Handball, 2. Bundesliga: HSV Hamburg – HSG Konstanz 32:25 (16:12). – Es bleibt in der Ferne dabei: Viel Aufwand, kein Ertrag für die HSG Konstanz. Die knapp 1700 Kilometer weite Reise nach Hamburg und zurück war trotz eines über weite Strecken ordentlichen Auftritts nicht von Zählbarem gekrönt. Erneut war viel mehr drin, doch neun technische Fehler, die meist postwendend mit einem Gegenstoßtreffer bestraft wurden, führten zur 25:32 (12:16)-Niederlage.

Zu hohe Fehlerquote

Es war zum Verzweifeln für all jene, die zahlreich in gelb-blauen Trikots auf der Tribüne Platz genommen hatten und sich immer wieder lautstark bemerkbar machten. Ihre Mannschaft stand sich immer wieder selbst im Wege. Der schnelle, attraktive Handball war zum Scheitern verurteilt, da die Fehlerqoute einfach viel zu hoch war.

Leichtes Spiel für Hamburg

Hamburg, vor allem über die Routiniers wie Ex-Nationalspieler Jens Schöngarth und Lukas Ossenkopp aus dem Rückraum erfolgreich, hatte immer wieder leichtes Spiel. Das sorgte nur für großen Ärger im und Ratlosigkeit nach dem Spiel. „In der ersten Halbzeit haben wir ganz gut gespielt“, meinte HSG-Trainer Daniel Eblen, „Vor allem in der Abwehr, auch wenn man Hamburg natürlich nicht die ganze Spielzeit in Schach halten kann.“

Sinnbildlich für die vielen Fehler stehen gleich mehrere Aktionen kurz nacheinander in der 51. Minute. Beim Stand von 26:21 war die Zeitstrafe für Konstanz gerade abgelaufen, als Felix Krüger auf das Spielfeld stürmte und einen Hamburger Pass abfing, frei auf dem Weg zum Tor aber von den Schiedsrichtern zurückgepfiffen wurde.

Vorentscheidung in doppelter Überzahl

Der Einwand der Kampfrichter: Der Spieler sei nicht über die Wechselzone, sondern wohl einige Zentimeter daneben in das Spielfeld zurückgekehrt. Statt des Gegenstoßtreffers für Konstanz gab es also Ballbesitz für die Gastgeber und eine Zeitstrafe für die HSG, nach Protesten gegen die Entscheidung von Daniel Eblen zudem noch eine weitere. Die doppelte Überzahl sorgte für die Vorentscheidung, der HSV stellte auf 28:21.

Doch schon vor der Pause hatte sich Konstanz selbst ein Bein gestellt, und nach tollem Beginn (5:5/11.) den prominent besetzten Nachfolgeclub des europäischen Titelträgers von 2013 immer wieder dann ziehen lassen, wenn man sich gerade mit viel Aufwand zurückgekämpft hatte. Erst in den letzten vier Minuten vor der Pause war der Tabellendritte auf vier Tore enteilt.

Konstanzer Kampfgeist

Aber selbst bei sechs Treffern Rückstand eine Viertelstunde vor Schluss gab sich Konstanz nicht geschlagen und war nach einem 3:0-Lauf wieder auf 20:23 dran und hatte dann sogar die Chance, auf zwei Treffer zur verkürzen. Doch ein zu überhasteter und schwieriger Abschluss aus spitzem Winkel ließ das Pendel wieder zu Gunsten der Hamburger ausschlagen.

„Wir haben dann auch viele Eins-Gegen-Eins-Duelle verloren, während sich im Angriff gute Phasen mit solchen abgewechselt haben, in denen wir leicht die Bälle verloren haben“, sagte Eblen. Dennoch sah der 45-Jährige darin im Vergleich zum Auswärtsspiel in Essen einen Schritt in die richtige Richtung. Aber: „Als wir die Chance hatten, noch einmal Oberwasser zu bekommen, ist das passiert, was passiert ist.“

Clevere Hamburger

Schließlich gab es auch keinen Zweifel am aufgrund der Konstanzer Defizite verdienten Erfolg des Handball Sport Verein Hamburg, der damit weiter an den Aufstiegsrängen schnuppert. Cleverer, effizienter und deutlich ruhiger und klarer in schwierigen Situationen feierte er den dritten Sieg im vierten Spiel vor eigener Kulisse.

Daniel Eblen.
Daniel Eblen. | Bild: Peter Pisa

Daniel Eblen ärgert sich über Fehler

„Das ärgert natürlich schon“, sprach der HSG-Coach das deutliche Übergewicht der Fehler auf Seiten seiner Mannschaft an. Zudem war das Team bei nötig werdenden Umstellungen „noch ein bisschen zu grün, nicht nervenstark und kalt genug“, so Eblen weiter, „um dies direkt umzusetzen. Wir waren da zu weit auseinander. Was gegen einen Gegner funktioniert, muss man gegen den nächsten vielleicht anders machen.“

Nun gegen Emsdetten

Viel Zeit bleibt der HSG nun nicht, um sich bis Samstag, 20 Uhr, auf den nächsten wichtigen Kracher im Kampf um den Klassenerhalt vorzubereiten. Mit dem TV Emsdetten kommt wieder ein Tabellennachbar in die Schänzlehalle, der zuletzt gegen Bundesliga-Dino Gummersbach erfolgreich war. Eblens Appell: „Gut arbeiten, weiter nach vorne. Auswärts hängen die Trauben extrem hoch.“ Was er auf sein Team bezogen hat, gilt jedoch auch umgekehrt. Auf Platz acht der Heimtabelle platziert, soll die Serie von drei Partien ohne Niederlage vor den eigenen enthusiastischen Fans ausgebaut werden.

HSG Konstanz: M. Wolf, Tölke, Michael Haßferter (Tor); Stotz, Schlaich (3), Hild (2), T. Wolf (2), Wiederstein (1), Kaletsch (10/3), Krüger (1), Maier-Hasselmann, Beckmann (2), Braun (1), Jud (2), Keupp, Wendel (1). – Z: 2678.