen Mannschaftskollegen ersetzt. Darunter Spieler aus den USA, Kanada und Polen.

Der Kanadier Matthew Bowers verdiente zuletzt sein Geld als Außenangreifer in Norwegen (Tromsö) und Dänemark (Aarhus) und hat sich hat sich bei den Blue Volleys schon zwei Gold- und zwei Silbermedaillen erschmettert. Auf den Außenbahnen in Luxemburg war der Pole Antoni Piotrowski zuletzt aktiv, zuvor stand er unter anderem beim polnischen Topklub Belchatov im Kader. Spencer Elija Fredrick ist Diagonalangreifer, kommt aus Kalifornien und spielte dort unter anderem für UC Santa Barbara Gauchos, ein Uni-Team. Der vierte erwähnenswerte Gothaer Neuzugang ist kein Unbekannter. Zuspieler Hannes Krochmann kommt vom Ligakonkurrenten Hammelburg.

Einzelteile, die Christian Pampel auf Samstag hin zu einem vollständigen Puzzle zusammensetzen muss. „Damit wir das Echo auf unsere Aktionen kennen“, sagt er. Nur eines ist ihm jetzt schon klar: „Die Blue Volleys Gotha sind stärker als ihr derzeitiger Tabellenplatz.“