Volleyball-Bundesliga: TSV Mimmenhausen – TSV Grafing 3:1. – Es hat nicht ganz gereicht, ein winziger Punkt fehlte dem TSV Mimmenhausen am Schluss. „Schade“, sagte Klaus Diwersy, „dass das mit der Herbstmeisterschaft nicht geklappt hat. Aber macht nichts!“ Richtig glücklich mit dem verdienten, aber dennoch total überraschenden Platz zwei zur Halbzeit sind sie alle beim kleinen Club vom Bodensee. Natürlich auch Christian Pampel, Architekt und Baumeister dieses Erfolges. Wenngleich sich der Spielertrainer eher wenig aus Tabellenpositionen macht. Ihn begeistern viel mehr die Leistungen seiner Amateure, die zu diesem hervorragenden Resultat geführt haben. Keiner hatte Mimmenhausen auf der Rechnung. Auch Karlsruhe nicht, den Herbstmeister.

Schlechter Start gegen Grafing

Am Samstag hat der TSV Mimmenhausen dort weitergemacht, wo er 2019 aufgehört hatte: Mit einem Sieg. Beim 25:23, 25:13, 26:28 und 25:23 gegen Grafing „haben wir aber nicht gut begonnen“, war Pampel alles andere als zufrieden mit dem Auftakt nach der Mini-Weihnachtspause. „Wir haben so gespielt, wie wir trainiert haben“, kommentierte er trocken das 0:5 nach wenigen Ballwechseln. Dass dieser deprimierende Rückstand nicht zum Stimmungskiller im dicht gepackten Bildungszentrum wurde, verdankte der Gastgeber einerseits seiner unglaublichen Gelassenheit und seinem großen Selbstbewusstsein nach sechs Drei-Punkte-Erfolgen hintereinander.

Grafings Trainer hadert mit Schiedsrichter

Ein wenig aber auch dem TSV Grafing, der viele Eigenfehler zur Mimmenhauser Aufholjagd beisteuerte. Und dem Ersten Schiedsrichter Malte Missoweit. Dass er Grafings Zuspieler den Pass wegen technischem Fehler abpfiff, ärgerte Gäste-Trainer Alexander Hezareth, der noch lange nach Spielschluss mit den Unparteiischen diskutierte und sich dafür die Rote Karte einhandelte. Statt für drei Satzbälle (24:22) für seine Mannschaft sorgte der Pfiff fürs 23:23 – und den ersten Ausgleich im Satz. Pampel machte daraus die erste Mimmenhauser Führung (24:23) und prompt das 25:23. Den Schock mussten die Bayern erst einmal verdauen.

Video: Susanne Folz

Und das dauerte. „Der Abfall im zweiten Satz war sehr ärgerlich“, kommentierte Hezareh das Debakel nach dem Wechsel (1:8, 8:16, 13:24). Mimmenhausen nutzte die Gelegenheit eiskalt. „Da haben wir in die Partie gefunden“, war Pampel zufrieden, „wir haben echt gut gespielt.“ Vor allem die Aufschläge kamen, und die zahlreich verteidigten Bälle wurde im Gegenangriff zum souveränen 25:13 umgemünzt.

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Vielleicht lief es zu gut für Mimmenhausen. Im dritten Durchgang jedenfalls war die Überlegenheit wie weggeblasen, Grafing machte Druck. Die Wechselorgie von Hezareh, beinahe die gesamte Erste Sechs bekam im zweiten Durchgang eine Denkpause, zeigte Wirkung. Jetzt war die Partie ein Duell auf Augenhöhe. 29 Minuten lang droschen sich Mimmenhausen und Grafing die Bälle nur so um die Ohren (6:8, 14:16, 23:23) – und dieses Mal hatten die Gäste das bessere Ende für sich.

Enger vierter Durchgang

Im vierten Durchgang hingen die Grafinger zäh wie Kletten am TSV Mimmenhausen. „Wir aber haben weiter gemacht, trotz der Enttäuschung, dass wir im dritten Satz das frühe Ende nicht perfekt gemacht hatten“, sagte Pampel. Dafür klappte es im vierten. „Christian Pampel haben wir nicht in den Griff bekommen“, sagte Hezareh, der wusste, warum das enge Duell dieses Mal verloren ging. Pampel machte 36 Punkte, hätte sich aber nicht beschweren dürfen, wenn Satz vier an Grafing gegangen wäre. Dessen Angriff landete zwar im Feld, der Erste Schiedsrichter aber hatte ihn im Aus gesehen – 23:23 statt 24:22. Trotz aller Grafinger Proteste nahm er seine Entscheidung nicht zurück wie einige Male zuvor. Und so machte Jonas Hoffmann den Deckel drauf zum 25:23 und 3:1.

Video: Susanne Folz

TSV Mimmenhausen: Ott (9), Birkenberg (4), Streibl, Pampel (36), Hoffmann (15), Becker (6), Cipollone (1). L. Diwersy (Libero).

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