Eishockey-DEL-2: Ravensburg Towerstars – ESC Kaufbeuren 2:1 n.V. (0:0, 1:0, 0:1, 2:1). – Die Ravensburg Towerstars stehen im Finale. In einem in vielen Phasen dramatischen und ausgeglichenen Spiel setzte sich das Team von Trainer Rich Chernomaz in der Verlängerung durch und errang damit den vierten Sieg über Kaufbeuren. Gefeierter Held war Olivier Hinse, der beide Treffer erzielte.

Die Vorzeichen für das fünfte Duell waren klar: Den Towerstars fehlte noch ein Sieg, Kaufbeuren musste gewinnen, um die Sommerpause abzuwenden. Beide Mannschaften hingen sich deshalb von Beginn an mächtig rein. Schnelle Angriffe und viel Arbeit für beide Torhüter boten beste Eishockeyunterhaltung in der ausverkauften CHG-Arena. Treffer fielen im ersten Abschnitt keine, Kaufbeuren ging lediglich mit einem minimalen Plus an Torschüssen in die erste Pause. Der Unterschied resultierte vor allem aus einer Strafzeit gegen Daniel Pfaffengut (6. Minute). Da zeigten die Gäste ein starkes Powerplay, kamen am gut aufgelegten Jonas Langmann im Ravensburger Tor aber nicht vorbei.

Der zweite Spielabschnitt ging klar an die Towerstars. Mit offensichtlicher Taktik, das Tempo schon beim Spielaufbau hoch zu halten, ließen sie einen Angriff nach dem anderen aufs Kaufbeurer Tor rollen. Auch die Kombinationen in der gegnerischen Zone wussten zu gefallen, es fehlte nur die letzte Konsequenz im Abschluss. Nicht viel fehlte beispielsweise in der 23. und 24. Minute bei Vincenz Mayer sowie bei Mathieu Pompei. In der 28. Minute hatte Robin Just die Führung auf der Kelle, als er frei vor dem ESVK-Torhüter auftauchte, Stefan Vajs aber parierte stark. Wirklich hochkarätige Kaufbeurer Möglichkeiten beschränkten sich auf eine numerische Überzahl (31.), bei einem Break hatte auch Robbie Czarnik das 1:0 auf dem Schläger.

Bis zur 35. Spielminute mussten die Ravensburger Zuschauer warten, dann endlich war die Führung perfekt. Jakub Svoboda scheiterte zunächst mit einem Schuss, den Abpraller bugsierte Olivier Hinse mit der Schlägerspitze über die Linie. Die Angelegenheit war so knapp, dass die Unparteiischen den Videobeweis konsultierten. Der Puck hatte aber tatsächlich die Torlinie in vollem Umfang überschritten, der Treffer zählte.

Der Schlussabschnitt war an Dramatik kaum zu überbieten. Die Towerstars legten sofort ein hohes Tempo vor, Kaufbeuren rackerte sich in die Partie zurück und kam ebenfalls zu guten Möglichkeiten. In der der 45. Minute war es passiert. Den ersten Schuss von Oppolzer parierte Jonas Langmann noch, den frei im Torraum liegenden Puck drückte Florian Thomas zum 1:1 über die Linie. Beide Teams kämpften danach verbissen um den nächsten Treffer, der fiel in der regulären Spielzeit aber nicht mehr.

Nach 15 Minuten Pause samt Eisbereitung war das Knistern in der CHG-Arena überdeutlich spürbar. Im fünften Spiel war das die dritte Verlängerung, diese dauerte aber nur 2:47 Minuten. Nach einem Klärungsversuch über die rechte Glasumrandung prallte die Scheibe auf Höhe der Mittellinie kurios ab und direkt in den Lauf von Olivier Hinse. Der hatte freie Bahn, machte vor dem Tor noch zwei Körpertäuschungen, umspielte Vais und schob die Scheibe trocken zur Entscheidung ein. Sekundenbruchteile später entluden sich sämtliche Emotionen des gesamten Teams und nicht zuletzt auf den Rängen.

Die Towerstars stehen im Finale, dort wartete Frankfurt als Gegner. Start der Best-of-seven-Serie ist am Gründonnerstag in Frankfurt, am Karsamstag dürfen sich die Eishockeyfans in Oberschwaben auf das erste Final-Heimspiel freuen.