Laufsport: Unter den Ultra- und Trailläufern gehört der „Grand Trail des Témpliers“ zu den absoluten Klassikern. Kein Wunder, dass sich am vergangenen Sonntagmorgen um 5.15 Uhr etwa 2000 Läufer auf die Strecke begaben. Bei Dunkelheit war allein der Start schon beeindruckend, da die Läuferinnen und Läufer mit Stirnlampe starteten. Wegen des hohen Stellenwertes des Laufes war die Konkurrenz extrem stark besetzt. Mit dabei waren auch auf Einladung zehn internationale Top-Läufer. Zudem zählte das Rennen für die Franzosen zur Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Thailand im kommenden Jahr.

Die Strecke führte über 80,9 Kilometer und mehr als 3600 Höhenmeter. Sie verlief durch steile Täler und teilweise über ein Hochplateau, sodass es phasenweise technisch sehr anspruchsvoll war. Benedikt Hoffmann ging das Rennen zunächst verhalten an. „Das war eine gute Entscheidung“, sagte der Wahlwieser nach dem Zieleinlauf. „Vor allem der erste steile Downhill im Dunkeln war für mich äußerst schwierig.“

Als es dann hell wurde, lief es immer besser. „Ab Kilometer 40 ging es bis ins Ziel technisch richtig zur Sache“, erzählte Benedikt Hoffmann. „Vor allem der letzte Teil der Strecke wurde noch einmal extrem schwierig, was den reinen Trailläufern natürlich entgegengekommen ist.“ Dennoch schlug sich der Deutsche auch in diesem Teil erstaunlich gut und überholte einige Teilnehmer, sodass er doch noch als Neunter unter die besten zehn kam.

Der mehrfache Weltmeister Robbie Simpson wurde dagegen zwei Plätze hinter Hoffmann nur Siebter. Gewonnen hat der Brite Jonathan Albon mit einem Vorsprung von sieben Minuten vor dem Franzosen Sébastien Spehler. Benedikt Hoffmann war mit Abstand bester Deutscher.

„Ich bin mit dem neunten Platz zufrieden, auch wenn ich gerne unter die besten fünf gelaufen wäre“, bilanzierte Hoffmann. „Da der Lauf zu den absoluten Top-Rennen in Europa zählt, war er auch dementsprechend besetzt.“ Nun freut er sich auf die Winterpause, denn der Lauf habe „extrem viel Kraft gekostet“. Jetzt sei erst einmal Erholung angesagt. „Mein Körper schreit regelrecht nach Ruhe“, sagte er mit einem Schmunzeln und kann damit auf ein äußerst erfolgreiches Jahr 2021 mit zahlreichen Laufsiegen und einem WM-Titel im Berglauf zurückblicken. Als nächstes großes Ziel möchte er sich intensiv auf die WM im Februar nächsten Jahres in Thailand vorbereiten.