2. Handball-Bundesliga: Handball Sport Verein Hamburg – HSG Konstanz (Freitag, 20 Uhr, Sporthalle Hamburg). – Erstmals ist die HSG Konstanz in Hamburg zu Gast, beim Handball Sport Verein. Der Nachfolge-Club des Champions-League-Siegers von 2013 ist auf Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen, Konstanz nach dem Befreiungsschlag gegen Aue im Mittelfeld angekommen. „Das sind die Spiele“, freut sich Fynn Beckmann, „für die du jeden Tag in die Halle kommst und dir den Hintern aufreißt.“ Für die Konstanzer ist zwar jedes Spiel in der 2. Bundesliga etwas Besonderes, dieses aber sicher noch etwas mehr. Beckmann: „Da freuen wir uns alle drauf, genießen und geben Vollgas. Mal sehen, was dabei herauskommt.“

Duell der Gegensätze

Das Duell in der 4600 Zuschauer fassenden traditionsreichen Sporthalle Hamburg wird dabei schon ein wenig zum Duell der Gegensätze. Hier das Team aus der 1,8-Millionen-Metopole an der Elbe, der zweitgrößten Stadt Deutschlands, dort der Aufsteiger vom Bodensee. Auf der einen Seite geht es nur um den Klassenerhalt, auf der anderen werden dank guter Aufbauarbeit wieder größere Visionen verfolgt, wie die mittelfristige Rückkehr in die Beletage des deutschen Handballs. Dafür steht ein Etat von knapp 2,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Große Namen beim ehemaligen HSV

Der Kader des ehemaligen HSV besteht aus einer Mischung aus erfahrenen großen Namen und jungen Talenten mit sehr viel Potenzial. Das Tor hütet etwa der isländische Nationaltorwart Aron Rafn Edvardsson (30), im Sommer kamen mit dem 2,03 Meter großen Ex-Nationalspieler Jens Schöngarth (30) sowie dem 1,99 Meter-Mann Tobias Schimmelbauer (32) langjährige Bundesligaspieler hinzu.

Trainer ist Welt- und Europameister Torsten Jansen

Nachdem als Aufsteiger in die 2. Bundesliga in der letzten Saison sicher die Klasse gehalten werden konnte, freut sich Club-Präsident Marc Evermann nun über „eine deutliche Verstärkung des Teams.“ Ein Team, das mit Olympiasieger, Weltmeister und Champions-Legaue-Sieger Blazenko Lackovic (38) über eine echte Handball-Legende verfügt und von Welt- und Europameister sowie Champions-League-Sieger Torsten Jansen trainiert wird.

Daniel Eblen warnt

„Hamburg hat wahrscheinlich mehr Erstliga- als wir Zweitliga-Einsätze im aktuellen Kader vorzuweisen. Sie machen das richtig gut und werden sicher bald in Richtung 1. Liga schielen können“, sagt HSG-Trainer Daniel Eblen. Die aktuellen Stärken sieht er in der kompakten 6:0-Abwehr vor Torhüter Edvardsson. „Und dann rollt die erste und zweite Welle ordentlich hinterher“, warnt der 45-Jährige vor dem Hamburger Umschaltspiel, aber auch der Wurfkraft aus neun, zehn Metern und gutem Spiel an den Kreis. „Sie sind sehr variabel“, sagt Eblen, „und überall gefährlich. Da ist es schwer, sich auf einzelne Bereiche zu konzentrieren.“

Das Spiel in Hamburg genießen

Neben der sportlichen Herausforderung galt es für die Konstanzer, die sehr verkürzte Vorbereitungswoche bestmöglich zu meistern. Bereits am Donnerstagmorgen brach der HSG-Tross zur ersten Etappe der 830-Kilometer-Reise zur Zwischenstation an der Lüneburger Heide auf. Das Spiel in Hamburg soll und wird dann jeder einzelne sicher genießen. „Spaß haben werden wir aber vor allem dann“, gibt der HSG-Coach zu bedenken, „wenn wir in unser Spiel und unsere Einstellung reinkommen. Wir wollen so lange wie möglich mithalten und zeigen, dass wir auch ordentlich Handball spielen können.“

„Da sein bei der Chance auf eine Sensation“

Wenn sich dann, so drückt Eblen es aus, auswärts doch „die Chance auf eine Sensation“ bieten sollte, „müssen wir da sein.“ Gedanken darüber macht er sich allerdings nicht. „Wir konzentrieren uns erstmal darauf, dass wir überhaupt in diese Richtung kommen“, lautete sein Credo. Auch das eine Herkulesaufgabe. Jedoch eine, auf die die Vorfreude ganz besonders groß ist.