Kunstradsport: Zwar krachte schon mal das eine oder andere Rad auf den Boden, dennoch bekamen die zahlreichen Zuschauer bei der Baden-Württembergischen Meisterschaft der Junioren Top-Leistungen in der Stockacher Jahnsporthalle geboten. Da waren Handstände zu sehen, Stände auf dem Sattel oder Lenker oder auch ein Sprung vom Sattel auf den Lenker, während das Kunstrad rollte. Und im 4er und 6er Kunstrad kam es auf die perfekte Choreographie an. Für beste Verhältnisse hatte der Förderverein Kunst- und Einradsport Hegau-Bodensee-Schwarzwald unter Federführung seines Vorsitzenden Frank Ruhland (Nenzingen) gesorgt. „Wir haben in Stockach zum dritten Mal die BaWü ausgetragen“, so Ruhland. „Das Zusammenspiel zwischen den sechs Vereinen lief hervorragend. “ 66 hatten sich qualifiziert, 15 krank oder verletzt abgesagt. Von den zehn Titeln holte der RMSV Aach drei, die restlichen sechs gingen an Lottstetten, Friedrichshafen, Oberjesingen, Denkendorf und Oberesslingen.

Teilnahme am DM-Halbfinale erreicht

Alle vier Mannschaften haben das Ziel, die Teilnahme am DM-Halbfinale, dem Junior-Mannschafts-Cup am 28. März in Lengerich, erreicht. Dies freute die Aacher Chef-Trainerin Katja Gaißer. „Trotz der besonderen Umstände, eine Sportlerin klagte am frühen Morgen über Magen-Darm-Probleme, war das Klasse, was sie daraus gemacht haben.“ Auch der 4er Einrad des RV Klengen (Zweiter) hat sich fürs DM-Halbfinale qualifiziert. Lucia Temme (Orsingen) verpasste als Siebte (91,45 Punkte) knapp die Junior-Masters. Viviana Klesel (Nenzingen) musste bei ihrem ersten BaWü-Start mit Platz 18 (84,25) zufrieden sein.

Lucia Temme knapp gescheitert

Im 1er Kunstrad der Juniorinnen musste Viviana Klesel (Nenzingen) als Erste ran. Sie begann gut, leistete sich die eine oder andere Unsicherheit und wurde mit 84,25 Punkten 17. Lucia Temme (Orsingen) liebäugelte mit der Teilnahme an der Junior-Masters-Serie. Dafür musste sie 95 Punkte fahren. Von Beginn an lief es gut, doch einen Aufgang musste sie wiederholen, was sehr viel Zeit kostete. Die fehlte, um alle Übungen in der Zeitvorgabe zu zeigen, sodass sie (93,45) die Quali knapp verpasste. Es gewann überraschend Ceyda Altug (Friedrichshafen/168,04) vor Hannah Reichle (Bad Schussenried).

Unter den Umständen „super Leistung“

In den Mannschaftsdisziplinen waren vier Aacher Riegen sowie je ein Quartett aus Nenzingen und Klengen am Start. Im 4er Einrad konnten die vier Nenzingerinnen ihr Leistungsvermögen nicht vollständig umsetzen und mussten mit Platz acht zufrieden sein. Es gewann Oberesslingen (123,96). In der 6er-Einrad-Entscheidung hatte Oberesslingen 108,13 vorgelegt, die Aach zu knacken hatte. Trotz der angeschlagenen Sportlerin lief es gut, „nach zwei Minuten war sie platt“, so Katja Gaißer, „aber sie kämpfte die restlichen drei Minuten gut durch.“ Mit 103,92 Punkten mussten sich die Deutschen Meisterinnen geschlagen geben. „Unter den Umständen eine super Leistung“, so Gaisser. Im 4er Kunstrad sprang eine Ersatzfahrerin ein, die sich gut ins Team einfügte. 163,91 Punkte hatte Aach vorgelegt, Ebnat kam mit 142,19 dahinter, vor dem großen Favoriten KRS Rebland Varnhalt (150,83). Ein überraschender Erfolg für das RMSV-Quartett.

Fast perfekte Kür gefahren

Im 4er Einrad legte Schwenningen 32,23 vor, Klengen 62,63. Danach absolvierte Aach mit 135,39 Punkten eine fast perfekte Kür und wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Vor dem Einsatz im 6er Kunstrad hatte sich die angeschlagene RMSV-Sportlerin zu Hause pflegen lassen und startete gestärkt. Ebnat legte 21,99 Punkte vor. Aach zog sein Programm ohne Sturz durch: 150,52 Punkte und der Titel waren der Lohn für die gekonnte Darbietung. (ws)