Sieben Wochen der Vorbereitung sind genug. Am Samstag um 17.30 Uhr fällt für die HSG Konstanz der Startschuss. Im ersten Pflichtspiel der Saison steht die reizvolle Aufgabe im DHB-Pokal bei Zweitliga-Urgestein EHV Aue im Terminplan.

DHB-Pokal-Turnier in Sachsen

Für die Handballer aus Konstanz ist die Partie ein wertvoller Test gegen einen etablierten Zweitligisten, ehes es in einer Woche auch in der 2. Handball-Bundesliga losgeht. Kurios: Die drei Südwest-Teams Leutershausen, Ludwigshafen und Konstanz reisen allesamt nach Sachsen. Die HSG wollte das Turnier, obwohl die Schänzle-Sporthalle aufgrund von Renovierungsarbeiten nicht zur Verfügung steht, in Singen austragen. In der Phase der Erfüllung der Hallenstandards erhielt jedoch der EHV Aue den Zuschlag.

„Wir wollen ein gutes Spiel machen“

Daniel Eblen hat sich schnell damit abgefunden und freut sich, dass man ein paar Tage vor dem Ligabetrieb noch einmal das Niveau dieser Liga spüren kann. „Wir wollen ein gutes Spiel machen“, sagt er und lacht. „Vor allem ein konstantes.“ Zuletzt wechselten sich bei seiner jungen Mannschaft überaus starke Spielphasen mit deutlich schwächeren ab, in denen der oft schon deutlich im Hintertreffen liegende Gegner wieder aufholen konnte. Nicht so im letzten Test gegen Kornwestheim. Hier zog die HSG bis zum 38:21-Endstand voll durch.

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Spieler-Abgang schmerzt Aue

Aue musste hingegen im letzten Test gegen Empor Rostock – den Gegner der HSG in der Aufstiegsrelegation zur 2. Bundesliga – eine 23:28-Niederlage hinnehmen. In der letzten Saison war Aue mit 37 Punkten und Rang elf trotz fünf Absteigern souverän und frühzeitig der Klassenerhalt gelungen. Mit Eric Meinhardt musste Aue nach 17 Jahren nun aber den Abgang einer Vereinslegende verkraften. Der mit 238 Treffern drittbeste Torjäger der abgelaufenen Saison konnte über 2.000 Tore für den EHV erzielen. Im Jahr eins nach der Ära Meinhardt wird sich Aue neu aufstellen müssen.

Neue Spieler integrieren

Eine komplexe Arbeit, die zum Teil auch auf die HSG Konstanz zutrifft. Zwar mussten die Gelb-Blauen keine Abgänge in der Meistermannschaft verkraften, Veränderungen musste Trainer Daniel Eblen dennoch vornehmen. „Wir haben uns einiges erarbeitet“, erzählt er zufrieden. Denn: „Auch wir mussten Veränderungen vornehmen und hatten drei Neuzugänge zu integrieren.“ Hier habe man viel investiert, um die Neuen in Abwehr und Angriff bestmöglich einzubinden.

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Aue will sich gegen Konstanz steigern

Favorit in der heutigen Partie ist sicher Aue, dessen Manager Rüdiger Jurke nach der verpatzten Generalprobe sagte: „Gegen Konstanz werden wir uns steigern. Wir wollen am Sonntag das Finale um die 2. Pokalrunde spielen.“ Gegner wäre dann um 15 Uhr wohl Erstligist Ludwigshafen, das mit dem Ex-Konstanzer Stefan Hanemann zwischen den Pfosten klarer Favorit gegen Drittligist Leutershausen ist.

Umkämpfte Partie?

Das Duell zwischen Aue und Konstanz hingegen sah Andreas Thiel, früher Nationaltorhüter, heute Justiziar bei der HBL, im Rahmen der Auslosung als deutlich umkämpfter an. „Es gibt ein paar Turniere“, erklärte der siebenfache Handballer des Jahres, „bei denen ich nicht weiß, auf wen ich setzen sollte.“ Allen voran meinte er dabei jenes mit der HSG. „Aue gegen Konstanz, die Unabsteigbaren aus der 2. Liga gegen einen ambitionierten Aufsteiger“, so Thiel. „Wer das gewinnt, hat auch gegen die Eulen eine Chance.“

Ziel ist der Klassenerhalt

HSG-Coach Eblen sieht es ähnlich: „Mit einer richtig guten Abwehr besteht vielleicht sogar die Möglichkeit, etwas zu erreichen.“ Die Marschroute der HSG Konstanz für die kommenden Wochen ist ebenfalls klar formuliert: „Wir haben gut gearbeitet und werden alles in unseren Möglichkeiten stehende für das große Ziel tun“, so Eblen. Das heißt: Klassenerhalt in der 2. Liga. Und zuvor ein gutes Spiel in Aue. Mit allen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.