Handball, 2. Bundesliga: HSG Konstanz – ThSV Eisenach 28:24 (13:9). – Im vierten Anlauf war es soweit: Nach zuvor drei Niederlagen in Serie gegen die Thüringer konnte die HSG Konstanz den Bann brechen und kämpfte und spielte den ThSV Eisenach nieder.

Von Beginn an druckvoll

Die Gastgeber machten von Beginn an richtig Druck, sprühten vor Spielwitz und hatten sichtlich Freude an der Aufgabe. Im Vergleich zu den letzten Partien gelang dies zudem konstant über nahezu 60 Minuten. Kein Überdrehen, keine Schwächephase, kein Zögern und zu vorsichtiges Agieren. Dieses Mal stimmte die Balance vorne wie hinten über die volle Distanz.

Vorne und hinten stark

Michael Haßferter räumte im HSG-Tor zahlreiche schwere Würfe weg, die Deckung vor ihm war einmal mehr ein Beispiel an Einsatz und Willen, und vorne setzten die in der letzten Woche noch schmerzlich vermissten Top-Torschützen Paul Kaletsch und Tom Wolf sehenswerte Highlights. Aus zehn Metern in den Winkel, wieder einmal mit einem Freiwurf beim letzten verfügbaren Pass oder aber mit feinen Pässen an den Kreis. Hier waren Fabian Wiederstein und Neuzugang Markus Dangers kaum zu stoppen. Alleine sieben Siebenmeter bekam die HSG so zugesprochen, allesamt genutzt von Kaletsch oder Joschua Braun.

Das könnte Sie auch interessieren

So herrschte großer Jubel auf Seiten der Gelb-Blauen, auf der anderen war Gästetrainer Sead Hasanefendic total enttäuscht und sagte: „Eine schöne Atmosphäre in einem bedeutungsvollen Spiel. Konstanz hat mit schnellem und dynamischem Spiel überzeugt, das schön anzusehen ist. Diese Dominanz wurde dieses Mal mit Punkten belohnt. Der Sieg ist verdient, ohne Frage.“ Der ThSV Eisenach hingegen habe sein Niveau nicht erreicht, meinte der 71-Jährige und wurde deutlich: „Ich bin nicht zufrieden.“ Dieses Gefühl sollte ihn schon früh in der Partie, nach acht Minuten, beschleichen. 4:1 leuchtete es da schon von der Anzeigetafel. Der Ex-Erstligist kam anschließend zwar besser in die Partie und konnte den Anschluss markieren (5:6), doch die HSG war weiter die spielbestimmende Mannschaft.

Erster Treffer von Dangers

Schon kurz vor der Pause lag Konstanz so erstmals mit fünf Toren in Front, nach knapp 43 Minuten und dem ersten Treffer von Markus Dangers im HSG-Trikot gar mit sieben (21:14). Näher als auf vier Tore kamen die Gäste nicht mehr heran. Nach dem 28:22 durch Tom Wolf konnte in den letzten Spielminuten nur noch etwas Ergebniskosmetik betrieben werden.

Das könnte Sie auch interessieren

An der Cleverness gearbeitet

„Wir sind sehr froh“, strahlte Daniel Eben nach dem wichtigen Heimsieg und konstatierte: „Wir haben viel an der Cleverness gearbeitet. Für uns war es wichtig, nicht in jedem Augenblick das Tempo und das Risiko zu gehen, sondern zu lernen, wann die Zeit ist, es auch einmal herauszunehmen und beruhigter zu spielen.“ Eine Herausforderung für die junge Truppe, denn, so fügte der 45-Jährige mit einem Schmunzeln direkt an, „das ist für eine Mannschaft wie die unsere gar nicht so leicht. Die scharren immer mit den Füßen und wollen immer sofort los“. So auch gegen Eisenach.

Herz und Hirn in Einklang

Aber Herz und Hirn agierten dieses Mal im Einklang und ermöglichten eine starke Gesamtleistung, die mit minutenlangen stehenden Ovationen und der nach Abpfiff lautstark von Maximilian Wolf mit dem Fanblock intonierten „Humba“ belohnt wurde. „Danke für die große Stimmung“, freute sich Eblen über den großen Rückhalt von den Rängen. In einer Woche steht die nächste schwere Aufgabe an. Beim 900-Kilometer-Trip nach Lübeck an die Ostsee kommt es zu einem weiteren Vergleich mit einem direkten Konkurrenten im Kampf um den Ligaverbleib.

HSG Konstanz: M. Wolf, Tölke, Haßferter (Tor); Stotz , Schlaich (1), Hild (1), T. Wolf (4), Wiederstein (3), Dangers (1), Kaletsch (10/5), Maier-Hasselmann (2), Beckmann (1), Braun (4/2), Jud (1), Keupp, Wendel. – Z: 1400.