2. Handball-Bundesliga: HSG Konstanz – TSV Bayer Dormagen (heute, 20 Uhr, Schänzle-Sporthalle). – Einen Punkt brachte die HSG von ihrer dreitägigen „Deutschland-Reise“ an den Bodensee. Den ersten aus der Fremde. Der Appetit auf weitere Punkte ist angeregt worden. „Da ist er endlich, dieser verdammte erste Auswärtspunkt“, entfuhr es Kapitän Tom Wolf beim Betreten des Mannschaftsbusses. Sechs Versuche hatte es bedurft. Auch Daniel Eblen war „schon glücklich“ über den Punkt in Lübbecke. Damit, so der HSG-Coach, lasse sich etwas befreiter arbeiten.

Trainer Daniel Eblen ist mächtig stolz

Mächtig stolz war der 45-Jährige vor allem über die Art und Weise. „Die Jungs haben alles reingehauen, das letzte Korn investiert!“ Diesen Willen gilt es auch gegen ein spielerisch starkes Dormagen zu beweisen, das mit 264 Toren den drittbesten Angriff der Liga stellt. Für Eblen sind die Gäste ein etablierter Zweitligist – obwohl dem Bayer-Club erst vergangenen Sommer die Rückkehr in der 2. Bundesliga gelang. Diese Einschätzung stützt er auf den hochkarätigen Kader. Für den TSV spielen der US-Nationalspieler Ian Hüter, der Schwede Carl Löfström, der Portugiese Nuno Rebelo und der tschechische Nationalspieler Jakub Sterba. Top-Torschütze ist der Kroate Ante Grbavac. Dusko Bilanovic, kroatischer Trainer, weiß: „Vor allem mit dem Rückblick auf unser Spiel in Krefeld haben wir gelernt, niemanden zu unterschätzen. Besonders nicht Konstanz. Daheim ist das immer noch einen Tick besser als auswärts. Es wartet ein heißer Tanz auf uns.“

Konstanzer wissen, was auf sie zukommt

Die Konstanzer wissen, dass sie mit dem gefährlichen Tempospiel der Westdeutschen ein komplett anderes Spiel als zuletzt in Lübbecke erwartet. „Da war vor allem die Physis in der Deckung gefragt“, erklärt Trainer Eblen. „Jetzt wird die Sache komplizierter.“ Genauso wie das Verhalten in der Deckung. Die HSG gehört, was Zeitstrafen und Karten anbelangt, zu den drei fairsten Teams der Liga. Einerseits ein Beleg für die gute, exakte Abwehrarbeit ohne viele Vergehen. Die zweite Seite der Medaille ist vielleicht, dass die HSG manchmal noch „zu brav“ agiert? Für Eblen ein schmaler Grat. „Aber es stimmt“, gesteht er, „wir müssen uns manchmal noch besser auf die Schiedsrichter einstellen, was erlaubt ist und was nicht. Hin und wieder könnten wir noch aggressiver spielen.“

Nach zwei Auswärtspartien Freude groß übers Heimspiel

Nach zwei Auswärtsspielen ist die Freude über die Rückkehr in die „Schänzle-Hölle“ groß. „Wir freuen uns darauf, wissen, wer und was auf uns zukommt.“ In erster Linie ein brandgefährliches Tempospiel. Technische Fehler verboten, wird eine Vorgabe sein, neben der kompakten Deckung. Schließlich soll das Punktekonto nun schnell aufgestockt werden. Nach einem Drittel der Saison ist der Cheftrainer der HSG Konstanz nicht ganz zufrieden. Mit den Leistungen schon, aber nicht mit den sechs Punkten. „Es wäre“, hält er fest, „mehr möglich gewesen. Das muss in die Köpfe rein: Im Angriff müssen wir es souveräner gestalten. Aber wir haben uns zu oft die Punkte nicht geschnappt. Es fehlte der letzte Zentimeter.“ Den kennt die HSG in der Schänzlehalle. Mit dem dritten Heimsieg wäre den Konstanzer Handballern der Sprung auf die Nichtabstiegsplätze wahrscheinlich.

Das Spiel wird kostenlos übertragen auf www.hsgkonstanz.de/livestream