2. Bundesliga: HSG Konstanz – TuS Fürstenfeldbruck 29:33 (15:11). – Andre Melchert konnte gar nicht mehr hinsehen beim letzten Angriff der HSG Konstanz. Der Sportliche Leiter des Handball-Zweitligisten vom Bodensee schlug die Hände vors Gesicht.

Er wusste da längst: Das war‘s. Eine Heimniederlage gegen das Schlusslicht TuS Fürstenfeldbruck nach einem unerklärlichen Einbruch nach einer souveränen und starken ersten Hälfte der Hausherren. „Wir haben verdient verloren“, sagte Trainer Daniel Eblen, dessen Team zwei völlig unterschiedliche Gesichter gezeigt hatte.

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In der ersten Hälfte zeigten sich die Konstanzer nicht von ihrer besten, aber von einer sehr guten Seite. Die HSG knüpfte an die starke Leistung vom Sieg gegen den VfL Lübeck-Schwartau an. Souverän, taktisch flexibel. In der In der Defensive wechselte Eblen zwischen einem 6:0 und einer 3:2:1-Deckung, was dem TuS schwer zu schaffen machte und sich in nur elf Gegentreffern zur Pause widerspiegelte.

Im Angriff taten sich die Gastgeber wie im Hinspiel schwer gegen die offensive Deckung der Bayern. Jedes Tor bedeutete richtig harte Arbeit für die Mannschaft von Daniel Eblen. „Uns hat die Beweglichkeit gegen die offensive Abwehr gefehlt“, sagte der HSG-Trainer, der daher schön früh in der Begegnung umstellte.

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Nach einer Viertelstunde kam beim Stand von 5:6 der zuletzt lange verletzte HSG-Kapitän Tom Wolf in die Partie. Für den einen Wolf, Torhüter Maximilian, wurde immer wieder der andere, Tom, in der Offensive als siebter Feldspieler eingewechselt. Und diese Variante brachte schnell Erfolg.

Die Gastgeber übernahmen die Spielkontrolle und gingen wieder in Führung. Als sie eine 15:11-Führung mit in die Pause nahmen, befürchtete wohl nicht einmal der pessimistischste Schwarzseher noch eine Niederlage.

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Doch mit Beginn des zweiten Abschnitts zeigte die HSG Konstanz ihr anderes Gesicht. Nervös im Angriff und harmlos in der Abwehr. Was in der ersten Hälfte gut funktioniert hatte, ging nun komplett nach hinten los. Immer wieder profitierte Fürstenfeldbruck von den Konstanzer Fehlern.

Während die HSG vorne weiter hart arbeiten musste, traf der TuS reihenweise ins verwaiste Tor. Selbst mit einem Keeper zwischen den Pfosten machten es die Konstanzer dem TuS viel zu leicht. Vier Paraden standen auf HSG-Seite in der Bilanz, deren zwölf durfte der Fürstenfeldbrucker Torhüter Korbinian Lex feiern.

22 Gegentore nach der Pause

„In der zweiten Halbzeit sind wir nicht mehr gut gestanden in der Abwehr“, gab Eblen zu. 22 Gegentreffer nach der Pause sprechen Bände. 15 Minuten vor dem Abpfiff übernahm das Schlusslicht die Führung (24:25), während die Hausherren einfach weitermachten mit ihrem riskanten Sieben-Mann-Spiel. Die Gäste mussten kaum mehr ihre Hälfte verlassen, um den Vorsprung auszubauen.

„Wir haben nach dem schweren Spiel unter der Woche gerade so noch eine Mannschaft zusammen bekommen“, sagte Daniel Eblen. Top-Torjäger Tom Wolf, der nach seiner langen Pause offensichtlich noch nicht wieder bei hundert Prozent ist, sei nach Absprache nur als siebter Feldspieler eingesetzt worden.

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„Vielleicht haben wir ihm gleich wieder zu viel Bälle gegeben“, sagte der Konstanzer Trainer, der die Angriffstaktik auch nach der Pause verteidigte. „Ich glaube nicht, dass sich mit einer Umstellung was geändert hätte. Wir sind ja nur ins Spiel gekommen, weil wir den siebten Feldspieler hatten“, sagte Eblen, der in der Schlussphase von der Bank mitansehen musste, wie der Rückstand seines Teams immer größer wurde.

Am Ende feierte Fürstenfeldbruck singend und tanzend einen in dieser Höhe wohl nicht mehr für möglich geglaubten 33:29-Auswärtssieg in der Schänzlehalle. Und die HSG Konstanz hat eine gute Chance vergeben, sich ein wenig Luft im Abstiegskampf zu verschaffen.

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Die nächsten beiden Aufgaben beim Tabellenneunten TV Großwallstadt und gegen den ASV Hamm-Westfalen werden nicht einfacher.

Konstanz: M. Wolf, Haßferter (Tor); Stotz (1), Schlaich (4), Czako (5), Hild (4), T. Wolf (3/3), Dangers (1), Krüger, Fehrenbach, Beckmann, Braun (5), Bornhauser (6), Volz, Schramm, Knezevic.