Fußball-Oberliga: Turbulente Jahre liegen hinter dem 1. FC Rielasingen-Arlen. Vor zehn Jahren der Aufstieg aus der Bezirks- in die Landesliga, dann der südbadische Pokalsieg im Jahr 2017, anschließend das Hammerlos im DFB-Pokal, mit Borussia Dortmund als Gegner, der sich natürlich beim 0:4 in Freiburg als übermächtig erwies. 2019 folgten der Aufstieg in die Oberliga, eine Saison unter Pandemie-Bedingungen, der Abbruch in der Oberliga, aber dann die späte Fortsetzung im Pokal, der erneute Pokalsieg mit folgendem DFB-Pokal-Match in Kiel (0:7), der Start in die zweite Oberligasaison, wieder ein Abbruch in der Liga und erneut eine Hängepartie im Pokal mit dramatischen K.o. nach Elfmeterschießen beim FC 08 Villingen. Während andere Mannschaften längere Pausen einlegen konnten, musste Rielasingens Coach Michael Schilling stets die Spannung hochhalten, zumeist aber ohne konkrete Terminvorgaben.

Dritte Oberliga-Saison steht an

Nun steht die dritte Oberligasaison für die Hegauer an. Und natürlich hofft man auf der Talwiese, dass im dritten Anlauf endlich eine Runde zu Ende gespielt werden kann. Schilling auf jeden Fall ist zuversichtlich: „Ich denke grundsätzlich positiv und hoffe, dass wir eine normale Saison spielen werden.“ Bei 20 Teams steht eine Mammut-Spielzeit mit 38 Spieltagen auf dem Programm. Als Plan B ruht aber schon ein Modus in der Verbandsschublade, wonach in der Rückrunde in einer Auf- und einer Abstiegsrunde zu Ende gespielt werden könnte. Und da der 1.FC Rielasingen-Arlen mit dem Abstieg nichts zu tun haben will, geht es daher darum, sich möglichst von Anfang an in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen.

Die letzte Oberliganiederlage liegt nun fast elf Monate zurück (0:3 in Ravensburg), danach schien die Schilling-Elf zusammengefunden zu haben, legte eine Serie von acht Spielen ohne Niederlage hin, ehe auf Rang sechs die Runde vorzeitig beendet wurde. Allerdings hat sich in der Zwischenzeit in den Kadern der Oberligisten einiges getan, sodass eine echte Standortbestimmung aktuell kaum möglich ist. Ein Fingerzeig war sicherlich das knappe Pokal-Aus vor Kurzem in Villingen, wo die Hegauer beim zu den Titelanwärtern zählenden FC08 beachtlich mithielt und erst im Elfmeterschießen geschlagen wurde.

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Die nächste Pokalniederlage, das 2:3 beim Verbandsligisten FC Radolfzell, war dagegen eher unerfreulich und so nicht erwartet. Doch nun können sich Schillings Spieler voll auf die Liga konzentrieren, ein weiteres Warten auf Pokalspiele ist nun ausgeschlossen. Zwar hatte sich in der vergangenen Runde die Rielasinger Abwehr stabilisiert, doch in der Offensive harzte es nach den Abgängen von Silvio Battaglia, Nedzad Plavci und Christian Mauersberger. Nun ging zuletzt mit Ivo Colic ein weiterer Leistungsträger, während bei den Neuzugängen eher auf junge Spieler mit Potenzial – keiner der Neuen ist älter als 23 – wie etwa den 20-jährigen Laurin Tost setzte, der vom FC Radolfzell via SC Freiburg und Schalke 04 nun wieder in seine Heimat zurückkehrt.

„Wir schauen vom Spiel zu Spiel und wollen unsere junge Mannschaft in jedem Training und in jedem Spiel verbessern. Schaffen wir das, werden wir auch die nötigen Punkte holen, um von einem Abstiegskampf fern zu bleiben“, so Michael Schilling, der am Ende Freiberg, Villingen oder die Stuttgarter Kickers ganz oben erwartet.

Das Rielasinger Team und der erste Gegner

  • Der Oberliga-Kader

Tor: Dennis Klose, Tim Stelzl, Tim Reitze

Abwehr: Danny Berger, Dominik Compagnucci Almeida, Luis Weber, Daniel Niedermann, Pascal Rasmus

Mittelfeld: Gian-Luca Wellhäuser, Tobias Bertsch, Christoph Matt, Daniel Wehrle, Gianluca Serpa, John Schmidtke, Boris Mpon, Nico Kunze, Laurin Tost, Jonah Adrovic

Angriff: Albert Malaj, Ryotaro Tomizawa, Leon Bohlander, Fabio Moreno Fell, Stephan Ohnmacht

Trainer: Michael Schilling

Co-Trainer: Claudio Lettieri

Torwarttrainer: Wolfgang Stolpa

Zugänge: Albert Malaj (Grenoble Foot, Frankreich), Boris Mpon (FC Azzurri LS 90, Schweiz), Luis Weber (SV Jestetten), Laurin Tost (FC Schalke 04 U19)

Jonah Adrovic (SGV Freiberg U19), Tim Reitze (eigene A-Jugend)

Abgänge: Ivo Colic (SC Stuttgarter Kickers), Louis Spindler (SC Brühl St. Gallen), Maximillian Bienger (unbekannt), Nicola Guglielmelli (unbekannt)

  • Das erste Spiel

TSV Ilshofen – 1. FC Rielasingen-Arlen (Samstag, 14 Uhr). – Am ersten Spieltag müssen die Oberligafußballer des 1.FC Rielasingen-Arlen eine weite Fahrt auf sich nehmen – ins Hohenloher Land nach Ilshofen. In den beiden abgebrochenen Spielzeiten stand der TSV jeweils auf einem Abstiegsplatz. Auch in dieser Saison ist Ilshofen, ähnlich wie der Gast aus dem Hegau, mit einer jungen Mannschaft am Start. Spieler, die jenseits der 30 Jahre sind, findet man nicht im Kader. Seit der letzten Saison setzen die Hohenloher auch auf einen sehr jungen Trainer. Julian Metzger ist 28 Jahre alt und war zuvor in der Jugendabteilung des TSV Ilshofen tätig. Die Gastgeber mussten im Pokal ebenfalls ein frühes Aus hinnehmen – das 1:2 beim Landesligisten SV Kaisersbach in der 2.Runde des WFV-Pokals hatte man sicher nicht auf der Rechnung. (te)