Herr Poltrum, 18:6 Punkte, Aufstiegsplatz, in den letzten sieben Spielen sechs Siege: Der HSC Coburg kommt langsam ins Rollen. Sind Sie zufrieden?

Mit der Heimbilanz von 14:0 Punkten sind wir sehr zufrieden. Auswärts haben wir aber nicht das gezeigt, was wir wollten. So bleibt am Ende eine zufriedenstellende Bilanz.

Wie läuft es bei Ihnen persönlich?

Das ist gerade etwas schwierig, da ich aktuell nicht zu den Spielzeiten komme, die ich mir wünsche. Allerdings profitiere ich auch stark von der guten Trainingsqualität und kann mich so weiterentwickeln. Mein Ziel ist es, mehr zu spielen.

Die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsauftritten gilt auch für die HSG Konstanz. Worauf führen Sie dies zurück?

Allgemein herrscht in der 2. Bundesliga eine große Heimstärke. Vor der eigenen Kulisse ist es immer einfacher, die eigene Leistung abzurufen. Wenn ich die Lösung für die Unterschiede wüsste, hätten wir sie schon genutzt.

Mit welchen Gefühlen kehren Sie nach Konstanz zurück?

Ich freue mich darauf, zurückzukommen. So ganz bin ich auch nicht weg, da meine Freundin Sarah immer noch in Konstanz wohnt und ich öfter bei der HSG vorbeischaue.

Wie wird es, in die Halle einzulaufen, die drei Jahre lang Ihr zweites Zuhause war?

Das habe ich einige Zeit nicht mehr gemacht. Aber es gibt viele Erinnerungen, mit denen ich etwas verbinde. Auf der anderen Seite zu stehen, wird nun schon speziell. Zu einigen Spielern der HSG habe ich noch regelmäßig Kontakt. Für 60 Minuten muss die Freundschaft aber hinten anstehen. Ich möchte die bestmögliche Leistung bringen, obwohl ich viele Leute hier lieb gewonnen habe und sie mir vertraut geworden sind.

Haben Sie die HSG vergangene und diese Saison verfolgt? Was sind Ihre Eindrücke?

Konstanz hat es geschafft, in der vergangenen Spielzeit konstant gute Leistungen zu bringen und ist deshalb zurecht aufgestiegen. Diese Willensleistung ist sehr hoch zu bewerten. Die HSG lebt von den Emotionen und der Einstellung, vom Kampf, vom Herz. Das wird uns erwarten, und hier müssen wir dagegen halten.

Haben Sie Ihrem Trainer Jan Gorr schon Tipps mit auf den Weg gegeben?

Die Spielweise der HSG hat sich nicht allzu sehr verändert. Wenn mein Trainer Tipps haben möchte, werde ich mein Bestes tun. Aber als Torwart bin ich auch nicht der krasse Taktik-Experte. Für mein Spiel werde ich mein Wissen jedoch schon nutzen.

Sie kennen die Schützen der HSG. Aber die kennen auch Sie als Keeper…

Zu kompliziert sollte man in dieser Gemengelage nicht denken. HSG-Trainer Daniel Eblen hat es einmal schön gesagt: Das ist immer noch ein Spiel und kein auswendig gelerntes Theater. Vieles wird intuitiv entschieden.

Konstantin Poltrum.
Konstantin Poltrum. | Bild: Peter Pisa