Schon aufgeregt?

Wegen Freitag? Es ist eher Vorfreude. Endlich ein Heimspiel! Und das erste für den neuen Club mit Derby-Atmosphäre, gegen einen Erstliga-Absteiger und Weltmeister Mimi Kraus und ein Wiedersehen mit Jonas Link, mit dem ich schon in Erlangen zusammen spielte. Ich hatte schon einmal die Ehre, gegen Mimi Kraus spielen zu dürfen. Es ist schon etwas Besonderes, dass er hier aufkreuzt. Wir wollen kämpfen und alles geben und sind komplett heiß.

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Bietigheim gilt als der Topfavorit schlechthin. Was kommt auf Sie zu?

Das ist eine sehr erfahrene Truppe, die kommt mit der besonderen Stimmung in der Schänzle-Hölle klar. Sie hat eine kompakte Abwehr, einen starken Rückraum und spielt gut mit dem Kreis zusammen. Darauf werden wir uns gut einstellen. Vielleicht gelingt uns eine kleine Überraschung.

Was haben Sie sich vorgenommen?

Es ist wichtig, keine Angst zu haben. Wir vertrauen auf unsere Stärken, die wollen wir nutzen. Dabei kommt es vor allem auf eine gute Deckung an. Dass wir dann eine Chance haben, hat das Spiel in Hüttenberg gezeigt.

Dort haben Sie Ihren Einstand im HSG-Trikot gegeben. Überwiegt die Enttäuschung oder das positive Gefühl nach hervorragenden letzten 20 Minuten?

An die Leistung in der Abwehr kann man auf jeden Fall anknüpfen. Wenn wir dann alles reinwerfen, kann alles funktionieren. Wenn wir die Leistung der letzten 25 Minuten über die volle Distanz bringen, haben wir große Chancen, erfolgreich zu sein. Wir arbeiten daran, die Schwächephasen
wegzubekommen. Trainer Dani Eblen weiß ganz genau, welche Hebel wir umlegen müssen. Dennoch zeigt das Spiel in Hüttenberg: Wir können mithalten.

Wie sehen Sie Ihr Zweitliga-Debüt?

Dass ich ein oder zwei Bälle zu wenig gehalten habe, sonst hätten wir gewonnen, oder zumindest einen Punkt mitgenommen. Das bleibt erstmal im Kopf hängen. Der Teamerfolg steht klar im Fokus. Es hat zwar schon ganz gut geklappt, aber ein Tick hat gefehlt, sonst hätten wir uns belohnt. Nun steht die frenetische Unterstützung der eigenen Fans zur Verfügung. Deshalb macht sich riesengroße Vorfreude breit. Ich war gegen Eisenach in der Halle, das war der Wahnsinn. Diese Fans im Rücken geben einen zusätzlichen
Kick. Ich bin gespannt, wie es abläuft. Auf dem Spielfeld, als Teil der Mannschaft, wird sich das noch einmal ganz anders anfühlen.

Dem großen Bruder ist zu verdanken, dass Sie als Linkshänder im Tor sind?

(lacht) Mein Bruder stand im Tor. Ich habe zugesehen und fand es ganz cool, wie er die Bälle hält und sich freut. Das wollte ich auch. Auf die Wurfhand haben wir nicht so geachtet, ich wollte lieber meinem Bruder nacheifern. Ich habe mich wohl nicht so schlecht angestellt, hatte Spaß an der Aufgabe und bin froh über die Entscheidung und meinen Weg. Okay, und ich war wohl auch etwas lauffaul.

Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Der Klassenerhalt ist ganz wichtig. Wir haben gesehen, dass wir auch auswärts punkten können. Ich möchte dem Team helfen und viele Bälle halten, mich weiterentwickeln und den nächsten Schritt machen. Damit wir auch nächste Saison in der 2. Bundesliga spielen.

Im Kader stehen drei gute Torhüter. Wie sehen Sie die Zusammenarbeit und deren Rolle? Für Trainer Daniel Eben sollen sie ein ganz wichtiger Baustein sein.

Im Tor ist man „last man in defense, first man in offense“. Die Defensive und das schnelle Spiel nach vorne sind wichtig, man kann auf dieser Position ein Spiel entscheiden. Bei 20 Paraden ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man gewinnt. Wir haben dafür eine gute Mischung an Keepern. Simon Tölke ist ruhig und voll
fokussiert, Max Wolf ist sehr explosiv. Ich selbst bin eine Mischung aus beidem und rede auch gerne mit der Abwehr. Wir trainieren alle gut und der Trainer hat die Qual der Wahl. Ich freue mich, wenn ich spiele, aber genauso, wenn es bei den anderen funktioniert. So spornen wir uns gegenseitig an und treiben uns zu
Höchstleistungen. Wenn man sich reinhängt und gut zeigt, wird das honoriert.

Fragen: Andreas Joas