Durch die 1:4-Heimpleite gegen den direkten Tabellennachbarn SV Allensbach findet sich der SV Mühlhausen von Trainer Eddy Wiedenmaier nach 13 Spieltagen mitten im Abstiegskampf wieder. „Wir haben mit den verlorenen Partien gegen Nordstern Radolfzell und Allensbach zwei Sechs-Punkte-Spiele in Folge in den Sand gesetzt“, ärgert sich Coach Wiedenmaier. „Wir haben beide Male verdient verloren und die jeweilige Höhe war erschreckend.“ Er weiß, wie teuer solche Niederlagen sein Team zu stehen kommen könnten. „Wir haben unser Polster langsam aufgebraucht“, redet er Klartext. „Am Ende können genau diese Punkte entscheidend sein. Glücklicherweise stehen in der unteren Tabellenhälfte noch alle Teams eng beieinander.“

Die Gründe für die bisher so holprige Mühlhausener Saison sind vielfältig. Ein wesentlicher ist jedoch mit Sicherheit die äußerst angespannte Personalsituation. „Wir haben momentan nur zwölf Spieler, die fit sind“, verrät Wiedenmaier. „Der Rest besteht aus Langzeitverletzten, die wahrscheinlich erst zur Rückrunde wieder dabei sind.“ Allein an der Verletztenmisere will der Trainer die aktuelle Situation aber nicht festmachen. „Ich bin keiner, der deswegen herumjammert“, betont Wiedenmaier. Doch auch die gesunden Akteure machen ihm derzeit Sorgen. „Wir haben im Sommer einige Leistungsträger verloren und damit natürlich auch an Qualität eingebüßt“, sagt er. „Aber das Problem ist eher, dass unsere aktuellen Leistungsträger nicht zu ihrer Bestform finden und die Jungs, die in die Lücke springen müssen, noch nicht ganz auf dem Level sind, welches wir benötigen.“

Wiedenmaier erlebt die Mannschaft jedoch weiterhin als gefestigt, macht neben dem Willen zur Leistungssteigerung allerdings auch eine leichte Verunsicherung aus. „Man sieht, wie jung die Mannschaft ist. Wir waren in zwei guten Jahren sehr verwöhnt, aber Abstiegskampf ist etwas anderes“, so der Trainer. „Die Jungs machen sich zu viele Gedanken, werfen zu viele Blicke auf die Tabelle. Mein Job liegt darin, in die Köpfe der Spieler vorzudringen, aber wir brauchen auch dringend ein Erfolgserlebnis – der Verein und das Umfeld unterstützen uns dabei bisher aber großartig.“ Auch Wiedenmaier selbst hofft, die Mannschaft mit seiner Erfahrung auf die vor ihr liegenden Aufgaben einschwören zu können. „Zwar ist es für mich mit diesem Team ebenfalls eine neue Situation, aber aus meiner Zeit als Aktiver weiß ich, worauf es jetzt ankommt“, ist er überzeugt.

Der Plan für die kommenden Begegnungen ist in Mühlhausen schnell formuliert. „Die Balance zwischen Angriff und Abwehr muss besser werden“, fordert Eddy Wiedenmaier. „Wir müssen geschlossen als Team verteidigen und geschlossen angreifen.“