TV Holzheim 1885 – SV Allensbach (Sonntag, 17 Uhr). – Wenn der SV Allensbach an diesem Sonntag beim Tabellenschlusslicht TV Holzheim 1885 antritt, geht er als haushoher Favorit ins Spiel. Eine klare Sache, könnte man meinen.

Doch das vergangene Wochenende hat gezeigt, wie schnell ein erklärter Favorit ins Wanken geraten kann. Während Allensbach sich souverän gegen den TV Möglingen durchsetzen konnte, mussten die beiden anderen Spitzenteams Ketsch und Gröbenzell Niederlagen hinnehmen. Besonders überraschend war dabei die Niederlage des Spitzenreiters TSG Ketsch, der sich bei einem Heimsieg gegen den Tabellenvorletzten ESV 1927 Regensburg die Meisterschaft hätte sichern können. Auch für SVA-Trainer Claus Ammann war die Niederlage des Tabellenersten eine Überraschung, er glaubt aber, die Gründe zu kennen. „Ketsch hat diese Saison sehr gut gespielt. Solche Niederlagen können aber passieren, wenn man sich nicht mehr hundertprozentig fokussiert. Es fehlen nur noch die letzten zwei Punkte zur Meisterschaft, man hat bereits die T-Shirts gedruckt, da passiert viel im Unterbewusstsein. Wenn der Gegner so was ausnutzt, kann er über sich hinauswachsen“, erklärt Ammann. Deswegen sei es für ihn besonders wichtig, dass seine Mannschaft in Holzheim nicht von einem Selbstläufer ausgehe, sondern sich wie gewohnt fokussiere.

Einen Ausrutscher sollte sich der SV Allensbach nicht erlauben, denn durch die Niederlage des TSG Ketsch ist die Meisterschaft für den SV rein rechnerisch noch möglich. Für Claus Ammann aber Utopie mit Blick auf das Restprogramm des Tabellenersten. Wäre denn der SV Allensbach überhaupt reif für die 2. Bundesliga? „Ich kann das nur aus sportlicher Sicht beurteilen“, betont Claus Ammann. „Und aus dieser Sicht sind wir noch nicht soweit. Das kann ich nach einem Jahr Arbeit mit der Mannschaft beurteilen. Unser Fokus sollte darauf liegen, die neuen Spielerinnen zu integrieren“, fährt er fort. So sehe es auch die Mannschaft selbst, verrät Ammann. Sowohl die Spielerinnen, als auch der Trainer wollen keine Frustsaison erleben, in der sie nur abgeschossen werden. „Das wäre nicht erstrebenswert“, so Ammann und fügt vielsagend hinzu: „Die Zeit wird jedoch kommen“.