2. Bundesliga: EHV Aue – HSG Konstanz 23:24 (10:12). – Auch ohne Top-Torjäger Paul Kaletsch und Rückraumspieler Felix Krüger setzten die Gäste vom Bodensee zu Beginn die Akzente. Zunächst brachten Matthias Hild und Tom Wolf die Konstanzer mit einem Doppelschlag 2:0 in Front, dann legten Fynn Beckmann und erneut Wolf einen Doppelpack nach. Keine sieben Minuten waren gespielt – und schon stand es 1:4 aus Sicht der Auer.

Die Drei-Tore-Führung der HSG hatte zehn Minuten lang Bestand, da sich die Gastgeber zunächst zu viele technische Fehler leisteten. Dann gab es einen Bruch im Spiel der ersatzgeschwächten HSG, als binnen eineinhalb Minuten mit Fabian Wiederstein, Michael Haßferter und Tim Jud gleich drei Gäste für zwei Minuten auf die Strafbank mussten. Diese Überzahl nutzte der EHV zum 6:7-Anschluss (19.).

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Und es sollte noch besser kommen für das Team aus dem Erzgebirge, das spätestens mit dem Treffer zum 7:7 zurück im Spiel war und kurz darauf zum ersten Mal in Führung ging. Als der Tabellenzwölfte drei Minuten vor der Pause gar auf 10:8 erhöhte, sah es gar nicht gut aus für die Gäste vom Bodensee.

Die Mannen von Trainer Daniel Eblen jedoch kämpften sich grandios zurück in die Partie. Markus Dangers vom Kreis, zweimal Fabian Maier-Hasselmann von Rechtsaußen und ein Tempogegenstoß von Fabian Schlaich innerhalb von 150 Sekunden krönten die Schlussminuten der ersten Hälfte aus Gästesicht. So ging das Team in Gelb und Blau unter großem Jubel in die Kabine.

Nervenstark: Tom Wolf überwindet Aues Torhüter Anadin Suljakovic per Siebenmeter.
Nervenstark: Tom Wolf überwindet Aues Torhüter Anadin Suljakovic per Siebenmeter. | Bild: Frank Kruczynski

Dank des frisch getankten Selbstvertrauens und mit viel Schwung kamen die Konstanzer sehr gut aus der Pause. Drei Minuten brauchte die HSG im zweiten Abschnitt, um ihre Führung auf 15:10 auszubauen. Die folgende Phase glich allerdings der ersten Hälfte, denn nun kamen ihrerseits die Auer wieder zurück. Fast jeder Angriff landete im Tor.

Als der EHV in der 41. Minute den Ausgleich zum 17:17 erzielte, lautete die bange Frage im Konstanzer Lager: Wird der HSG erneut die Kraft ausgehen, wie so oft in dieser Saison? Noch deutete nichts darauf hin. Das Spiel blieb spannend, und die Gäste vom Bodensee führten in dem Kopf-an-Kopf-Rennen immer wieder mit einem Tor.

Die Schlussphase ist nichts für schwache Nerven

Dann jedoch war Zittern angesagt: Die Kräfte wurden weniger, die Fehler der HSG häuften sich – und fünf Minuten vor Schluss lag Aue vorn (22:21). Konstanz bäumte sich auf (22:23) und ließ sich nicht abhängen. Hinten zeigte der für den starken Haßferter eingewechselte Simon Tölke eine wichtige Parade nach der anderen, und auf der anderen Seite sorgte fünf Sekunden vor Schluss Joschua Braun mit dem Tor zum 23:24 für Riesenjubel im Konstanzer Team.

Der zweite Auswärtssieg der Saison war unter Dach und Fach – und sämtliche Gästespieler freuten sich auf die lange Heimfahrt, die doch so viel mehr Spaß macht mit zwei Punkten im Gepäck.

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HSG Konstanz: M. Wolf, Tölke, Haßferter (Tor); Stotz (1), Schlaich (2), Czako, Hild (1), T. Wolf (8/4), Wiederstein (1), Dangers (2), Maier-Hasselmann (3), Beckmann (2), Braun (3), Jud (1), Keupp, Wendel.