Metzingen – das ist das Eldorado für Schnäppchen-Jäger, auch „Outlet City“ auf der schwäbischen Alb bezeichnet. Metzingen steht aber auch für hochklassigen Handball. Das Frauenteam des TuS Metzingen wurde 2016 Deutscher Vizemeister und stand damals im Finale des EHF-Pokals. Die vergangene Saison beendeten die der TuS in der 1. Bundesliga und im DHB-Pokal jeweils auf Rang drei.

Neue Herausforderung

Und genau dort will sich die Uhldingerin Svenja Hübner in der neuen Saison durchsetzen. Nach sechs Jahren beim Drittligisten SV Allensbach, bei dem sie auch Zweitligaluft schnuppern durfte, steht sie vor einer neuen Herausforderung.

Svenja Hübner im Dress ihrer neuen Mannschaft.
Svenja Hübner im Dress ihrer neuen Mannschaft. | Bild: Jürgen Rössler

„Das ist eher eine ungewohnte Situation, aber ich habe mich stets weiterentwickelt, wenn ich mit besseren Spielerinnen gespielt habe. Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich mit meinem Ehrgeiz und meinem Willen auch zu Spielzeiten komme!“, geht die 23-Jährige die neue Aufgabe optimistisch an.

Lob von Ex-Trainerin

Auch ihre Ex-Trainerin vom SV Allenbach, Sandra Reichmann, hält viel von Hübner: „Svenja ist ein Riesentalent, das Gesamtpaket stimmt einfach. Ihr Wille, ihr Ehrgeiz und ihre Disziplin, gepaart mit dem Talent. Der Schritt in die erste Bundesliga ist ein schwerer – ich traue ihr ihn zu.“

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Drei Wochen Vorbereitung sind bereits absolviert. „Hier ist viel mehr Dynamik im Training, die Spielerinnen sind extrem leistungsorientiert, geben in jedem Training Vollgas und ziehen voll mit. Auch vom technischen und körperlichen Niveau ist das ein Riesenunterschied“, so die ersten Eindrücke von Svenja Hübner. In den sechs Jahren beim SV Allensbach, zu dem sie über den TV Überlingen und den TuS Steißlingen gestoßen war, entwickelte sie sich schnell zur Leistungsträgerin – im Abwehrzentrum und als Kreisläuferin.

Position neu erarbeiten

Nun, zwei Klassen höher, heißt es zunächst einmal wieder hinten anstellen. Doch das war ihr bei ihrem Wechsel klar: „Wir hatten jetzt schon einige Trainingsspiele. Da bin ich froh über jede Minute, die ich spielen darf. Das ist natürlich ungewohnt, wenn man es zuletzt in Allensbach gewohnt war, 60 Minuten durchzuspielen. Aber ich habe mir gesagt: „Das will ich versuchen!“

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Deshalb gilt, sich möglichst schnell an das deutlich schnellere Spiel in den höheren Sphären zu gewöhnen, denn sowohl in der 1. Bundesliga als auch international im EHF-Pokal will die TuS mithalten.

Doch nicht nur im Spiel könnte die Uhldingerin eine Verstärkung werden, wie Ex-Trainerin Reichmann betont: „Svenja ist ein ganz feiner Mensch. Jede Mannschaft kann sich glücklich schätzen, sie in der Mannschaft zu haben – menschlich und sportlich. Der SV Allensbach wird sie sehr vermissen.“ Und das beruht durchaus auf Gegenseitigkeit, denn auch Hübner betont: „Allenbach war für mich absolut die Heimat!“

Abenteuer Bundesliga

Sportlich ist der große Schritt für die Uhldingerin sicher ein Wagnis, beruflich hingegen nicht. Die 23-Jährige hat ein BWL- und Gesundheitsmanagementstudium abgeschlossen, reduziert nun aufgrund des neunmaligen Trainings pro Woche beruflich auf 50 Prozent, weiß aber somit schon, wie es nach der Handballlaufbahn weitergeht. Sicherlich ein Aspekt, der das Abenteuer 1. Bundesliga für das Handballtalent planbarer und stressfreier macht.