Fußball-Bezirksliga: Der neue Trainer beim CFE Independiente Singen ist ein altbekanntes Gesicht. Nachdem vergangene Woche der Singener Trainerstab um Aurelio Baratta freiwillig zurückgetreten war, übernahm am Wochenende Ex-Trainer Neno Rogosic wieder das Steuer bei den Hohentwielern.

Rogosic, der Ende der 1990er Jahre in der 2. Bundesliga gespielt und die Singener erst im Sommer nach dem Aufstieg in die Bezirksliga verlassen hatte, soll zusammen mit Co-Trainer Giovanni Carolla Independiente nun helfen, die Klasse zu halten. „Wir sind sehr positiv gestimmt, dass Neno mit seiner Erfahrung wichtige Impulse liefern kann“, meint Pino La Vigna, der Spielausschussvorsitzende der Singener. „Er hat als Profi von Trainern wie Ralf Rangnick gelernt – an seiner Qualität gibt es keine Zweifel.“ Von Vorteil sei ebenfalls, so La Vigna, dass Rogosic die Mannschaft noch aus der vergangenen Saison kenne. „Er war ein ganzes Jahr hier und die Mannschaft ist seitdem zu 90 Prozent bestehen geblieben“, führt La Vigna aus. „Das erleichtert den Wiedereinstieg natürlich erheblich. Trotzdem ist es gut, dass wir Neno mit Giovanni Carolla einen guten Co-Trainer zur Seite stellen konnten. Wir haben regelmäßig gut 20 Spieler im Training, das kann man nicht alleine handhaben.“

Dass Verein und Trainer erneut zueinanderfanden, ergibt sich aus mehreren Faktoren. „Neno war aktuell nicht an einen anderen Klub gebunden und zu diesem Zeitpunkt der Saison bietet der Markt nicht viele Trainer auf seinem Niveau an“, erklärt La Vigna. „Gut war natürlich, dass wir uns im Sommer nicht im Bösen voneinander getrennt hatten – deshalb hat er sich auch sofort bereit erklärt, zu übernehmen.“

Rogosic selbst sieht den Fall ähnlich gelagert. „Ich hatte nach dem Aufstieg aus privaten Gründen aufgehört, unter anderem, weil ich eigentlich eine Pause machen wollte“, verrät er. „Aber jetzt hat es von beiden Seiten aus gepasst und ich habe relativ kurzfristig zugesagt.“ Auch er glaubt, dass seine Vertrautheit mit dem Kern der Mannschaft von großem Vorteil sei. „Das ist auf jeden Fall sehr wichtig“, befindet Rogosic. „Viele Spieler aus dem vergangenen Jahr spielen immer noch für den Verein. Die Spieler kennen mich und ich kenne die Spieler.“

Für die Singener, die derzeit nur zwei Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt stehen, zählt in den kommenden Wochen jeder Punkt. Das ist auch dem wiederinstallierten Trainer bewusst. „Unser Ziel ist es, die Liga zu halten“, macht er unmissverständlich klar. Um das zu erreichen, will er die Entwicklung der Mannschaft vorantreiben. „Ich denke, dass es noch eine Menge Potenzial im Team gibt, das es herauszukitzeln gilt“, so Rogosic. Ein zarter Anfang ist mit dem 1:1 gegen den Tabellenzweiten Hegauer FV am vergangenen Wochenende erst einmal gemacht.