1. FC Rielasingen-Arlen – Holstein Kiel 1:7 (1:5). Die Heimspiele im DFB-Pokal, sie sind immer mit großem Aufwand verbunden für den 1. FC Rielasingen-Arlen. Vor drei Jahren zog die Mannschaft aus dem Hegau das große Los – und ins Freiburger Schwarzwald-Stadion um, wo 25.000 begeisterten Fans die Partie gegen Borussia Dortmund verfolgten. Damals war die Talwiese zu klein, in dieser Saison wurde das Heimrecht getauscht, um die Corona-Bestimmungen erfüllen zu können.

Traumstart für Rielasingen nach wenigen Sekunden

Die aktuelle Erstrunden-Begegnung fand deshalb ganz weit im hohen Norden statt, im Stadion von Holstein Kiel. 900 Kilometer entfernt von der Heimat – viel mehr geht nicht in Deutschland. Und viel besser hätte das kuriose „Heimspiel“ an der dänischen Grenze für das Team von der Schweizer Grenze nicht beginnen können. Vor mit 500 Zuschauern ausverkauften Rängen waren keine zwei Minuten gespielt, als der Oberligist zur ersten Ecke kam. Niedermann verlängerte per Kopf, und Rasmus hielt den Fuß hin. 1:0.

Da hatten sie noch Grund zum Feiern: Die Rielasinger jubeln nach dem Tor zum 1:0 durch Pascal Rasmus.
Da hatten sie noch Grund zum Feiern: Die Rielasinger jubeln nach dem Tor zum 1:0 durch Pascal Rasmus. | Bild: Frank Molter, dpa

Die Hausherren feierten, beflügelt von der guten Ostseeluft, im fremden Rund einen Blitzstart und die frühe Führung. Das sollte es dann aber schon gewesen sein mit dem Spaß in Schleswig-Holstein. Fortan spielten nur noch die Kieler. In der 15. Minute gab es wieder einen Eckball, dieses Mal auf der anderen Seite. Mühling flankte auf Wahl, der sprang im Duell der Kapitäne höher als Rielasingens Niedermann und erzielte per Kopf den Ausgleich.

Video: Werner Spang

Der Zweitligist machte Druck, und aus Sicht des Oberligisten fielen die Gegentore nun fast im Fünf-Minuten-Takt. In der 19. Minute parierte FC-Torhüter Klose einen Schuss von Meffert, doch Serra staubte zum 1:2 ab.

Rielasingen-Arlen gegen Kiel ohne Chancen

Drei Minuten darauf wieder eine Ecke von links. Die Kieler spielten Billard mit dem Kopf im Strafraum. Am Ende konnte Lee die Stirn nicht mehr wegziehen – und es stand 1:3. Die wenigen Kieler Fans im Stadion skandierten noch „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, als sie von Lees 1:4 (24.) per Kopf unterbrochen wurden. Der 1. FC Rielasingen-Arlen versuchte weiter, mutig mitzuspielen und lief so ins offene Messer. Nach dem 1:5 (29.) des Kieler Rückkehrers Bartels konnten einem Klose und die Abwehr der Hegauer leidtun.

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Der Oberligist war jetzt völlig verunsichert und konnte dem Druck kaum standhalten. Der Drei-Klassen-Unterschied war deutlich sichtbar. Kiel hatte auch in der Defensive alles im Griff, sodass die wenigen Angriffe der Rielasinger wirkungslos verpufften. Im Gegenteil. Almeida bei einem Konter und Klose kurz vor der Pause mussten Schlimmeres verhindern.

Video: Werner Spang

Auch im zweiten Abschnitt spielten nur noch die Kieler. Sie taten nicht mehr als nötig, die tapferen Rielasinger wehrten sich mit einem massiven Abwehrbollwerk nach Kräften, die allerdings immer mehr schwanden. Der eingewechselte Porath machte in der 63. Minute mit dem 1:6 das halbe Dutzend voll, und Reese erzielte das Tor zum 1:7-Endstand (86.).

Rielasingen-Arlens Pascal Rasmus (M) reagiert enttäuscht nach dem Tor zum 1:6.
Rielasingen-Arlens Pascal Rasmus (M) reagiert enttäuscht nach dem Tor zum 1:6. | Bild: Frank Molter, dpa

Noch in der Nacht zum Montag machte sich der 1. FC Rielasingen-Arlen auf den langen Nachhauseweg. Wieder lagen 900 Kilometer zwischen Heimspiel und Heimat. So groß war in etwa auch der Unterschied zwischen den beiden Mannschaften in diesem Erstrundenspiel des DFB-Pokals.

Video: Werner Spang

1. FC Rielasingen-Arlen: Klose; Rasmus, Almeida, Niedermann, Serpa; Wehrle (46. Berger), Bruno; Colic (66. Spindler); Tomizawa (55. Gugliemelli), Moreno Fell (46. Budic), Wellhäuser (66. Schmidtke). – Tore: 1:0 (3.) Rasmus, 1:1 (15.) Wahl, 1:2 (19.) Serra, 1:3 (22.) Lee, 1:4 (24.) Lee, 1:5 (29.) Bartels, 1:6 (63.) Porath, 1:7 (86.) Reese. – SR: Günsch (Marburg). – Z: 500.

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