Fußball, Bezirksliga: Im vergangenen Sommer endete nach 35 Jahren die Bezirksliga-Abstinenz des BSV Nordstern Radolfzell. Doch auf den ersten Jubel folgte schnell leichte Ernüchterung. Denn in den Auftaktpartien der Hinrunde musste die Elf von Spielertrainer Antonio Fiore-Tapia den Platz allzu oft als Verlierer verlassen. Nun – ein knappes halbes Jahr später – hat Nordstern sich jedoch merklich stabilisiert, wie auch Mario Schwarz, Sportlicher Leiter und zweiter Vorstand des BSV, bekräftigt. „Nach den Anlaufschwierigkeiten, mit denen zu rechnen waren, haben wir gezeigt, dass wir wieder da sind“, findet Schwarz. „Unser Ziel ist es jetzt, sich in der Bezirksliga zu etablieren.“

Die Niederlagenserie zu Beginn der Saison hatte für ihn vor allem mit fehlender Erfahrung zu tun. Nach einigen Bezirksligapartien mehr auf dem Buckel hat sich die Mannschaft momentan gefangen. „Die Jungs und das Trainerteam haben einfach die richtigen Schlüsse gezogen“, glaubt Schwarz. „Deshalb war es auch so wichtig, zum Rückrundenstart nach einer langen Pause an die guten Leistungen vor dem Winter anzuknüpfen.“

Dies gelang Radolfzell beim knappen 3:2-Sieg über den Tabellenletzten SG Illmensee/Heiligenberg. Seinen ersten Ligatreffer markierte dabei auch Alessandro Fiore-Tapia, der im Sommer vom FC Schalke 04 zurück an den Bodensee gekommen war, um gemeinsam mit seinen zwei Brüdern in einem Team zu spielen. Bis zum Winter hatte er allerdings keine Spielberechtigung erhalten. „Wir hatten damals mit Schalke telefoniert, dort sagte man uns, dass er rechtzeitig abgemeldet worden sei“, verrät Mario Schwarz. „Auch beim Verband sagte man uns zunächst, dass Alessandro frei für einen Wechsel zu uns wäre. Erst später stellte sich heraus, dass Schalke, weil Alessandro zum SV Dornbirn verliehen war, bereits ein erneutes Spielrecht angemeldet hatte und der erste Antrag der gültige war“, fasst er die verworrene Situation zusammen.

„Wir sind hier alle Ehrenamtliche und haben deshalb nicht jeden Paragrafen im Kopf. Aber die Profis beim FC Schalke hätten das eigentlich überblicken sollen.“ Doch alles Ungemach ist vergessen, Fiore-Tapia läuft nun für seinen Kindheitsverein auf. „Man merkt, dass er sich ein wenig umstellen muss, weil es in der Liga keine Linienrichter gibt, er es aber aus Profitagen gewohnt ist, an der Kante zum Abseits zu lauern“, plaudert Schwarz aus dem Nähkästchen. „Bei seinem hohen Tempo wird er noch oft zu Unrecht zurückgepfiffen.“ Der Sportliche Leiter glaubt aber, dass der Rückkehrer sein Team auf ein anderes Level hieven kann. „Natürlich könnte er ein wichtiges Puzzlestück sein, um uns zu etablieren“, gibt Schwarz unumwunden zu. „Wir sind guter Dinge, dass wir, wenn es gut läuft, vielleicht nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun haben werden – auch wenn natürlich noch extrem viel passieren kann.“