Eishockey-DEL-2, Finale: Löwen Frankfurt – Ravensburg Towerstars (Donnerstag, 19.30 Uhr). – In diesen Tagen blicken viele Ravensburger Eishockeybegeisterte auf den April 2011 zurück. Damals standen die Towerstars gegen den Erzrivalen Schwenningen im Finale der 2. Bundesliga und am Gründonnerstag stemmte Kapitän Matt Kinch vor rund 3400 begeisterten Zuschauern den Meisterpokal in die Höhe. Acht Jahre später greifen die Ravensburger wieder nach den Sternen: im Finale der DEL2 gegen die Löwen Frankfurt.

Kein Favorit auszumachen

Favoritenrollen dürften in dieser Best-of-seven-Serie nur ganz schwer auszumachen sein. Frankfurt hat im ersten und eventuell erforderlichen siebten Spiel Heimrecht. Da würde die Waage theoretischer Vorteile zugunsten des Hauptrundenmeisters kippen. Spielerisch hingegen erwartet Towerstars-Trainer Rich Chernmaz eine ganz enge Serie.

Nur minimale Unterschiede

„Wenn man die wichtigsten Parameter beider Teams aus dem Viertel- und Halbfinale anschaut, gibt es nur minimale Unterschiede“, betont er. Auch physisch sieht der Coach die Klubs gleichauf. „Beide Teams haben je neun Play-off-Spiele absolviert und hatten daher gleich lange Ruhephasen zur Verfügung“, ergänzt der 55-Jährige. Dass Rich Chernomaz gegen den Klub im Finale antritt, bei dem er als Trainer und Sportdirektor zwölf Jahre lang unter Vertrag stand, sieht der erfahrene Kanadier als netten Nebeneffekt. „Ich habe natürlich viele Freunde in Frankfurt und kenne den Klub sehr gut. Dass es jetzt gegen das frühere Umfeld geht, gehört zum Eishockeybusiness halt dazu“, betont „Cherno“, wie er in der deutschen Eishockeyszene genannt wird.

Selbstbewusste Oberschwaben

Selbstbewusst zeigten sich am Dienstag nach dem Training auch die Towerstars-Spieler. „Wir müssen wie gegen Bad Nauheim und Kaufbeuren die kleinen Details im Spiel richtig machen“, sagte beispielsweise Verteidiger Thomas Supis. Torhüter Jonas Langmann, einer der Garanten des bisherigen Erfolges in dieser Saison, motiviert sich in diesen Tagen mit dem generellen Reiz eines Sportlers, der in einem Finale um den Titel kämpft. „Das ist der beste Lohn für harte Arbeit und am Ende will man natürlich unbedingt den goldenen Pokal in Händen halten“, erklärt der 27-jährige Keeper, der 2014 mit Bremerhaven den Titel feiern durfte.

Langmann am Donnerstag im Blickpunkt

Langmann wird im ersten Spiel am Donnerstag besonders im Blickpunkt stehen. Mit mehr als 6600 Zuschauern dürfte die Eissporthalle in Frankfurt ausverkauft sein, hinter seinem Tor ragt die größte Heimfankurve der Liga eindrucksvoll empor. „Natürlich geht die Stimmung an einem nicht vorbei, aber ich versuche das einfach wie in einem Tunnel auszublenden“, sagt Langmann.

Ravensburger Fans müssen sich nicht verstecken

Verstecken müssen sich die Ravensburger Anhänger in Sachen Stimmung nicht. Das erste Final-Heimspiel am Karsamstag ist seit Sonntag komplett ausverkauft, für das zweite Heimduell am Mittwoch nächster Woche kommen nur noch Resttickets in den Verkauf, die durch das Vorkaufsrecht von Dauerkarten nicht abgerufen werden. Fans, die kein Ticket mehr ergattern können, bleibt da nur noch der Hinweis, dass alle Finalspiele auf SpradeTV (www.sprade.tv) als Live-Stream zu sehen sein werden.