DHB-Pokal, 1. Runde: EHV Aue – HSG Konstanz 27:25 (15:12). – Sie kennen das Gefühl, die Konstanzer. Beim heimstarken EHV Aue war und ist nichts zu holen. So nahe wie dieses Mal waren sie aber noch nie an einem Erfolg. Viel hat in der Endphase, als der HSG mehrmals der Anschluss gelungen war und sich sogar Möglichkeiten zum Ausgleich boten, nicht gefehlt. Am Ende blieb es somit dabei, dass im Aufeinandertreffen dieser beiden Teams fast ausschließlich das Heimteam triumphiert.

Schwacher Angriff zu Beginn der Partie

Zu Beginn der Partie harzte es bei den knapp 600 Kilometer gereisten Gästen deutlich im Angriff. „Wir hatten dort zunächst Probleme“, bemerkte Daniel Eblen und sagte: „Es hat etwas gedauert, bis wir in das Spiel gefunden haben.“ Zu Beginn war die HSG noch zu oft am gut reagierenden EHV-Schlussmann Erik Töpfer gescheitert und wenig effektiv.

Vor allem aber beraubte man sich selbst seiner Stärken und passte sich der Spielweise der sehr erfahrenen Mannschaft aus dem Erzgebirge an. Dazu kam der eine oder andere technische Fehler, sodass Aue auf 7:3 (16.) davonziehen konnte. Eine Hypothek, die die HSG trotz einer spektakulären Siebenmeter-Parade von Simon Tölke lange vor sich herschieben musste.

Mehr Tempo nach Umstellungen

Nach einigen Umstellungen und mit deutlich mehr Tempo im eigenen Spiel bekamen die Gäste immer mehr Zugriff auf die Partie und lieferten Aue ab hier einen heißen Kampf auf Augenhöhe. „Wir haben“, so Eblen, „gesehen, dass im Wettkampf noch ein anderer Wind als in den Testspielen weht.“ Defensiv wusste sein junges Team hier dennoch zu überzeugen, „arbeitete viel und aufwendig, konnte sich aber nicht immer dafür belohnen. Es hat noch nicht alles funktioniert“, meinte der HSG-Coach. „Wenn einer in der Kette wegbricht, bekommt man trotz großen Aufwandes das Gegentor. Das müssen wir besser machen.“

Anschluss ja, Ausgleich nein

Aufgrund eines nach Ablauf der ersten 30 Minuten vergebenen Siebenmeters startete Konstanz mit einem Drei-Tore-Rückstand in den zweiten Durchgang und musste hier bald neben Fynn Beckmann, Fabian Schlaich und Matthias Hild auch auf Top-Torjäger Paul Kaletsch verzichten. Und dennoch war es nun die HSG, die immer wieder am Drücker war. In Minute 38 ließ Tim Jud den Rückstand auf nur noch zwei Tore schmelzen, und der gut aufgelegte Joschua Braun verkürzte mit seiner hohen Geschwindigkeit und vielen Durchbrüchen zum 21:20. Mehrmals schafften die Konstanzer danach den Anschluss, vergaben die Möglichkeit zum Ausgleich und mussten wieder einem Rückstand hinterherlaufen.

Kurz vor dem Ende war alles offen

Fünf Minuten vor dem Ende schien alles gelaufen, Aue lag mit 26:23 in Front. Tim Keupp und Michael Haßferter im Tor hielten die Hoffnungen auf eine Konstanzer Pokal-Überraschung jedoch weiter am Leben. Als dann auch noch Tom Wolf Aron Czako mit einem herrlichen Kempa-Trick bediente und der junge Linksaußen sehenswert vollendete, war plötzlich wieder alles offen. Nur noch 26:25 für Aue, knapp eine Minute vor Spielende. Diese Minute brachten die Spieler aus dem Erzgebirge mit aller Routine gut über die Runden und setzten mit der Schlusssirene den 27:25-Endstand.

Selbstvertrauen für Saisonstart getankt

„Wir haben es geschafft“, lobte der HSG-Trainer seine Mannschaft trotzdem, „Aues Defensive in Bewegung zu bringen und haben weniger Fehler gemacht.“ Auch wenn vielleicht mehr drin gewesen wäre, für den 44-Jährigen waren andere Aspekte wichtiger. Etwa, dass vor dem Saisonstart „noch einmal jeder die Chance bekommt, sich zu zeigen. Ich habe ein richtiges Bild unter Wettkampf-Härte gebraucht.“ Dieses müsste er bekommen haben und nicht unzufrieden sein, denn nach dem guten Auftritt in Aue dürfte seine Mannschaft Selbstvertrauen für den Zweitliga-Saisonauftakt am Samstag in Hüttenberg getankt haben. Eblen: „Niveau und Intensität sind Schritt für Schritt gestiegen. Ich hoffe, wir können das in die Saison nehmen.“

HSG Konstanz: M. Wolf, Tölke, Haßferter (Tor); Stotz, Czakó (2), T. Wolf (3/1), Wiederstein (2), Kaletsch (4/2), Krüger (1), Maier-Hasselmann (2), Braun (5), Jud (2), Keupp (2), Wendel (2). – Z: 300