2. Handball-Bundesliga: TuS Ferndorf – HSG Konstanz (heute, 19.30 Uhr, Sporthalle Stählerwiese Kreuztal). – Nur durch einen Punkt sind die beiden Tabellennachbarn getrennt. Heute treffen sie im direkten Duell aufeinander. Für beide Mannschaften geht es um den ersehnten großen Schritt Richtung Mittelfeld – und auch darum, sich für gute Leistungen in den vergangenen Wochen endlich einmal zu belohnen.

Erstaunliche Parallelen zwischen den beiden Clubs

Erstaunliche Parallelen tun sich bei Betrachtung der zurückliegenden Ergebnisse und Vorstellungen beider Clubs auf. In Dresden hatte Ferndorf zuletzt mit einem Tor verloren, ebenso in Gummersbach, gegen Hüttenberg mit zwei. Gegen Hamm feierte der TuS ein Remis. Genau das war auch der HSG gelungen. Zuletzt jedoch gab es die sechste knappe Niederlage in dieser Saison gegen den Tabellenzweiten Coburg. Fünfmal hatte Konstanz mit nur einem oder zwei Toren verloren, gegen Coburg mit drei. Für Ferndorf-Trainer Michael Lerscht gilt es daher, gegen Konstanz „am Ende die Belohnung für die harte Arbeit zu erfahren“. Das schwebt Daniel Eblen genauso vor.

Phasenweise sehr gut gegen Coburg

„Wir haben ein gutes, in Phasen sogar sehr gutes Spiel gegen Coburg gemacht“, sagt der Cheftrainer der Konstanzer. Warum sich seine Spieler nicht schon öfter für couragierte Auftritte belohnen konnten, brachte eine kritische Analyse mit zwei Seiten. Von Mannschaften wie Coburg werde man physisch, handballerisch unter höchsten Druck gesetzt, sagt er. „Und dann gehen uns in Summe ein paar Angriffe flöten. Das sind genau die, die den Ausschlag geben.“ Der 45-Jährige warnt deshalb davor, sich einer Illusion hinzugeben: „Wir spielen gut und es fehlt dennoch das Quäntchen.“

Bis Weihnachten „Wochen der Wahrheit“

Gegen Coburg musste die HSG keine Punkte holen – die Chance dazu war jedoch greifbar nahe und wurde nicht genutzt. Umso wichtiger werden nun die „Wochen der Wahrheit“ bis zum Weihnachts-Heimspiel am 26. Dezember. Neben Ferndorf, Krefeld, Dresden und Hüttenberg geht es gegen vier direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. „Gut zu sein, reicht da nicht“, findet Eblen klare Worte. „Wir müssen es noch ein bisschen besser machen. Es ist ja nicht so, dass wir ein schlechtes Bild abgeben, aber ein paar Sachen müssen wir nun entwickeln, damit es noch öfter zum Erfolg reicht.“

Spiel in Ferndorf ein idealer Zeitpunkt

In Ferndorf wäre dazu ein idealer Zeitpunkt, wenngleich der Gegner auf den Heimvorteil bauen kann. In fremden Hallen hängen die Trauben sehr hoch, weiß der HSG-Trainer. „Das ist eine andere Geschichte als daheim vor unseren tollen Fans. Wir haben aber auch schon gezeigt, dass wir auswärts gut spielen können und werden alles reinlegen.“ Zweimal kreuzten Ferndorf und Konstanz in der 2. Bundesliga die Klingen, jeweils die Auswärtsmannschaft gewann.

Kader der Gastgeber „richtig gut“

Eblen schätzt den Kader der Siegerländer als „richtig gut“ ein. Hervorzuheben sind die erfahrenen Jonas Faulenbach, Andreas Bornemann und Patrick Weber im Rückraum. „Die machen aus der Fernwurfzone richtig Alarm“, warnt Eblen. Der Schwede Julius Lindskog Andersson und der Kroate Marijan Basic bringen das spielerische Element ein. Prunktstück ist jedoch die vom kroatischen Abwehrspezialisten Branimir Koloper angeführte Deckung.

Eblen: „In Summe stärker werden“

Insofern bleibe nur eines übrig: „In der Summe stärker werden“, so Daniel Eblen. Sich entwickeln, um nicht nur schwache Momente zu reduzieren und zu überstehen, sondern selbst den Druck auf den Gegner erhöhen und Fehler ausnutzen. „Ferndorf ist die nächste Gelegenheit, um besser zu werden, dort wird alles abgefragt werden“, blickt er voraus. Im Wissen, dass die HSG wieder um einige wichtige Spieler bangen muss. Auf die Rückkehr der zuletzt angeschlagenen Fabian Wiederstein und Tim Jud wird gehofft. Für Joschua Braun geht es erst im neuen Jahr weiter. Zudem hat die HSG unter der Woche weitere Ausfälle zu beklagen.

„Wir versuchen das Maximale herauszuholen“

Die Konstanzer Marschroute lautet nun ohnehin, ein wichtiges Spiel nach dem anderen anzugehen. „Das wird“, so Eblen, „immer herausfordernd, und wir werden immer versuchen, das Maximale herauszuholen. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie wir dastehen.“ In Ferndorf gibt es die erste Antwort darauf, bei wem der Knoten mit dem ersehnten Erfolgserlebnis platzt. Damit könnte viel in die positive Richtung ins Rollen kommen.

Das Spiel gibt es kostenlos auf www.hsgkonstanz.de/livestream