2. Bundesliga: HSG Konstanz – Lübeck-Schwartau 29:28 (12:15). – Im fünften Anlauf ist der Knoten geplatzt: Mit einem 29:28 (12:15)-Heimsieg gegen den Tabellenfünften VfL Lübeck-Schwartau gelang der HSG Konstanz vor 900 Zuschauern nach einer tollen Aufholjagd in der zweiten Halbzeit der erste Saisonsieg. Der Aufsteiger hat mit drei Punkten die direkten Abstiegsplätze verlassen, und bei Trainer Daniel Eblen war die Erleichterung groß.

Knapp vier Minuten vor Schluss trat der 21-jährige Linkshänder Joschua Braun an den Siebenmeterpunkt. Weil zuvor Paul Kaletsch, Fabian Schlaich und auch Kapitän Tom Wolf allesamt am 37-jährigen ehemaligen Torwart des THW Kiel in Diensten des VfL Lübeck-Schwartau gescheitert waren. Dreimal entnervte der 37 Jahre alte Dennis Klockmann die Schützen. Nun lastete die gesamte Verantwortung auf dem jungen Linkshänder Braun.

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Der erste Siebenmeter in der 2. Bundesliga für ihn, kurz vor der Entscheidung. Eine kurze Täuschung, der Aufsetzer ging durch die Beine von Klockmann und die Halle tobte. Denn kurz darauf war Schluss. Lübeck-Schwartau kam nach ein paar umstrittenen Entscheidungen in Überzahl nur noch zu Ergebniskosmetik.

Die Konstanzer zeigten erneut über weite Phasen eine starke Vorstellung. Angefangen von einer stabilen Deckung, die mit schnellen Beinen dem wurfstarken Rückraum der Gäste wenig Freiraum ließ. Und an einer temporeichen, beherzten und auch spielerisch ansprechenden Offensivleistung.

Anfangseuphorie verfliegt schnell

4:1 hieß es nach acht Minuten – doch schon bald war die Anfangseuphorie verflogen. Lübeck stellte die beste Defensive der Liga unter Beweis, Klockmann zog den Konstanzern immer wieder den Zahn und vor allem Mex Raguse war mit seinen krachenden Abschlüssen aus der zweiten Reihe genauso schwer zu halten wie Kreisläufer Marcel Möller.

So zog Daniel Eblen in der Halbzeit die richtigen Schlüsse und gab seinen Schützlingen die richtigen taktischen Kniffe mit an die Hand. Die Abwehr verteidigte offensiver und etwas intensiver, und vorne spielte die HSG – im Unterschied zu den letzten Partien – sehr ruhig und konzentriert, mit kühlem Kopf aber gewohnter Leidenschaft.

Simon Tölke kommt und kocht die Gäste reihenweise ab

Keine drei Minuten waren in Durchgang zwei gespielt, als Fabian Wiederstein den Ausgleich zum 15:15 erzielte. Grundstein für die Aufholjagd war zudem die Hereinnahme von Torwart Simon Tölke, der die Angreifer der Gäste reihenweise abkochte. Nach 40 Minuten flog dann Fabian Schlaich zur ersten Führung nach der Anfangsphase heran (18:17), Tim Jud erhöhte auf zwei Treffer, Michel Stotz auf Traumpass von Paul Kaletsch durch die Beine des Gegenspielers auf drei. Schließlich sorgte Joschua Braun vom Punkt für die Erlösung und Vorentscheidung.

„Wir haben über das ganze Spiel weniger Fehler gemacht, vor allem in der zweiten Halbzeit“, strahlte Eblen nach dem Coup gegen einen der Aufstiegsfavoriten. „Die Jungs haben Großes geleistet. Ich bin sehr zufrieden, wie unaufgeregt und zugleich dynamisch und mutig wir im Angriff gespielt haben. Der Sieg war wichtig für die Psyche.“

HSG Konstanz: M. Wolf, Tölke, Haßferter (Tor); Stotz (1), Schlaich (3/1), Hild, T. Wolf (4/2), Wiederstein (5), Kaletsch (4), Krüger, Maier-Hasselmann (3), Beckmann (3), Braun (3/1), Jud (4), Keupp, Wendel. – Z: 900.