2. Handball-Bundesliga: HSG Konstanz – TV Emsdetten 29:30 (10:13). – Es war wieder einmal ein verrücktes Spiel in der mit mehr als 1300 Zuschauern gefüllten „Schänzle-Hölle“. Konstanz wirkte in der ersten Hälfte nicht richtig auf dem Feld, dann gelang eine furiose Aufholjagd und kurz vor Schluss das 29:29. Mit einem umstrittenen Siebenmeter nach Ablauf der Spielzeit ließ Dirk Holzner Emsdetten jubeln.

Ein Stich tief ins Konstanzer Handballherz

Der Stich ging tief ins Konstanzer Herz. Richtig angefasst wirkten Fabian Wiederstein und Co. nach einem verlorenen Big-Point-Match. „Klar ist das frustrierend“, sagt Wiederstein sichtlich mitgenommen. „Aber ich würde dies jetzt nicht an der letzten Aktion festmachen.“ Seine Mannschaft hatte schon zuvor nicht gerade den besten Tag erwischt und sehr lange gebraucht, um auf Touren zu kommen. Daniel Eblen brachte es auf den Punkt: „Wir waren zu spät dran. In jeglicher Hinsicht. In der Abwehr lange den berühmten Schritt zu spät am Gegner, zu spät im Spiel drin und zu spät mit dem Ausgleich.“

Ordentliche Hypothek aufgeladen

Dass dieser fiel, war schon eine beachtliche Leistung der Gastgeber, die an einem gebrauchten Tag mit vielen leichten Fehlern, großen Problemen im Positionsangriff und gerade zu Beginn noch ungewohnten Lücken in der Deckung sich eine ordentliche Hypothek aufgeladen hatten. Doch das Kämpferherz pochte unter den gelb-blauen Trikots. Der Fünf-Tore Rückstand, der auch knapp 33 Minuten in der zweiten Hälfte bestand (11:16), schmolz kontinuierlich.

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Beim 18:19 stand die Halle Kopf. Doch anstatt den Schwung und die Euphorie zu nutzen, fabrizierte die HSG leichte Fehler. Der Ausgleich, er wäre für Emsdetten wohl eine ganz schwer zu meisternde Situation gewesen. Allerdings: Die Gäste verhinderten ihn clever und mit viel Qualität.

Gellendes Pfeifkonzert in der Schänzle-Sporthalle

Doch auf diese letzte Szene lief schließlich doch alles zu, wurde von einem gellenden Pfeifkonzert begleitet und sorgte für viel Unverständnis aufseiten der Hausherren. Ein bei neun Metern begonnener Zweikampf wurde von den beiden Unparteiischen mit dem Strafwurf drei Sekunden vor Schluss geahndet. Holzner behielt nach Ablauf der Spielzeit die Nerven, traf und jubelte mit seinem Team über einen verdienten Auswärtserfolg. Allerdings hatten die Spielleiter nicht den besten Tag erwischt und der HSG etwa direkt vor der Halbzeit, als Samuel Wendel einen Pass abgefangen hatte, den Siebenmeter verweigert. Wendel traf ins leere Gästetor – Sekundenbruchteile zu spät. Beim Wurf hatte ihm ein Emsdettener in den Wurfarm gegriffen und einen schnelleren Abschluss verhindert.

Eblen: „Das haben wir uns selbst eingebrockt“

„Wir waren am Anfang einfach nicht bereit“, suchte der HSG-Coach die Schuld allein auf der eigenen Seite. „Wir haben 15 Minuten gebraucht, bis wir so weit waren. Zu Schiedsrichter-Entscheidungen sage ich nichts. Wir haben uns das selbst eingebrockt.“ Er hatte vor der Pause bewusst auf eine Auszeit verzichtet, um die immer wieder auflodernde Flamme bei seinem Team nicht zu löschen. Eblen. „Wir waren immer wieder dran“, doch die großen Entscheidungen habe Emsdetten besser getroffen. „Wir haben“, gestand Wiederstein, „über 50 Minuten nicht die Leistung abgerufen, die leisten können. Und das in einem so wichtigen Spiel.“

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Es werde etwas dauern, dieses Erlebnis zu verarbeiten, so Wiederstein. „Wir haben aber noch viele Spiele. Die 2. Bundesliga ist ein Marathon. Da geht es bis zum Schluss um Punkte. Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.“

HSG Konstanz: Tölke, Haßferter (beide Tor); Kaletsch (7/1), Wiederstein (6), Wolf (5/3), Beckmann (2), Maier-Hasselmann (2), Jud (2), Schlaich (2), Hild (2), Wendel (1), Keupp, Czako, Stotz, Braun, Krüger.