Herr Schilling, ihr Debüt verlief ja mit dem 6:2-Sieg gegen Endingen überaus erfolgreich. Wie sind ihre ersten Trainings- und Spieleindrücke?

Sehr, sehr positiv. Das ist eine willige Mannschaft mit viel Talent. Wir konnten bereits viel Neues mit einbauen.

Sie sind ja neu in der Verbandsliga und die Ziele sind – mit dem stark verbesserten Kader – in dieser Saison ambitioniert. Wie informieren sie sich über die Liga?

Ich schaue weniger auf die Tabelle und den Gegner, wir schauen auf uns. Wir wollen die Spielphilosophie so schnell wie möglich der Mannschaft vermitteln. Und dabei ist es eben einfach wichtig, dass wir uns nicht so sehr von der Tabellenlage oder dem nächsten Gegner beeinflussen lassen.

Ihr Vorgänger wurde früh in der Saison abgelöst. Verspüren sie starken Druck?

Nein, überhaupt nicht. Ich werte es als sehr positives Zeichen, dass sich der Club für mich als neuen Trainer entschieden hat. Und dabei ist die Planung eher mittel- und langfristig. Ich bin im Verein gut aufgenommen worden und spüre hier viel Vertrauen von den Verantwortlichen.

Nun mussten sie das Team ja sozusagen im laufenden Wettbewerb übernehmen. Die Möglichkeiten, der Mannschaft einen individuellen Stil zu verleihen, dürften daher bis zur Winterpause begrenzt sein. Was für einen Fußball stellen sie sich denn vor?

Klar, jede Spielphilosophie braucht bis zur Umsetzung Zeit. Aber diese nehmen wir uns einfach. Dennoch können wir einiges schon erfolgreich umsetzen. Das ist eine Mannschaft mit viel Spielintelligenz. Wir haben auch das Trainingspensum auf vier bis fünf Einheiten pro Woche hochgefahren, um das schneller verinnerlichen zu können.

Wie soll die Philosophie des 1. FC Rielasingen-Arlen, die ihre Handschrift trägt, denn aussehen?

Wir streben einen dominanten Fußball mit viel Ballbesitz an. Dazu braucht es eine sehr gute Fitness, die Laufwege müssen passen und klare Prinzipien müssen verinnerlicht werden.

Wo sehen sie die Stärken des 1. FC Rielasingen-Arlen, und woran müssen sie noch verstärkt arbeiten?

Das ist eine Mannschaft, die extreme Stärken in der Offensive hat, technisch stark ist und über einen guten Teamgeist verfügt. Man merkt, dass diese Mannschaft lebt. Schwächen sehe ich noch im Bereich der Fitness, denn wir konnten zuletzt unser Tempo nicht über 90 Minuten halten. Es gab einen leichten Einbruch nach etwa 60 Minuten. Das müssen wir noch weiter hinausschieben, auch durch clevereres Spiel in Ballbesitz.

Sie waren zuletzt beim FC Winterthur im Nachwuchsbereich tätig. Inwiefern unterscheidet sich der Schweizer Fußball vom deutschen?

Da ist schon ein Unterschied erkennbar. Das fängt schon bei so Dingen wie den Zuschauern und der Präsenz im Internet an. In der Schweiz läuft das ruhiger. Hier ist jeder Kaderspieler zu 100 Prozent bei der Sache, die Mentalität der Spieler ist eine ganz andere. Das macht mir viel Spaß und auf diese Tätigkeit mit diesen Spielern freue ich mich.

Fragen: Jürgen Rössler