Fußball-Oberliga: Auf einem möglichen Abstiegsplatz überwintert der 1. FC Rielasingen-Arlen. Die Zahl der Absteiger hängt dabei stark von der Regionalliga ab, und hier sind mit dem VfR Aalen und der TSG Balingen gleich zwei Teams aus Baden-Württemberg stark gefährdet. Abstiegsgefahr ist für einen Neuling nichts Überraschendes, doch angesichts des Potenzials, das im Kader von Trainer Michael Schilling steckt, eigentlich nicht nötig, zumal der gute Start höhere Erwartungen weckte.

Defensivverhalten im Fokus

Woran aber liegt das? Und woran muss Michael Schilling mit seinem Team in der gestern gestarteten Vorbereitung arbeiten, um sich in der Oberliga etablieren zu können? „Zunächst steht das Defensivverhalten nach Ballverlust im Vordergrund. In diesem Bereich haben wir viel Arbeit vor uns“, macht Michael Schilling klar, wo der Schuh drückt. Hier haben die Hegauer auch personell nachgebessert: Kurz vor dem vergangenen Wochenende konnte die Verpflichtung von Innenverteidiger Daniel Niedermann unter Dach und Fach gebracht werden. Der 27-jährige Konstanzer spielte unter anderem beim FC 03 Radolfzell, dem FC Singen 04 und dem FC 08 Villingen, hatte zuletzt beim Oberligaprimus Stuttgarter Kickers aber keinen Stammplatz.

Wird Dennis Klose rechtzeitig fit?

Und auch wenn die Gegentreffer kaum an Torhüter-Routinier Christian Mendes, der sehr kurzfristig verpflichtet werden konnte, lagen, so hofft man beim Aufsteiger doch darauf, dass Stammtorhüter Dennis Klose zum ersten Spiel im Jahr 2020, am 1. März gegen den Göppinger SV, wieder fit ist. Das zunächst auf den 29. Februar terminierte Pokal-Viertelfinale gegen den Mitaufsteiger Freiburger FC wird wohl zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden. Ein neuer Termin steht allerdings noch nicht fest.

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Fehlerquote im Spielaufbau muss gesenkt werden

Vor allem aber wird es beim Oberliga-Novizen darum gehen, dass sich die zumeist hoch veranlagten, jungen Spieler mental besser auf die neue Liga einstellen und die Fehlerquote im Spielaufbau senken. Um die Defensive unter Wettkampfbedingungen weiterentwickeln zu können, hat Trainer Michael Schilling ein anspruchsvolles Testspiel-Programm ausgearbeitet, unter anderem gegen Austria Lustenau und den FC Schaffhausen. Daher erwartet der Coach: „Wir haben uns bewusst für starke Testspielgegner, darunter zwei Profiteams, entschieden, da wir so gut wie möglich die Oberligaspiele simulieren möchten. Ich erhoffe mir von diesen Testspielen viel Intensität, um unsere Defensivschwächen verbessern zu können. Wir müssen so oft wie nur möglich in der Defensive und im Umschaltspiel nach Ballverlust gefordert werden, um dort die nötigen Schritte zu machen, um in der Oberliga bestehen zu können.“

Chancenverwertung muss besser werden

Das zweite Defizit, das sich im Laufe der Hinrunde abzeichnete, war die mangelnde Chancenverwertung. Mit zusammen 60 Treffern schossen die Torjäger Silvio Battaglia und Nedzad Plavci ihr Team in die Oberliga, bisher aber kamen die beiden zusammen erst auf zehn Tore, und die Standards, die im Vorjahr für reichlich Gefahr sorgten, verpufften zumeist eher harmlos. Immerhin zeigt die Anzahl der Chancen, die sich der Oberliganeuling erspielen konnte, dass technisch und taktisch durchaus Oberliganiveau vorhanden ist. Gerüchten zufolge war der 1. FC Rielasingen-Arlen auch an Bezirksliga-Torjäger Marcel Simsek interessiert. Zu Gesprächen kam es allerdings nicht, da sich Simsek zeitig für den Türkischen SV Singen entschied.

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Auftakt gegen Lustenau

Am 28. Januar kann man sich auf der Talwiese einen ersten Überblick über den Stand der Vorbereitung machen, wenn die Schilling-Elf um 17.30 Uhr Uhr Austria Lustenau begrüßt.

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