2. Volleyball-Bundesliga: TSV Mimmenhausen – TV/DJK Hammelburg (Sonntag, 16 Uhr, Bildungszentrum Salem). – Volleyball ist ganz besonders ein Sport, bei dem alles auf Automatismus fußt. Ein Satz, der dem TSV Mimmenhausen derzeit ganz enorm zu schaffen macht. Automatismen werden über Training einstudiert, mit viel Training mit einem kompletten Kader. Letzteres ist derzeit beim Tabellenführer nicht möglich. „Vergangene Woche“, stellt Spielertrainer Christian Pampel fest, „hatte ich in Unterhaching einen einzigen Spieler auf der Auswechselbank, am Sonntag gegen Hammelburg vielleicht gar keinen.“

„Mit halbem Gas trainiert“

Dabei sind mindestens zwölf Spieler nötig, nur dann ist ein umfassendes Training (zwei Mannschaften gegeneinander) sinnvoll. Mimmenhausen hat derzeit neun gesunde Zweitligavolleyballer im Kader, „zwei oder drei Leute kommen aus der zweiten Mannschaft dazu“, sagt Pampel, „sie helfen uns da wirklich sehr.“ Und derzeit sieht es nicht danach aus, als ob sich die Situation grundlegend entspannen würde. „Ich habe diese Woche mit halbem Gas trainiert“, erzählt der Diagonalangreifer von Einheiten, die wenig Hoffnung auf seinen Einsatz am Sonntag machen. Das gilt auch für Mittelblocker Bogdan Birkenberg, 16 Jahre jünger als der ehemalige Weltklassevolleyballer. Der komme „schneller wieder auf die Beine“, glaubt Pampel. Ob das aber schon für einen Einsatz im vorletzten Heimspiel der Saison reichen wird, daran zweifelt der derzeit ebenfalls verletzte Spielertrainer doch sehr.

Schwere Aufgabe für Severin Hauke

Und so muss Severin Hauke noch einmal in den sauren Apfel beißen und statt als Annahmespieler und Außenangreifer seinen Job in der Mitte bestmöglichst ausfüllen. „Das ist unglaublich schwierig“, kennt Pampel die Probleme, die der ehemalige YoungStars-Spieler zu bewältigen hat. Den gegnerischen Zuspieler „lesen“ lernen, also wissen, an welchem Netzabschnitt der nächste Hammelburger Angriff verhindert werden muss, ist eine der Mittelblocker-Aufgaben. Schneller als der Ball auf den Außenpositionen sein, den Block dicht machen, eine weitere. Keine kann der 19-Jährige logischerweise perfekt erledigen. Das weiß Pampel. Entsprechend „speziell“ seine Ansprache an den Mann mit der Nummer 7, der „seine Sache in Haching gut machte“.

Aufschlagfehler minimieren

Dennoch will Pampel gegen Hammelburg punkten. „Wir dürfen nur nicht so viele Aufschlagfehler wie in Haching machen“, sagt er. Ein erster Schritt zu Zählbarem. Denn selbst wenn der Starting Six die Automatismen des Spitzenreiters derzeit fehlen, bedeutet das doch noch lange nicht, dass sie automatisch der Verlierer ist. (heh)